- VonLuca Hartmannschließen
Die erste Personalentscheidung im deutschen Biathlon-Team vor der Weltmeisterschaft ist gefallen: Für eine Athletin ist der WM-Traum vorbei.
Antholz – Die deutschen Athletinnen und Athleten zeigen in diesem Biathlon-Winter bisher herausragende Leistungen. Bei den Männern stehen mit Bendikt Doll (7. Platz), Philipp Nawrath (9.), Justus Strelow (12.) und Johannes Kühn (13.) (Stand 17. Januar 2024) gleich vier DSV-Jäger unter den besten 15. Auch bei den Frauen läuft es ingesamt gut, allen voran Franziska Preuß überzeugt immer wieder mit Top-Platzierungen – für eine DSV-Athletin läuft der Winter jedoch bislang nicht wie erhofft.
DSV streicht Hanna Kebinger für WM und aus Kader
Die Rede ist von Hanna Kebinger, seit 2022 im Weltcup aktiv. Nach zuletzt schwachen Ergebnissen bei den Heim-Weltcups in Ruhpolding und Oberhof, ohne Top-20-Ergebnis in den Einzeln, zog der DSV nun die Konsequenzen: Die 26-Jährige wird im Februar bei der Weltmeisterschaft im tschechischen Nove Mesto nicht zum deutschen Aufgebot gehören und vorerst auch für die weiteren Weltcups aus dem Kader gestrichen.
Kebinger könne derzeit nicht an ihre Leistungsgrenze gehen, sagte Sportdirektor Felix Bitterling vom Deutschen Skiverband der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. „Wichtig ist, dass man herausfindet, wo das seinen Ursprung hat. Sind das Ausläufer ihrer Corona-Infektion oder etwas anderes“, sagte Bitterling. Nach einer Covid-Infektion Anfang Dezember hatte Kebinger die Weltcups in Hochfilzen und Lenzerheide verpasst. Bereits in der vergangenen Saison hatte sie mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen.
Biathlon: Vorerst keine Wettkämpfe mehr für Kebinger
„In dem Fall gibt es nicht viel drum herumzureden. Das bedeutet für sie das WM-Aus. Aber das liegt nicht daran, dass wir an Hanna zweifeln, sondern weil sie nicht die Energie hat, absolute Spitzenleistungen zu bringen. Da ist jetzt auch die Weltmeisterschaft echt zweitrangig“, begründet Bitterling die Entscheidung. Anschließend gab der Verband in einer Pressemitteilung bekannt, Kebinger werde vorerst komplett auf Wettkämpfe und intensives Training verzichten, um vollständig gesund zu werden. Danach werde gemeinsam mit der Athletin ein Programm zum Wiedereinstieg erarbeitet.
„Sie ist auch noch nicht so alt, dass man Torschlusspanik kriegen müsste. Sie ist eine wichtige Athletin für uns, die noch viele Jahre eine gute Zukunft in diesem Zirkus haben kann, und das steht an oberster Stelle“, erklärt Bitterling. Kebinger sei zwar „eine absolute Kämpferin. Aber dieser Kampfgeist ist in diesem Moment vielleicht das, was sie in die falsche Richtung schickt, weil sie vom Kopf her unbedingt will. Aber sie hat es verstanden“, erklärte der Funktionär.
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Kebinger in DSV-Staffel nicht gesetzt
Im DSV-Team hatte Kebinger in diesem Winter ohnehin einen schweren Stand, musste ihren DSV-Konkurrentinnen in einigen Weltcups den Vortritt lassen. Lediglich in Ruhpolding bei der bislang letzten von insgesamt vier Staffeln stand sie im Aufgebot, als sie die angeschlagene Vanessa Voigt vertrat. Dort machte sie ihre Sache jedoch gut, brachte als Schlussläuferin den dritten Platz ins Ziel.
Die kommende WM (7. bis 18. Februa) zu verpassen ist für Kebinger gleich doppelt bitter, feierte sie doch ihren bislang größten Erfolg bei der letztjährigen Heim-WM in Oberhof. Mit der Staffel holte sie damals Silber und damit auch ihre erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft. Ihr bestes Einzelergebnis aus dieser Saison war ein 22. Platz bei der Verfolgung in Oberhof. (LuHa)
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