Der BVB kann bei der Klub-WM noch deutlich zulegen. Trainer Niko Kovač bezeichnet die extremen Bedingungen in den USA als wesentlichen Faktor.
Cincinnati – Borussia Dortmund reicht zum Abschluss der Gruppenphase der FIFA Klub-WM gegen Ulsan HD aus Südkorea am Mittwoch (15 Uhr Ortszeit, 21 Uhr deutscher Zeit, alle TV-Infos) ein Unentschieden, um das Achtelfinale zu erreichen.
Trotz der komfortablen Ausgangslage kann der BVB mit den eigenen Leistungen beim Weltturnier in den USA bislang keineswegs zufrieden sein. Nach einem schmeichelhaften 0:0 gegen Fluminense rettete der BVB einen knappen Sieg gegen die Mamelodi Sundowns über die Zeit, obwohl er zwischenzeitlich 4:1 in Front lag.
Trainer Niko Kovač zeigt Verständnis für seine Mannschaft und verweist immer wieder auf die extremen Bedingungen in den USA. Vor der Partie gegen Ulsan HD bezeichnete er diese als „irregulär“.
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Kovač wird deutlich: „Es hat mit diesem Sport an sich nichts zu tun“
„Ich erwähne es immer wieder: Wenn man nicht draußen auf dem Platz ist, – ich glaube, morgen werden es gefühlt 41 Grad auf dem Platz, in Charlotte waren es gefühlt 45 Grad“, spielte Kovač auf die 0:1-Niederlage des FC Bayern gegen Benfica an. „Es sind ganz andere, irreguläre Bedingungen. Wir spielen zwar Fußball, aber es hat mit diesem Sport an sich nichts zu tun“, wurde der erfahrene Coach deutlich.
Für die Spieler seien 15 Grad die ideale Temperatur, schon bei 25 Grad freuen sich nur die Zuschauer, so Kovač. Dementsprechend werde die Partie gegen Ulsan HD in der Nachmittagssonne von Cincinnati „für den Fußballer eher eine Qual. Aber da gehen wir durch, wir wollen weiterkommen und das Spiel erfolgreich bestreiten. Unser Minimalziel wollen wir erreichen.“ Das Achtelfinale der Klub-WM hatte Kovač bereits im März als Mindestvorgabe ausgegeben.
Medizinische Abteilung des BVB arbeitet auf Hochtouren
Gemessen an den bisherigen Auftritten fehlt vielen Fans die Fantasie für die Vorstellung, dass der BVB viel weiter kommen kann. „Ich habe es schon gesagt, es gewinnt vielleicht nicht die beste Mannschaft, sondern die, die sich mit diesen Bedingungen am besten zurechtfindet“, sagte Kovač, der bei den Hitzeschlachten in den USA einen Vorteil für die Teams aus Südamerika erkennt.
Beim BVB steht die Zusammenarbeit des Trainerstabs mit der medizinischen Abteilung besonders im Fokus, um die extreme Belastung der Profis richtig zu steuern. „Wir haben alle Maßnahmen getroffen, die man treffen kann. Wir monitoren alles, versuchen alle Parameter ins Spiel zu bringen, damit wir die richtigen Entscheidungen treffen“, versicherte Kovač.
Dazu gehört auch, der Versuchung der Klimaanlagen zu widerstehen. „Wenn die voll blasen mit Eiseskälte, ist das schon gefährlich. Giovanni Reyna hat die letzten zwei Tage im Zimmer gelegen, die Nase war zu, der Hals hat gekratzt. Man sieht, wenn man immer wieder vom Warmen ins Kalte geht, die Klimaanlagen vor sich, hinter sich, über sich hat ... aber okay, das gehört dazu.“
BVB-Fans erwarten deutliche Leistungssteigerung
Ob auch bei Wechsel-Kandidat Jamie Gittens die Klimaanlage Schuld an einer Erkrankung ist, die seinen Einsatz gegen Ulsan HD unmöglich macht, blieb in der Kovač-PK offen.
„Wir erwarten ein sehr schwieriges Spiel, kein Hochgeschwindigkeitsspiel, das werden die Temperaturen wieder nicht hergeben“, kündigte der BVB-Trainer dabei an.
Trotz aller Widrigkeiten erwarten die Fans eine Leistungssteigerung. Der BVB hat in seiner Vorrundengruppe nach zwei Spieltagen die wenigsten Torschüsse abgefeuert (15) und nur 42 Prozent der direkten Duelle für sich entschieden, wie vor dem Abschluss der Gruppenphase die eigene Klub-Homepage kritisch anmerkt.