In der letzten Saisonvorbereitung

Deutsche Biathlon-Hoffnung überstand schweren Schicksalsschlag

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Biathlon-Shootingstar Hanna Kebinger gewann bei der WM in Oberhof Silber mit der Staffel. Dabei hatte sie zu Saisonbeginn einige Hürden zu nehmen.

Grainau – Das vergangene Biathlon-Jahr schloss DSV-Juwel Hanna Kebinger fantastisch ab. Zunächst schaffte sie sensationell den Sprung ins Weltcup-Team. Anschließend wurde sie mit der deutschen Biathlon-Staffel Vizeweltmeisterin in Oberhof und ist jetzt nicht mehr aus dem Team wegzudenken. Damit war zu Saisonbeginn aber überhaupt nicht zu rechnen gewesen: Kebinger hatte mit einer schweren Corona-Erkrankung zu kämpfen gehabt.

Hanna Kebinger
Geboren:26. November 1997 (Alter: 25 Jahre), Garmisch-Partenkirchen
Disziplin:Biathlon
Weltcup-Debüt:2022 in Ruhpolding
Größter Erfolg:WM-Silber mit der Biathlon-Staffel in Oberhof 2023

Wegen Corona-Infektion: Biathlon-Shootingstar Kebinger lag „zwei Wochen komplett flach“

Kebinger war jetzt im Biathlon-Podcast „Extrarunde“ zu Gast. Darin sprach sie über die vergangene Saison, die Höhen und Tiefen für die 25-Jährige bereitgehalten hatte. Die Grainauerin war eigentlich gut in die Vorbereitung gestartet. „Es lief eigentlich perfekt bis Juli“, erzählte Kebinger, die vor allem läuferisch große Fortschritte gemacht habe. Danach jedoch nahm das Drama um die WM-Zweite von Oberhof seinen Lauf.

Kebinger, die bereits vor einigen Jahren mit einer Herzmuskelentzündung zu kämpfen gehabt hatte, hatte sich während der letztjährigen Vorbereitung mit dem Coronavirus infiziert. „Ich lag dann zwei Wochen komplett flach“, offenbarte das DSV-Ass den schweren Schicksalsschlag. Dabei habe die 25-Jährige „gemerkt, dass es von der Luft her schwierig ist. Ich bin dann mal um den Block spazieren gegangen – das sind nicht einmal 300 Meter um einen kleinen Häuserblock herum – und musste da dreimal stehen bleiben, weil mir die Luft ausgegangen ist.“

Hanna Kebinger hatte in der letzten Saison mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen.

Biathlon-Hoffnung Kebinger hatte „bis Mitte September Entzündungswerte in der Lunge“

Erschwerend war dabei eine Entzündung der Lungenschleimhaut hinzugekommen. Wirklich ins Training zurückkehren hatte Kebinger, die auch beim Weltcup-Rennen in Oberhof ein echtes Ausrufezeichen gesetzt hatte, zunächst nicht können. „Man musste da dann natürlich auch enorm vorsichtig sein, was Belastungen angeht, was generell Training, Umfänge angeht. Ich hatte dann auch ständig das Gefühl von Halsweh, dabei war nichts. Das war dann immer nur der gereizte Zustand“, offenbarte die Biathlon-Überfliegerin der letzten Saison.

Und die Leidensperiode zog sich einige Zeit: „Bis Mitte September hatte ich ja immer noch diese Entzündungswerte in der Lunge“, erzählte Kebinger. „Erst ab Oktober rum“ habe die DSV-Athletin wieder angreifen können. Anschließend habe sie sich über das Training wieder in Form gebracht und in der Qualifikation für den zweitklassigen IBU-Cup antreten wollen. Sie sei „richtig fit“ gewesen, erzählte die 25-Jährige in der „Extrarunde“.

Gemeinsam mit Denise Herrmann-Wick, Sophia Schneider und Vanessa Voigt (v. l.) gewann Biathletin Hanna Kebinger (3. v. l.) bei der WM in Oberhof Silber.

„Zache Partie“: Biathlon-Juwel Kebinger nahm krank an Qualifikations-Wettbewerb teil

Allerdings sei dann der nächste Nackenschlag gefolgt: „Weil ich so motiviert war und gefühlt richtig fit war, habe ich dann vielleicht einen Tick zu viele Intensitäten vorher gemacht und bin dann in der Woche, als dann Quali war, auch krank geworden“, schilderte die Biathletin.

Ähnlich wie Wintersport-Ikone Laura Dahlmeier, die immer mehr zur Extremsportlerin mutiert, habe Kebinger aber ihr Ehrgeiz gepackt: „Ich bin dann, so dumm wie es war, die Quali gelaufen“, räumte die 25-Jährige ein. „Das Ende vom Lied war, dass ich dann wieder zwei Wochen komplett krank im Bett lag und noch einen RS-Virus aufgeschnappt habe. Ich habe dann die ganze Bandbreite mitgenommen“, schilderte sie ihre schwere Leidenszeit. Diese sei „eine zache Partie“ gewesen.

Biathlon: Der Kader der deutschen Damen für die Saison 2023/24

Hanna Kebinger. Verein: SC Partenkirchen. Geb.: 26.11.1997
Hanna Kebinger. Verein: SC Partenkirchen. Geb.: 26.11.1997, Olympiakader. © DSV
Sophia Schneider. Verein: SV Oberteisendorf. Geb.: 12.09.1997. Olympiakader.
Sophia Schneider. Verein: SV Oberteisendorf. Geb.: 12.09.1997. Olympiakader. © DSV
Vanessa Voigt. Verein: SV Rotterode. Geburtstag: 07.10.1997. Olympiakader.
Vanessa Voigt. Verein: SV Rotterode. Geburtstag: 07.10.1997. Olympiakader. © DSV
Juliane Frühwirt. Verein: SV Motor Tambach-Dietha. Geb.: 18.03.1998. Perspektivkader.
Juliane Frühwirt. Verein: SV Motor Tambach-Dietha. Geb.: 18.03.1998. Perspektivkader.  © DSV
Selina Grotian. Verein: SC Mittenwald. Geb.: 25.03.2004. Perspektivkader.
Selina Grotian. Verein: SC Mittenwald. Geb.: 25.03.2004. Perspektivkader. © DSV
Janina Hettich-Walz. Verein: Ski Club Schönwald e.V. Geb.: 16.06.1996. Perspektivkader.
Janina Hettich-Walz. Verein: Ski Club Schönwald e.V. Geb.: 16.06.1996. Perspektivkader. © DSV
Franziska Preuß. Verein: SC Haag. Geb.: 11.03.1994. Perspektivkader.
Franziska Preuß. Verein: SC Haag. Geb.: 11.03.1994. Perspektivkader. © DSV
Anna Weidel. Verein: WSV Kiefersfelden. Geburtstag: 25.05.1996. Perspektivkader.
Anna Weidel. Verein: WSV Kiefersfelden. Geburtstag: 25.05.1996. Perspektivkader. © DSV

„Da sind für mich zwei Welten zusammengebrochen“: Biathlon-Star Kebinger traf schwerer Schickalsschlag

Daraufhin hatte sie in der untersten Biathlon-Klasse, dem Deutschlandpokal, antreten müssen. „Psychisch waren das auch nicht die besten zwei Wochen“, gestand sie – und ergänzte: „Da sind für mich zwei Welten zusammengebrochen.“

„Für den Kopf war das so mit das Härteste, was ich seit langem hatte“, gab Kebinger schonungslos Einblicke. Trotzdem habe sie „einiges lernen können“, reflektierte der Biathlon-Shootingstar im Podcast.

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Sven Hannawald im Porträt.
Sven Hannawald (Skispringen): Hatte seine ersten Erfolge Ende des letzten Jahrhunderts. Gewann als erster alle vier Wettbewerbe der Vierschanzentournee. Bilanz: 18 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber © IMAGO / Oryk HAIST
Kevin Kuske und Andre Lange mit der Goldmedaille
Kevin Kuske und Andre Lange (Bob): 38 Weltcup-Siege, 4x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber © IMAGO / Sven Simon
Eric Frenzel im Wettkampf
Eric Frenzel (Nordische Kombination): 43 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / Nordphoto
Anni Friesinger zweite von links.
Anni Friesinger-Postma (Eisschnellauf): 59 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / Camera 4/JIM
Felix Loch nach dem Wettkampf.
Felix Loch (Rodeln): 49 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold © IMAGO / Arvid Müller
Tobias Wendl und Tobias Arlt nach dem Wettkampf.
Tobias Wendl und Tobias Arlt (Rodeln): 5 Weltcup-Siege, 6x Olympia-Gold © IMAGO / Beautiful Sports
Natalie Geisenberger im aktuellen Sportstudio
Natalie Geisenberger (Rodeln): 8 Weltcup-Siege, 6x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Martin Hoffmann
Viktoria Rebensburg auf Skiern.
Viktoria Rebensburg (Ski Alpin): 19 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / CEPix
Maria Höfl-Riesch im Porträt.
Maria Höfl-Riesch (Ski Alpin): 27 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber © IMAGO / Sammy Minkoff
Felix Neureuther als TV-Experte.
Felix Neureuther (Ski Alpin): 13 Weltcup-Siege © IMAGO / opokupix
Arnd Peiffer auf Skiern.
Arnd Pfeiffer (Biathlon): 10 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Beautiful Sports
Simon Schempp auf Skiern.
Simon Schempp (Biathlon): 12 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Ernst Wukits
Laura Dahlmeier im Porträt.
Laura Dahlmeier (Biathlon): 20 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Beautiful Sports
Kati Wilhelm im Porträt.
Kati Wilhelm (Biathlon): 21 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 3x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Eibner
Magdalena Neuner im Profil.
Magdalena Neuner (Biathlon): 34 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber © IMAGO / ZUMA Wire
Katharina Althaus bei einer Siegerehrung.
Katharina Althaus (Skispringen): 15 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Silber © IMAGO / NTB
Severin Freund bei der Vierschanzentournee
Severin Freund (Skispringen): 22 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold © IMAGO / MIS
Karl Geiger bei einer Siegerehrung.
Karl Geiger: 13 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Silber, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / ZUMA Wire

Nach schwerem Schicksalsschlag: Biathlon-Hoffnung Kebinger kämpfte sich zurück

Aber die deutsche Biathlon-Hoffnung hatte sich nach dem Schicksalsschlag zurückgekämpft. Ihre Familie und Freunde hätten ihr durch diese „enorm schwere Zeit“ geholfen, schilderte die 25-Jährige. Ab der zweiten Saisonhälfte hatte sich ihr beharrliches Training dann endlich ausgezahlt. Kebinger war in den IBU-Cup zurückgekehrt, wo sie einige Erfolge hatte feiern können.

Dadurch hatte sie sich sogar in den Weltcup katapultiert. Am Ende des Jahres war sie dort auf einem guten 25. Rang der Gesamtwertung gelandet, nachdem sie sensationell mit der Biathlon-Staffel WM-Silber in Oberhof gewonnen hatte.

Hanna Kebinger ist aber nicht der einzige Wintersport-Star, der in der Vorbereitung mit einigen Hürden zu kämpfen hatte. Zuletzt biss Biathlon-Dominator Johannes Thingnes Bö eine Schlange. (wuc)

Rubriklistenbild: © Imago / Eibner

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