FCB pulverisiert historische Bestmarke des AC Mailand
Kompany und der Bayern-Rekord: Besonderer Einblick in Kabinen-Feier
VonManuel Bonke
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Start-Rekord des AC Mailand aus 1992/1993 vom FC Bayern eingestellt. Kompany zelebrierte diesen besonderen Moment auf seine ganz eigene Weise in den Katakomben von Gladbach.
Mönchengladbach – Wer wissen will, was das Erfolgsgeheimnis von Vincent Kompany ist, konnte das in den Katakomben des Borussia-Parks gut beobachten. Nach dem 3:0 (0:0) des FC Bayern gegen Gladbach sprintete der Münchner Chefcoach sichtlich beschwingt in den Kabinentrakt, ließ ein lautes Jawoll auf Englisch los („Come on!“) – und klatschte innig mit Busfahrer, Zeugwart, Teammanager und Pressesprecher ab. Kompany holt nicht nur seine Stars ab, sondern auch das Team hinter dem Team.
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„Er steht uns Spielern sehr nahe und ist immer positiv. Er sagt uns aber auch klar die Meinung, wenn etwas nicht gut läuft – aber auf eine positive Art und Weise. Er bringt unsere Mannschaft auf das nächste Level“, gab Raphael Guerreiro in Gladbach einen Einblick in das Trainer-Spieler-Verhältnis.
Dass Kompany stets den richtigen Ton trifft, hat auch Joshua Kimmich festgestellt: „Es ist eine sehr homogene Mannschaft, ohne dass alles nur Friede, Freude, Eierkuchen ist.“ Und mit diesen Menschenfänger-Qualitäten haben der 39-Jährige und die Münchner nun endgültig den europäischen Start-Rekord des AC Mailand aus der Saison 1992/1993 mit 13 Siegen in Folge eingestellt – und wenn man das bessere Torverhältnis betrachtet, sogar ausgebaut.
Doch bis dahin war es gegen die abstiegsbedrohten Fohlen ein härteres Stück Arbeit als ursprünglich vermutet. Vor allem in der torlosen ersten Hälfte taten sich die Bayern gegen die rüde Gangart der Gladbacher schwer. Ein fußballerisches Feuerwerk konnte der deutsche Rekordmeister auch nach der Roten Karte gegen Jens Castrop in der 19. Minute in Überzahl nicht abfackeln. Das allerdings hatten die mitgereisten Fans bereits kurz vor Anpfiff mit einer beeindruckenden Pyro-Choreo im Gästeblock getan.
Ordentlich Feuer machten die bayerischen Akteure auf dem Platz dem Gegner erst nach dem Seitenwechsel. Bis zu diesem Zeitpunkt war es ein „Geduldsspiel“, wie Kimmich später treffend zusammenfasste. Der Mittelfeldchef höchstpersönlich hatte die Partie mit seinem Treffer zum 1:0 in der 64. Minute in die richtige Richtung gelenkt.
Eberl: „Geduld ist ein wichtiger Part“
Raphael Guerreiro sorgte fünf Minuten später für die Vorentscheidung, ehe Lennart Karl per Fernschuss den 3:0-Endstand erzielte. Sportvorstand Max Eberl sprach von einem verdienten Sieg: „Es war definitiv nicht leicht, trotzdem haben wir die Ruhe bewahrt und weitergespielt. Geduld ist ein wichtiger Part in unserem Spiel, und den haben wir heute gezeigt.“
Damit spricht der Sportchef eine weitere Stärke an, die Kompany seinem bayerischen Star-Ensemble antrainiert hat: Die Mannschaft findet sowohl Lösungen gegen Gegner, die hoch pressen und Mann gegen Mann spielen, als auch gegen Teams, die im 5-3-1 oder 5-4 in der eigenen Hälfte verteidigen (Gladbach).
Kimmich hofft weiter auf das Momentum
Für Kimmich ist es enorm wichtig, dieses Momentum beizubehalten: „Dass wir jetzt 13 Pflichtspielsiege zum Saisonstart haben, ist kein Zufall. Das ist die Belohnung für harte Arbeit, konsequentes Training und eine klare Struktur in der Mannschaft.“ (Manuel Bonke)