Obacht, Christoph Freund: Fünf Bayern-Stars dürfen bald Gespräche mit anderen Klubs aufnehmen
VonChristoph Klaucke
schließen
Beim FC Bayern laufen Verträge von fünf Stars aus. Schon im kommenden Jahr dürfen die Profis mit anderen Klubs verhandeln. Sportdirektor Christoph Freund muss sich sputen.
München – Christoph Freund ist nun seit über einem Monat im Amt. Der Österreicher trat ab 1. September den Sportdirektor-Posten beim FC Bayern München an. Und Freund hat gleich jede Menge Arbeit vor der Brust, im Winter sollen möglicherweise ein neuer Sechser und Abwehrspieler für die Innenverteidigung und die rechte Seite kommen. Der 46-Jährige muss aber nicht nur Transfers vorbereiten, sondern auch den aktuellen Kader zusammenhalten. Zum Saisonende laufen gleich bei fünf Bayern-Stars die Verträge aus. Obacht, Christoph Freund!
FC Bayern drohen fünf ablösefreie Abgänge im Sommer – einer ist wohl schon fix
Profis im Kader des FC Bayern haben zumeist ihren Preis. Mit klugen Transfers wie in der abgelaufenen Transferperiode beispielsweise von Marcel Sabitzer (19 Millionen Euro Ablöse, Borussia Dortmund), Sadio Mané (30 Mio., Al-Nassr) oder Ryan Gravenberch (40 Mio., FC Liverpool) konnten die Bayern ihre Ausgaben trotz des 100-Millionen-Rekordeinkaufs von Harry Kane ausgleichen und machten sogar ein Transferplus.
Allerdings müssen die potenziellen Verkaufskandidaten noch einen langfristigen Vertrag besitzen, damit die Münchner eine Ablöse generieren können. Im schlimmsten Fall verlassen die Profis den Klub ablösefrei, wenn das Arbeitsverhältnis zum Saisonende endet – David Alaba lässt grüßen. Am 30. Juni 2023 laufen die Verträge von Manuel Neuer, Sven Ulreich, Thomas Müller, Eric Maxim Choupo-Moting und Bouna Sarr aus.
Spieler
Geboren
Im Team seit
Marktwert
Manuel Neuer
27. März 1986 (Alter 37 Jahre), Gelsenkirchen
01.07.2011
7 Millionen Euro
Sven Ulreich
3. August 1988 (Alter 35 Jahre), Schorndorf
01.07.2021
700.000 Euro
Thomas Müller
13. September 1989 (Alter 34 Jahre), Weilheim in Oberbayern
01.07.2009
12 Millionen Euro
Eric Maxim Choupo-Moting
23. März 1989 (Alter 34 Jahre), Altona, Hamburg
05.10.2020
5 Millionen Euro
Bouna Sarr
31. Januar 1992 (Alter 31 Jahre), Lyon, Frankreich
05.10.2020
2 Millionen Euro
Obacht, Christoph Freund: Fünf Bayern-Stars dürfen bald Gespräche mit anderen Klubs aufnehmen
Während Bouna Sarr beim FC Bayern keinen neuen Vertrag erhalten wird – das Missverständnis endet nach vier Jahren – sieht die Gemengelage beim verdienten Ü30-Quartett anders aus. Christoph Freund sollte sich beeilen und zügig erste Vertragsgespräche beginnen. Denn laut Statuten der DFL dürfen Spieler sechs Monate vor Ablauf des Vertrags Verhandlungen mit anderen Klubs aufnehmen, ohne den Arbeitgeber informieren zu müssen.
Allerdings dürften die Bayern der erste Ansprechpartner sein, allzu lange zögern sollte Freund jedoch nicht. Ulreich hat sich in den letzten Wochen als Neuer-Vertreter für eine Vertragsverlängerung beim FC Bayern empfohlen – Laura Wontorra weiß offenbar mehr. Choupo-Moting hat in den letzten Monaten ebenfalls abgeliefert, wenn er gebraucht wurde. Allerdings könnte dem 34-Jährigen über kurz oder lang der Kane-Transfer und der aufstrebende Mathys Tel zum Verhängnis werden – Ausgang offen.
Und auch Müller hat noch lange nicht fertig und ist als gebürtiger Bayer und ehemaliger Jugendspieler eng mit dem Rekordmeister verbunden – ein Wechsel zu einem anderen Verein erscheint kaum vorstellbar. Eine entscheidende Rolle könnte Trainer Thomas Tuchel, der mit Müller-Aussagen tief blicken ließ, einnehmen.
Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars
Müller-Zukunft beim FC Bayern? Tuchel spielt entscheidende Rolle
„Das ist ja nicht ökonomisch. Er hat sich immer über Pressing, Laufwege und Aufwand definiert. Er ist in einem gewissen Alter, ohne da jetzt einen Abgesang zu starten“, erklärte Tuchel über den Spielstil von Müller. Trotzdem stand der 34-Jährige gegen den SC Freiburg in der FCB-Startelf, denn: „Wir brauchen ihn immer noch, denn er hat herausragende Fähigkeiten. Wie er Räume erkennt, wie er sich bewegt.“
Sportdirektor Christoph Freund steht vor einer komplizierten Entscheidung. Sollte er für das Ende von Müller beim FC Bayern sorgen, könnte ihm das ein Großteil der Fans übel nehmen. Aktuell befindet sich der Routinier auf Länderspielreise. Deutschland wurde am Flughafen in Boston die VIP-Behandlung verwehrt – Müller stichelte gegen die DFB-Reiseleitung. (ck)