Achtelfinale in den USA Pflicht

BVB reist entspannt zur FIFA Klub-WM: Rettungsmission abgesagt

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Nach der Champions-League-Qualifikation muss der BVB die Saison nicht mehr bei der FIFA Klub-WM retten. Geld und Prestige nimmt der Verein gerne mit.

Fort Lauderdale – Borussia Dortmund startet am Dienstag gegen Fluminense in die FIFA Klub-WM. Der große Druck ist raus, stattdessen herrscht Vorfreude bei der Reisegruppe. Bei den Bossen gilt das nicht zuletzt, weil dem BVB gewaltige Preisgelder winken.

Im Saisonverlauf wirkte es lange so, als müsste Dortmund die Spielzeit in den USA retten, Verdienstausfälle egalisieren. Doch dann gab es den starken Endspurt unter Trainer Niko Kovač.

BVB über Champions-League-Einzug erleichtert

Die Qualifikation zur Champions League gilt für den BVB als Mindestanforderung einer jeden Saison. Insofern leuchtet ein, warum sich nach dem 34. Spieltag der Bundesliga und dem 3:0-Sieg gegen Holstein Kiel vor allem Erleichterung und nicht alles überstrahlende Euphorie breitmachte.

In einer normalen Saison wäre kaum der Rede wert, dass sich der BVB für die Königsklasse qualifiziert. Aber was ist schon normal, wenn es um Borussia Dortmund geht? Die Schwarzgelben mussten einen gewaltigen Schlussspurt hinlegen, holten 22 von 24 möglichen Punkten seit der Länderspielpause im März.

Sportchef Lars Ricken attestierte Niko Kovač für diesen Lauf „eine der größten Trainerleistungen in der Geschichte des BVB“. Sie rettete dem Klub nicht nur Prestige, sondern auch wichtige Einnahmen. Der Ausblick auf die kurzfristige Zukunft hat sich dadurch fundamental verändert. Das gilt auch für die FIFA Klub-WM 2025 in den USA: Das Turnier geht der BVB plötzlich völlig unbeschwert an.

Niko Kovač hat den BVB doch noch in die Champions League geführt.

Dortmund kassiert schon zum Start kräftig ab

Hätte Dortmund die Champions League verpasst, wäre ein gutes Abschneiden in den Vereinigten Staaten noch ungleich wichtiger gewesen. Die Klub-WM galt in den dunklen Phasen der abgelaufenen Bundesliga-Saison als potenzieller Rettungsanker für den BVB. Stattdessen nimmt der Tabellenvierte die Einnahmen gerne mit, ohne völlig auf sie angewiesen zu sein.

Offiziell ist nicht bekannt, wie die Startgelder auf die Teilnehmer exakt verteilt werden. Unter den zwölf europäischen Teams werden 300 Millionen Dollar ausgeschüttet, wobei neben einer 40-prozentigen Gleichverteilung 60 Prozent abhängig vom sportlichen und kommerziellen Wert der Klubs vergeben werden. Auf den BVB sollen so in etwa 26 Millionen Dollar (umgerechnet etwas mehr als 23 Millionen Euro) entfallen.

Hinzu kommen die Prämien während des Turniers selbst. Kommt der Sieger der Klub-WM aus Europa, übertrifft er die Marke von 100 Millionen Euro Gesamteinnahmen für die vier Wochen in den USA. Zum Vergleich: Der BVB kassierte in der gesamten abgelaufenen Champions-League-Saison etwas mehr als 100 Millionen Euro.

Der BVB reist ohne großen Druck zur Klub-WM in die USA.

Achtelfinale ist das Minimalziel des BVB

Zu den allergrößten Favoriten ist Dortmund dabei wohl nicht zu zählen. Der BVB plant konservativ zunächst nur damit, die Gruppenphase zu überstehen, in der es gegen Fluminense (Brasilien), die Mamelodi Sundowns (Südafrika) und Ulsan HD (Südkorea) geht.

„Wir nehmen das Turnier sehr ernst und wissen, dass es finanziell und für die Anerkennung extrem wichtig ist“, sagte Kovač schon Ende März gegenüber der Bild-Zeitung. „Das Achtelfinale müssen und wollen wir erreichen, das ist das Minimalziel.“ Nach dem Saisonfinale in der Bundesliga gegen Kiel gab der Trainer allerdings zu, sich noch überhaupt nicht mit den Gegnern befasst zu haben.

„Ich habe mir noch gar nichts angeschaut. Unser Fokus lag auf der Bundesliga. Ich fahre jetzt zu meiner Familie und dann werde ich anfangen, mir Clips von unseren Gegnern anzuschauen“, gestand Kovač in einer Pressekonferenz auf Frage eines Journalisten aus Südafrika.

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BVB gewann 1997 den Weltpokal

Wie erholsam der zweiwöchige Urlaub bis zum Trainingsauftakt vor der Klub-WM 2025 sein würde, war zu diesem Zeitpunkt dahingestellt. Eine Großzahl der Profis des BVB musste ohnehin auch noch Länderspiele absolvieren. Dass in den USA auch entscheidend sein wird, wie frisch die Mannschaften daherkommen, erklärt sich von selbst.

Die Vorfreude ist bei Dortmund dennoch groß – und sicher noch größer, seit der ganz große Druck raus ist. „Wir werden sehen, wo wir stehen. Das ist immer sehr, sehr interessant zu sehen, welche Systeme die anderen Mannschaften spielen, wie sie spielen“, sagt Kapitän Emre Can im Vorfeld der Klub-WM. „Ich freue mich auf jedes Spiel, weil ich ehrlich gesagt nicht weiß, was uns erwartet.“

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Komplettes Neuland betritt der BVB dabei nicht. Jedenfalls holte Dortmund 1997 den Weltpokal als Vorläufer der Klub-WM durch einen 2:0-Sieg gegen Cruzeiro in Tokyo. Und auch die USA sind für Schwarzgelb keineswegs ein ungewohntes Pflaster. Mehrere PR-Reisen haben den Verein in den letzten Jahren in die Staaten geführt.

Dabei hatte der BVB mit den US-Nationalspielern Christian Pulisic und Giovanni Reyna gute Zugpferde. Auch der Umstand, dass Marco Reus nach dem Wechsel zu den LA Galaxy für Furore sorgt und in der MLS endlich den ersten Meistertitel seiner Karriere feiern konnte, sorgt für gute Publicity.

BVB spielt zweimal in der deutschen Hochburg Cincinnati

„Wir waren ja schon ab und zu in Amerika und haben da auch eine sehr, sehr große Fanbase. Die Stimmung wird gut sein, weil sich in den letzten Jahren die Fußballkultur in den USA auch noch mal weiterentwickelt hat“, sagt Can.

Seine Gruppenspiele trägt der BVB im MetLife Stadium in New Jersey sowie gleich zweimal im TQL Stadium von Cincinnati aus. In der Handelsstadt im Bundesstaat Ohio gibt es eine große deutsche Community, sogar einen Stadtteil namens Over-the-Rhine. Auch ein offizieller BVB-Fanklub ist dort ansässig.

Dortmund bestreitet also die Gruppenpartien gegen die Sundowns und Ulsan gewissermaßen als Heimspiele.

Rubriklistenbild: © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

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