Einstiger Kitzbühel-Sieger

„Kopf nicht mehr bereit“: DSV-Star Josef Ferstl beendet mitten in Saison Ski-Karriere

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DSV-Star Josef Ferstl hat überraschend sein Karriereende bekannt gegeben. Bei den kommenden Heim-Events in Garmisch-Partenkirchen seinen Abschied

Garmisch-Partenkirchen – Er galt in den letzten Jahren als einer der besten deutschen Fahrer in den Speed-Disziplinen und krönte seine Karriere mit dem Super-G-Sieg auf der legendären Streif in Kitzbühel: Nun beendet Josef Ferstl seine Karriere. Das hat der deutsche Skiverband am Donnerstag mitgeteilt.

DSV-Star Josef Ferstl beendet seine Karriere

Der 35-Jährige, der in Abfahrt, Super-G und Kombination an den Start ging, will aber bei den zwei Heim-Events am Wochenende in Garmisch-Partenkirchen noch mal antreten und dann nach dem 177. Weltcup seine Laufbahn beenden. Auf der Kandahar-Piste finden am Samstag (27. Januar) und Sonntag (28. Januar) zwei Super-G an. Vor Ferstl hatte in der laufenden Saison bereits Abfahrts-Spezialist Thomas Dreßen seine Karriere beendet.

„Ich habe in dieser Saison noch einmal alles versucht, um mich wieder unter den besten Speedfahrern der Welt behaupten zu können“, sagte der Familienvater. Die Ergebnisse blieben aber aus. „Es war immer mein Anspruch, den Rennsport in aller Konsequenz zu leben. Aber wenn der Kopf nicht mehr bereit ist, volles Risiko zu gehen, ist es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen“, begründete Ferstl seine Entscheidung. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, da „mir das Rennfahren Leidenschaft und Erfüllung zugleich war.“

Ski alpin: Josef „Pepi“ Ferstl sagt goodbye. 2019 feierte er in Kitzbühel seinen größten Sieg.

Karrierehöhepunkt beim Super-G-Sieg in Kitzbühel

Sein Rücktritt kommt rund fünf Jahre nach seinem größten Triumph: Beim Super-G 2019 in Kitzbühel ging Ferstl mit der Startnummer eins ins Rennen und sicherte sich sensationell den Sieg. Nie zuvor war in dieser Disziplin auch der erste Starter der Gewinner des Rennens. Nach langem Warten durfte sich Ferstl schließlich über seinen zweiten und bis dato letzten Sieg im Weltcup freuen.

Der Triumph hatte durch die Familiengeschichte einen besonders süßen Beigeschmack: Exakt 40 Jahre zuvor, im Jahr 1979, hatte sein Vater „Sepp“ Ferstl in Kitzbühel die Abfahrt gewonnen. Beide Siegernamen sind – wie es Tradition ist – auf einer Gondel der Hahnenkammbahn gemeinsam verewigt.

Ferstl immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen

Insgesamt absolvierte Ferstl 190 Rennen im Weltcup, bei vier Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spielen. Sein Sieg in Kitzbühel und Ende 2017 in Gröden waren gleichzeitig die einzigen Podestplätze seiner Karriere. Im Weltcup fuhr er insgesamt 37 Mal unter die besten 15. „Mit Josef Ferstl beendet eine fixe Größe im Team seine Karriere. Trotz vieler Verletzungen hat er sich immer wieder in die absolute Weltspitze zurückgekämpft und viele tolle Erfolge für den Deutschen Skiverband eingefahren“, sagte Bundestrainer Christian Schweiger.

Noch mehr Podestplätze blieben wohl auch deshalb aus, weil Ferstl während seiner Laufbahn immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde. Neben einem Kreuzbandriss 2015 erlitt Ferstl unter anderem auch einen Oberarmbruch, weshalb er die Saison 2021/2022 vorzeitig beenden musste. Auch nach der zurückliegenden Weltcup-Saison musste er eine Zwangspause von mehreren Wochen einlegen.

Auch wenn Ferstl zukünftig nicht mehr als Aktiver auf der Piste steht, will er dem Sport dennoch treu bleiben. „Ich kann gar nicht anders, die Leidenschaft und Faszination für den Rennsport ist einfach zu groß, dafür schlägt mein Herz“, so Ferstl. (LuHa/dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Herbert Neubauer

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