Infantinos Prestige-Projekt

FIFA Klub-WM: Harsche Kritik an Spieler-Belastung & Terminflut

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Nagelsmann spricht von „brutaler Belastung“: Heftige Kritik an der FIFA Klub-WM 2025 wegen Spielerüberlastung, Termindruck und Infantinos Geldpolitik.

Frankfurt – Im Juni 2025 wird die FIFA-Klub-WM erstmals im rundum erneuerten Format an den Start gehen. Im Vergleich zur ursprünglichen Fassung haben sich nicht nur der Zeitpunkt der Austragung, sondern vor allem die Anzahl der Teilnehmer verändert. Schon die Bekanntgabe durch FIFA-Präsident Gianni Infantino im Dezember 2022, die Klub-WM auf 32 Mannschaften aufzustocken, erregte große Aufmerksamkeit. Dürfen sich Fans vor allem auf Begegnungen freuen, die in herkömmlichen Turnieren nicht zustande kämen, bedeutet die reformierte Klub-WM für zahlreiche Akteure im Weltfußball eine regelrechte Zäsur.

Warum und bei wem die groß angelegten Veränderungen Kritik hervorrufen, erfahren Sie hier.

Diese 32 Teams kämpfen 2025 um den Klub-WM-Titel in den USA

In Gruppe A trifft SE Palmeiras (Brasilien) auf internationale Konkurrenz. Der mehrfach gekrönte Copa-Libertadores-Sieger überzeugt mit taktischer Disziplin, einer stabilen Defensive und cleverem Spielaufbau.
In Gruppe A trifft SE Palmeiras (Brasilien) auf internationale Konkurrenz. Der mehrfach gekrönte Copa-Libertadores-Sieger überzeugt mit taktischer Disziplin, einer stabilen Defensive und cleverem Spielaufbau. © Imago
In Gruppe A spielt der FC Porto (Portugal), einer der traditionsreichsten Klubs Europas. Der Verein steht für schnelles Umschaltspiel, technische Klasse und eine starke Bilanz im internationalen Wettbewerb.
In Gruppe A spielt der FC Porto (Portugal), einer der traditionsreichsten Klubs Europas. Der Verein steht für schnelles Umschaltspiel, technische Klasse und eine starke Bilanz im internationalen Wettbewerb. © Imago
Al Ahly SC (Ägypten) vertritt in Gruppe A den afrikanischen Fußball. Der Rekordmeister bringt Titelhunger, internationale Erfahrung und eine der treuesten Fanbasen des Kontinents mit.
Al Ahly SC (Ägypten) vertritt in Gruppe A den afrikanischen Fußball. Der Rekordmeister bringt Titelhunger, internationale Erfahrung und eine der treuesten Fanbasen des Kontinents mit. © Imago
In Gruppe A steht auch Inter Miami CF (USA), der glamouröse Gastgeberklub um Superstar Lionel Messi. Der Verein kombiniert Starpower mit ambitionierter Vereinsentwicklung.
In Gruppe A steht auch Inter Miami CF (USA), der glamouröse Gastgeberklub um Superstar Lionel Messi. Der Verein kombiniert Starpower mit ambitionierter Vereinsentwicklung. © Imago
Paris Saint-Germain (Frankreich) geht in Gruppe B an den Start. Der Star-Ensemble-Klub aus Paris bringt enorme Offensivkraft und Champions-League-Ambitionen mit in die USA.
Paris Saint-Germain (Frankreich) geht in Gruppe B an den Start. Der Star-Ensemble-Klub aus Paris bringt enorme Offensivkraft und Champions-League-Ambitionen mit in die USA. © Imago
In Gruppe B kämpft Atlético de Madrid (Spanien) mit gewohntem Biss um den Titel. Der Klub steht für Disziplin, Kampfgeist und Erfahrung auf höchstem Niveau.
In Gruppe B kämpft Atlético de Madrid (Spanien) mit gewohntem Biss um den Titel. Der Klub steht für Disziplin, Kampfgeist und Erfahrung auf höchstem Niveau. © Imago
Botafogo FR (Brasilien) ist in Gruppe B der Underdog mit Geschichte. Der Traditionsklub zeigt sich mit neuem Elan, junger Qualität und leidenschaftlichem Fußball.
Botafogo FR (Brasilien) ist in Gruppe B der Underdog mit Geschichte. Der Traditionsklub zeigt sich mit neuem Elan, junger Qualität und leidenschaftlichem Fußball. © Imago
In Gruppe B stellt Seattle Sounders FC (USA) die US-amerikanische Power. Mit CONCACAF-Titel und fanstarker Heimat sind sie ein echter Geheimfavorit.
In Gruppe B stellt Seattle Sounders FC (USA) die US-amerikanische Power. Mit CONCACAF-Titel und fanstarker Heimat sind sie ein echter Geheimfavorit. © Imago
In Gruppe C tritt FC Bayern München (Deutschland) als einer der Topfavoriten an. Der Rekordmeister vereint Titelroutine, internationales Format und einen breiten Kader.
In Gruppe C tritt FC Bayern München (Deutschland) als einer der Topfavoriten an. Der Rekordmeister vereint Titelroutine, internationales Format und einen breiten Kader. © Imago
SL Benfica (Portugal) spielt in Gruppe C und bringt eine reiche Fußballtradition mit. Der Klub überzeugt durch offensive Kreativität und eine der besten Nachwuchsschulen Europas.
SL Benfica (Portugal) spielt in Gruppe C und bringt eine reiche Fußballtradition mit. Der Klub überzeugt durch offensive Kreativität und eine der besten Nachwuchsschulen Europas. © Imago
CA Boca Juniors (Argentinien) ist in Gruppe C für Feuer und Leidenschaft zuständig. Der Verein lebt von seiner Geschichte und einzigartigen Fankultur – und liefert auch sportlich ab.
CA Boca Juniors (Argentinien) ist in Gruppe C für Feuer und Leidenschaft zuständig. Der Verein lebt von seiner Geschichte und einzigartigen Fankultur – und liefert auch sportlich ab. © Imago
In Gruppe C vertritt Auckland City FC (Neuseeland) die ozeanische Region. Der Rekordmeister aus der OFC beeindruckt durch Disziplin, Teamgeist und Erfahrung.
In Gruppe C vertritt Auckland City FC (Neuseeland) die ozeanische Region. Der Rekordmeister aus der OFC beeindruckt durch Disziplin, Teamgeist und Erfahrung. © Imago
CR Flamengo (Brasilien) bringt in Gruppe D südamerikanisches Flair und Angriffspower mit. Der Klub aus Rio begeistert mit Offensivfreude, Kreativität und Fankultur pur.
CR Flamengo (Brasilien) bringt in Gruppe D südamerikanisches Flair und Angriffspower mit. Der Klub aus Rio begeistert mit Offensivfreude, Kreativität und Fankultur pur. © Imago
Espérance Sportive de Tunis (Tunesien) ist in Gruppe D Afrikas Speerspitze. Der Verein punktet mit Erfahrung, physischer Stärke und kontinentalem Erfolg.
Espérance Sportive de Tunis (Tunesien) ist in Gruppe D Afrikas Speerspitze. Der Verein punktet mit Erfahrung, physischer Stärke und kontinentalem Erfolg. © Imago
In Gruppe D spielt Chelsea FC (England), einer der international erfolgreichsten englischen Klubs. Die Londoner glänzen mit taktischer Vielseitigkeit und internationalem Format.
In Gruppe D spielt Chelsea FC (England), einer der international erfolgreichsten englischen Klubs. Die Londoner glänzen mit taktischer Vielseitigkeit und internationalem Format. © Imago
Der letzte Platz in Gruppe D wird zwischen Los Angeles FC (USA) und Club América (Mexiko) ausgespielt. Beide Teams bringen Erfahrung, Ambition und Fanpower mit.
Der letzte Platz in Gruppe D wird zwischen Los Angeles FC (USA) und Club América (Mexiko) ausgespielt. Beide Teams bringen Erfahrung, Ambition und Fanpower mit. © IMAGO/David Inderlied
River Plate (Argentinien) tritt in Gruppe E an und zählt zu den traditionsreichsten Vereinen der Welt. Technik, Spielfreude und Erfahrung machen den Klub zu einem Top-Anwärter.
River Plate (Argentinien) tritt in Gruppe E an und zählt zu den traditionsreichsten Vereinen der Welt. Technik, Spielfreude und Erfahrung machen den Klub zu einem Top-Anwärter. © Imago
Urawa Red Diamonds (Japan) vertreten in Gruppe E den japanischen Fußball. Sie stehen für taktische Disziplin, intensives Pressing und leidenschaftliche Fans.
Urawa Red Diamonds (Japan) vertreten in Gruppe E den japanischen Fußball. Sie stehen für taktische Disziplin, intensives Pressing und leidenschaftliche Fans. © Imago
CF Monterrey (Mexiko) bringt in Gruppe E nordamerikanische Durchschlagskraft auf den Platz. Die „Rayados“ kombinieren Tempo, Technik und Erfahrung.
CF Monterrey (Mexiko) bringt in Gruppe E nordamerikanische Durchschlagskraft auf den Platz. Die „Rayados“ kombinieren Tempo, Technik und Erfahrung. © Imago
FC Internazionale Milano (Italien) geht in Gruppe E mit einem tief besetzten Kader an den Start. Der Traditionsklub überzeugt mit taktischer Reife und internationalem Renommee.
FC Internazionale Milano (Italien) geht in Gruppe E mit einem tief besetzten Kader an den Start. Der Traditionsklub überzeugt mit taktischer Reife und internationalem Renommee. © Imago
Fluminense FC (Brasilien) spielt in Gruppe F mit viel Rückenwind nach dem Libertadores-Titel. Kreativität, Technik und Spielfreude prägen den Klub aus Rio.
Fluminense FC (Brasilien) spielt in Gruppe F mit viel Rückenwind nach dem Libertadores-Titel. Kreativität, Technik und Spielfreude prägen den Klub aus Rio. © Imago
Borussia Dortmund (Deutschland) ist in Gruppe F die deutsche Vertretung. Tempofußball, junge Talente und emotionale Spielweise machen den BVB brandgefährlich.
Borussia Dortmund (Deutschland) ist in Gruppe F die deutsche Vertretung. Tempofußball, junge Talente und emotionale Spielweise machen den BVB brandgefährlich. © Imago
Ulsan HD FC (Südkorea) bringt in Gruppe F asiatische Präzision und taktisches Verständnis aufs Feld. Der Klub zählt zu den erfolgreichsten Vereinen Koreas.
Ulsan HD FC (Südkorea) bringt in Gruppe F asiatische Präzision und taktisches Verständnis aufs Feld. Der Klub zählt zu den erfolgreichsten Vereinen Koreas. © Imago
In Gruppe F mischt Mamelodi Sundowns FC (Südafrika) als Topteam des Kontinents mit. Ballbesitz, Struktur und Technik zeichnen den Klub aus Pretoria aus.
In Gruppe F mischt Mamelodi Sundowns FC (Südafrika) als Topteam des Kontinents mit. Ballbesitz, Struktur und Technik zeichnen den Klub aus Pretoria aus. © Imago
Manchester City FC (England) startet als Mitfavorit in Gruppe G. Unter Pep Guardiola dominieren Ballkontrolle, taktische Finesse und internationales Staraufgebot.
Manchester City FC (England) startet als Mitfavorit in Gruppe G. Unter Pep Guardiola dominieren Ballkontrolle, taktische Finesse und internationales Staraufgebot. © Imago
Wydad AC (Marokko) geht als CAF-Schwergewicht in Gruppe G ins Rennen. Mit starker Defensive und enormem Kampfgeist stellt der Klub eine echte Herausforderung dar.
Wydad AC (Marokko) geht als CAF-Schwergewicht in Gruppe G ins Rennen. Mit starker Defensive und enormem Kampfgeist stellt der Klub eine echte Herausforderung dar. © Imago
Al Ain FC (Vereinigte Arabische Emirate) ist in Gruppe G der Hoffnungsträger aus Westasien. Der Klub bringt technische Qualität und internationale Erfahrung mit.
Al Ain FC (Vereinigte Arabische Emirate) ist in Gruppe G der Hoffnungsträger aus Westasien. Der Klub bringt technische Qualität und internationale Erfahrung mit. © Imago
Juventus FC (Italien) spielt in Gruppe G mit klarem Fokus: Titelambitionen untermauert durch taktische Stabilität und internationale Routine.
Juventus FC (Italien) spielt in Gruppe G mit klarem Fokus: Titelambitionen untermauert durch taktische Stabilität und internationale Routine. © Imago
Real Madrid CF (Spanien) führt Gruppe H mit der Erfahrung eines Rekordsiegers an. Die „Königlichen“ bringen Klasse, Historie und Siegeswille auf die größte Klubbühne der Welt.
Real Madrid CF (Spanien) führt Gruppe H mit der Erfahrung eines Rekordsiegers an. Die „Königlichen“ bringen Klasse, Historie und Siegeswille auf die größte Klubbühne der Welt. © Imago
Al Hilal SFC (Saudi-Arabien) ist in Gruppe H der Topklub aus Asien. Mit internationalen Namen und strukturiertem Spiel steht Al Hilal für Qualität auf höchstem Niveau.
Al Hilal SFC (Saudi-Arabien) ist in Gruppe H der Topklub aus Asien. Mit internationalen Namen und strukturiertem Spiel steht Al Hilal für Qualität auf höchstem Niveau. © Imago
CF Pachuca (Mexiko) tritt in Gruppe H an und ist bekannt für starke Nachwuchsarbeit und taktische Cleverness. Der Klub ist seit Jahren eine Konstante in der CONCACAF.
CF Pachuca (Mexiko) tritt in Gruppe H an und ist bekannt für starke Nachwuchsarbeit und taktische Cleverness. Der Klub ist seit Jahren eine Konstante in der CONCACAF. © Imago
FC Red Bull Salzburg (Österreich) rundet Gruppe H mit intensivem Pressing, jungem Talent und modernem Fußballstil ab. Der Klub steht für Tempo und Entwicklung.
FC Red Bull Salzburg (Österreich) rundet Gruppe H mit intensivem Pressing, jungem Talent und modernem Fußballstil ab. Der Klub steht für Tempo und Entwicklung. © Imago

Klub-WM 2025: Terminflut und Spielerbelastung – Spielergewerkschaft schlägt Alarm

Die Klub-WM findet nur kurz nach dem Ende der Bundesliga-Saison und dem Nations-League-Final-Four statt, bevor wenige Wochen später bereits die neue Bundesliga-Spielzeit beginnt. Aufgrund dieser Spielanhäufung und mit Blick auf die sich verkürzende Sommerpause im kommenden Jahr wegen der Weltmeisterschaft meldeten sich nach der Bekanntgabe des Turniers kritische Stimmen, die diese Ballung von Spielen bemängeln. So bezeichnete Deutschlands oberster Fußballlehrer Julian Nagelsmann das Turnier als „eine brutale Belastung“.

Obwohl die Spielkalender über Jahre hinweg relativ stabil geblieben sind, legen Indikatoren über Verletzungen nah, dass die Belastung für Spitzenspieler im Profifußball hoch ist und mit potenziell weitreichenden gesundheitlichen Folgen einhergeht. Dies zeigt sich auch an der Zunahme spezifischer Verletzungen: Laut einer schwedischen Langzeitstudie hat sich vor allem der Anteil von Oberschenkel-Verletzungen im Zeitraum von 2001 bis 2022 verdoppelt – von zwölf auf 24 Prozent. Die Zahl gilt als ein Indiz dafür, dass die körperlichen Anforderungen, insbesondere für Spieler internationaler Top-Klubs, weiter zunehmen.

Harry Kane erleidet einen Krampf

Dabei ist der Spielplan laut einer Auswertung der Süddeutschen Zeitung auf hohem Niveau konstant geblieben. Die durchschnittliche Zahl der Saisonspiele bei den zehn am stärksten eingesetzten Spielern zeigt seit der Saison 2004/2005 keinen klaren Anstieg – sie liegt allerdings seit Jahren teils deutlich über 65, vereinzelt sogar bei über 70 Einsätzen pro Saison. Ob eine solche Belastung noch als vernünftig gelten kann, ist umstritten.

Die internationale Spielergewerkschaft FIFPRO fordert daher seit längerem eine verbindliche Obergrenze von 55 Spielen pro Saison. Eine Forderung, die auch Wilhelm Bloch, Sportmediziner an der Deutschen Sporthochschule Köln, für gerechtfertigt hält. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung sagte Bloch: „Das ist eine Zahl, die auch ich für vernünftig halte.“

Gleichzeitig profitieren Spieler durchaus finanziell von der Vielzahl an Wettbewerben. Große Turniere bringen erhebliche Einnahmen – ein nicht unerheblicher Teil davon fließt in Gehälter und Beraterhonorare. Dieses finanzielle Niveau dürfte bei einer gleichzeitigen Absenkung an Spielen kaum zu halten sein.

Fußball pausenlos - die Großveranstaltungen zwischen 2023 und 2026

Die Tabelle berücksichtigt die Termine von Top-Spielern durch die Teilnahme an der nationalen Meisterschaft – ohne nationalen Pokal und Super Cup –, der Champions League, als auch der Wettbewerbe der Nationalmannschaft.

Wettbewerb Zeitraum
Bundesliga-Saison 2023/2418. August 2023 bis 18. Mai 2024
Champions-League-Saison 2023/2419. September 2023 (ab Gruppenphase) bis 1. Juni 2024
Europameisterschaft 202414. Juni 2024 bis 14. Juli 2024
Bundesliga-Saison 2024/2523. August 2024 bis 17. Mai 2025
Champions-League-Saison 2024/2517. September 2024 (ab Ligaphase) bis 31. Mai 2025
Nations-League-Saison 2024/255. September 2024 bis 8. Juni 2025
Klub-WM 202514. Juni 2025 bis 13. Juli 2025
Bundesliga-Saison 2025/2622. August 2025 bis 16. Mai 2026
Champions-League-Saison 2025/2616. September (ab Ligaphase) bis 30. Mai 2026
Weltmeisterschaft 202611. Juni 2026 bis 19. Juli 2026
Nations-League Saison 2026/2721. September 2026 bis 13. Juni 2027

Der Rahmenterminkalender zeigt eine enge Taktung der großen Fußballwettbewerbe mit kurzen Erholungspausen für Top-Spieler. Besonders problematisch wurde die Situation im Frühjahr und Sommer 2025, wo sich eine extreme Konzentration von Spitzenwettbewerben ergibt.

Nach dem Ende der Bundesliga-Saison am 17. Mai folgt das Nations League Final Four am 4./5. und 8. Juni 2025 – gerade einmal 18 Tage später. Unmittelbar danach, am 14. Juni, beginnt die neue FIFA Klub-WM, die bis zum 13. Juli dauert. Diese Konstellation bedeutet für Nationalspieler aus erfolgreichen Bundesliga-Vereinen eine nahezu pausenlose Belastung über Monate hinweg.

Ein Jahr später droht sich dieses Szenario in ähnlicher Weise zu wiederholen: Nach Bundesliga-Ende am 16. Mai und dem Champions League-Finale am 30. Mai 2026 beginnt bereits am 11. Juni die Weltmeisterschaft – erneut mit nur minimalen Erholungspausen zwischen den Großereignissen.

Nationale Ligen unter Druck: Klub-WM könnte riesige Lücke nochmals vergrößern

Mit der Einführung der neuen Klub-Weltmeisterschaft verstärkt die FIFA ihren Einfluss auf den globalen Fußballmarkt – insbesondere im Bereich der Medienrechte. Gleichzeitig verfolgt auch die UEFA mit der Reform und Aufwertung der Champions League das Ziel, höhere Erlöse zu erzielen. In der Folge geraten nationale Wettbewerbe wie die Bundesliga oder der DFB-Pokal zunehmend unter Druck. Experten warnen vor einem Verdrängungswettbewerb um die begrenzten finanziellen Ressourcen von Fernsehsendern und Streamingplattformen.

Zwölf beeindruckende Arenen: Die Spielstätten der Klub-WM 2025

Kleines, modernes Stadion im Zentrum der Hauptstadt – 20.000 Plätze, Heim von D.C. United.
Audi Field, Washington, D.C..jpg © IMAGO/Scott Taetsch
Heimstätte der Carolina Panthers und Charlotte FC – 75.000 Plätze im Herzen von North Carolina.
Bank of America Stadium, Charlotte, North Carolina.jpg © IMAGO/Jim Dedmon
Multifunktionsarena mit 65.000 Plätzen – bekannt durch College-Football und Großevents.
Camping World Stadium, Orlando, Florida.jpg © IMAGO/Kirby Lee
Neues Fußballstadion mit 30.000 Plätzen – Heimstätte von Nashville SC, kompakt und laut.
GEODIS Park, Nashville, Tennessee.jpg © IMAGO/Steve Roberts
Eröffnungsspiel der Klub-WM – NFL-Heimstätte der Miami Dolphins, 65.000 Plätze, topmodern.
Hard Rock Stadium, Miami Gardens, Florida.jpg © IMAGO/John Mersits
Kompaktes, reines Fußballstadion mit 25.000 Plätzen – Heim von Orlando City SC
Inter&Co Stadium, Orlando, Florida.jpg © IMAGO/Zoonar.com/Êrik Lattwein
Heimstätte der Philadelphia Eagles – 69.000 Plätze, bekannt für leidenschaftliche Fans.
Lincoln Financial Field, Philadelphia, Pennsylvania.jpg © IMAGO/Kirby Lee
Heimat der Seattle Seahawks und Seattle Sounders – 69.000 Plätze, Gänsehaut-Lautstärke garantiert.
Lumen Field, Seattle, Washington.jpg © IMAGO/Jorge Martinez
Spektakuläres Design, herausfahrbares Dach, 75.000 Plätze – eine der modernsten Arenen der Welt.
Mercedes-Benz Stadium, Atlanta, Georgia .jpg © IMAGO/Dale Zanine
Das Finalstadion der Klub-WM 2025 bietet Platz für 82.500 Fans – und liegt nur einen Katzensprung von New York entfernt.
MetLife Stadium, East Rutherford, New Jersey.jpg © IMAGO/Adrian Macias
Fußballgeschichte pur: Austragungsort des WM-Finals 1994, 88.500 Plätze, ikonische Kulisse.
Rose Bowl Stadium, Pasadena, Kalifornien.jpg © IMAGO/Kirby Lee
Kompaktes Fußballstadion mit Top-Stimmung – Heimat von FC Cincinnati (MLS), 26.000 Plätze.
TQL Stadium, Cincinnati, Ohio.jpg © IMAGO/Joseph Maiorana

Die Gefahr besteht darin, dass vor allem internationale Topklubs von den neuen Einnahmequellen profitieren, während kleinere Vereine zunehmend ins Hintertreffen geraten - ein Umstand, der die Dominanz langjähriger Champions-League-Teilnehmer in ihren jeweiligen nationalen Ligen bereits darlegt. Das neue Turnierformat könnte die wirtschaftliche Kluft innerhalb der nationalen Ligen nochmals vergrößern und ihre sportliche Spannung und Attraktivität zusammen mit ihrer Vermarktbarkeit erheblich schmälern.

FIFA und UEFA im globalen Machtkampf: Gräbt die Klub-WM der Champions League das Wasser ab?

Im Ringen um Einfluss gerät die UEFA durch die FIFA-Initiative in eine heikle Lage. Mit der Ausweitung der Klub-Weltmeisterschaft stärkt die FIFA ihre Position – gerade bei den europäischen Topklubs –, einem Machtbereich, den auch die UEFA als Betreiberin der Champions League dringend benötigt.

Die neue Klub-WM, die europäische Topklubs mit erheblichen finanziellen Anreizen lockt, droht, die Champions League auf Klubebene sportlich und wirtschaftlich abzuwerten. Dass die FIFA damit die bisherige Vormachtstellung der UEFA in Europa unterminiert und die Champions League zunehmend zur „Nummer zwei“ hinter dem neuen FIFA-Turnier werden könnte, bleibt ein ernstzunehmendes Risiko.

Gianni Infantino und der Klub-WM-Pokal: in die Trophäe ist die Unterschrift des „Gründungspräsidenten“ eingraviert - also die von Infantino selbst

Der Wettstreit um Medienrechte, Sponsorengelder und sportliche Relevanz spitzt sich damit weiter zu. Wie verschiedene Berichte von The Athletic und dem Guardian verdeutlichen, sehen Beobachter in der zunehmenden Konkurrenz zwischen FIFA und UEFA eine Machtverschiebung, die den europäischen Fußball nachhaltig verändern könnte. Die UEFA steht unter Druck, ihre Wettbewerbe innovativ und finanziell attraktiv zu halten, um die Abwanderung von Vereinen und Sponsoren zu verhindern. Erst zur abgelaufenen Spielzeit unterzog der europäische Verband die Champions League einer deutlichen Erweiterung.

Diese Klubs haben Geschichte geschrieben: Alle Sieger der Klub-WM

Corinthians (Brasilien) gewann die erste Klub-WM im Jahr 2000. Im rein brasilianischen Finale gegen Vasco da Gama setzten sie sich mit 4:3 im Elfmeterschießen durch..
Corinthians (Brasilien) gewann die erste Klub-WM im Jahr 2000. Im rein brasilianischen Finale gegen Vasco da Gama setzten sie sich mit 4:3 im Elfmeterschießen durch – und schrieben Geschichte. © Imago
São Paulo FC (Brasilien) holte sich 2005 den Titel gegen den FC Liverpool. Mit einem leidenschaftlichen Auftritt und Glanzleistungen in der Defensive gewannen sie das Finale mit 1:0. Zwischen 2001 und 2004 hatte das Turnier nicht stattgefunden, weshalb São Paulos Triumph die Rückkehr der Klub-Weltmeisterschaft markierte.
São Paulo FC (Brasilien) holte sich 2005 den Titel gegen den FC Liverpool. Mit einem leidenschaftlichen Auftritt und Glanzleistungen in der Defensive gewannen sie das Finale mit 1:0. © Imago
Sport Club Internacional (Brasilien) schockte 2006 den Favoriten FC Barcelona. Ein spätes Tor reichte zum 1:0-Sieg im Finale – und zur ersten internationalen Krönung.
Sport Club Internacional (Brasilien) schockte 2006 den Favoriten FC Barcelona. Ein spätes Tor reichte zum 1:0-Sieg im Finale – und zur ersten internationalen Krönung. © Imago
AC Milan (Italien) wurde 2007 der erste europäische Klub-Weltmeister des neuen Formats. Im spektakulären Endspiel gegen Boca Juniors gewannen die Rossoneri mit 4:2.
AC Milan (Italien) wurde 2007 der erste europäische Klub-Weltmeister des neuen Formats. Im spektakulären Endspiel gegen Boca Juniors gewannen die Rossoneri mit 4:2. © Imago
Manchester United FC (England) triumphierte 2008 mit einem knappen 1:0 gegen LDU Quito. Trotz Unterzahl war es ein verdienter Titel – das Tor erzielte Wayne Rooney.
Manchester United FC (England) triumphierte 2008 mit einem knappen 1:0 gegen LDU Quito. Trotz Unterzahl war es ein verdienter Titel – das Tor erzielte Wayne Rooney. © Imago
FC Barcelona (Spanien) sicherte sich 2009 erstmals den Titel. Gegen Estudiantes aus Argentinien gelang in der Verlängerung ein 2:1 – Messi traf per Brust zum Sieg.
FC Barcelona (Spanien) sicherte sich 2009 erstmals den Titel. Gegen Estudiantes aus Argentinien gelang in der Verlängerung ein 2:1 – Messi traf per Brust zum Sieg. © Imago
Inter Mailand (Italien) dominierte 2010 das Finale gegen TP Mazembe mit 3:0. Der Klub krönte sein Triple-Jahr mit einem souveränen Weltpokal-Sieg.
FC Internazionale Milano (Italien) dominierte 2010 das Finale gegen TP Mazembe mit 3:0. Der Klub krönte sein Triple-Jahr mit einem souveränen Weltpokal-Sieg. © Imago
FC Barcelona (Spanien) dominierte 2011 eines der einseitigsten Finalspiele aller Zeiten. Gegen Santos siegten sie mit 4:0 – Messi, Xavi & Co. auf dem Höhepunkt.
FC Barcelona (Spanien) zeigte 2011 eines der einseitigsten Finalspiele aller Zeiten. Gegen Santos siegten sie mit 4:0 – Messi, Xavi & Co. auf dem Höhepunkt. © Imago
Corinthians (Brasilien) holte 2012 den zweiten Titel der Vereinsgeschichte. Im Finale gegen Chelsea war ein spätes Tor entscheidend – und São Paulo feierte.
Corinthians (Brasilien) holte 2012 den zweiten Titel der Vereinsgeschichte. Im Finale gegen Chelsea war ein spätes Tor entscheidend – und São Paulo feierte. © Imago
FC Bayern München (Deutschland) gewann 2013 mit 2:0 gegen Raja Casablanca. Das Finale war die Krönung des historischen Triple-Jahres unter Jupp Heynckes.
FC Bayern München (Deutschland) gewann 2013 mit 2:0 gegen Raja Casablanca. Das Finale war die Krönung des historischen Triple-Jahres unter Jupp Heynckes. © Imago
Real Madrid (Spanien) holte 2014 seinen ersten Klub-WM-Titel. Mit dem 2:0 gegen San Lorenzo zeigte das Team eine abgeklärte Leistung auf dem Weg zur Weltkrone.
Real Madrid CF (Spanien) holte 2014 seinen ersten Klub-WM-Titel. Mit 2:0 gegen San Lorenzo zeigte das Team eine abgeklärte Leistung auf dem Weg zur Weltkrone. © Imago
FC Barcelona (Spanien) gewann 2015 erneut – mit einem 3:0 gegen River Plate. Messi, Suárez und Neymar brillierten in einem einseitigen Finale.
FC Barcelona (Spanien) gewann 2015 erneut – mit einem 3:0 gegen River Plate. Messi, Suárez und Neymar brillierten in einem einseitigen Finale. © Imago
Real Madrid (Spanien) sicherte sich 2016 den Titel gegen Kashima Antlers. In einem spannenden Spiel traf Cristiano Ronaldo dreimal – 4:2 nach Verlängerung.
Real Madrid CF (Spanien) sicherte sich 2016 den Titel gegen Kashima Antlers. In einem spannenden Spiel traf Cristiano Ronaldo dreimal – 4:2 nach Verlängerung. © Imago
Real Madrid (Spanien) verteidigte 2017 den Titel. Gegen Grêmio aus Brasilien reichte ein Ronaldo-Freistoß zum 1:0 – es war der dritte Titel binnen vier Jahren.
Real Madrid CF (Spanien) verteidigte 2017 den Titel. Gegen Grêmio aus Brasilien reichte ein Ronaldo-Freistoß zum 1:0 – es war der dritte Titel binnen vier Jahren. © Imago
Real Madrid (Spanien) krönte 2018 eine beispiellose Klub-WM-Ära mit dem dritten Titel in Folge. Gegen Al Ain gewannen die Königlichen das Finale souverän mit 4:1.
Real Madrid CF (Spanien) krönte 2018 eine beispiellose Klub-WM-Ära mit dem dritten Titel in Folge. Gegen Al Ain gewannen sie das Finale souverän mit 4:1. © Imago
Der FC Liverpool (England) feierte 2019 seinen ersten Klub-WM-Titel. Roberto Firmino schoss das entscheidende Tor gegen Flamengo in der Verlängerung.
Der FC Liverpool (England) feierte 2019 seinen ersten Klub-WM-Titel. Roberto Firmino schoss das entscheidende Tor gegen Flamengo in der Verlängerung. © William Volcov via www.imago-images.de
FC Bayern München (Deutschland) gewann 2020 gegen Tigres mit 1:0. Damit sicherte sich der Klub sechs Titel in einem Jahr – ein historisches Kunststück.
FC Bayern München (Deutschland) gewann 2020 gegen Tigres mit 1:0. Damit sicherte sich der Klub sechs Titel in einem Jahr – ein historisches Kunststück. © Imago
Chelsea FC (England) holte 2021 erstmals die Klub-WM. In einem umkämpften Finale gegen Palmeiras fiel der Siegtreffer per Elfmeter in der Verlängerung.
Chelsea FC (England) holte 2021 erstmals die Klub-WM. In einem umkämpften Finale gegen Palmeiras fiel der Siegtreffer per Elfmeter in der Verlängerung. © Imago
Real Madrid (Spanien) feierte 2022 mit einem 5:3 gegen Al Hilal seinen insgesamt fünften Klub-WM-Titel – Rekord! Ein offensives Feuerwerk im Finale.
Real Madrid CF (Spanien) feierte 2022 mit einem 5:3 gegen Al Hilal seinen insgesamt fünften Klub-WM-Titel – Rekord! Ein offensives Feuerwerk im Finale. © Imago
Manchester City (England) dominierte das Finale 2023 gegen Fluminense mit 4:0. Pep Guardiolas Team krönte damit das historische Triple-Jahr.
Manchester City FC (England) dominierte das Finale 2023 gegen Fluminense mit 4:0. Pep Guardiolas Team krönte damit das historische Triple-Jahr. © Imago

Frauen-EM – strukturelle Nachteile durch die Klub-WM drohen

Ein weiterer Streitpunkt rund um die neue Klub-Weltmeisterschaft der FIFA betrifft den Terminkonflikt mit der Frauen-Europameisterschaft 2025. Die Klub-WM der Männer ist für den Zeitraum vom 14. Juni bis 13. Juli 2025 in den USA angesetzt, während die Frauen-EM vom 2. bis 27. Juli in der Schweiz stattfinden soll. Damit überlagert das neue Männerturnier die ersten elf Tage der Europameisterschaft der Frauen. Zwar fällt das Eröffnungsspiel der EM auf einen spielfreien Tag der Klub-WM, allerdings überschneiden sich mehrere zentrale Partien beider Turniere. So fallen das Viertelfinale sowie beide Halbfinalspiele der Klub-WM in einen Zeitraum, in dem auch EM-Spiele ausgetragen werden.

Die UEFA reagierte bislang gelassen auf die Terminkollision. Nadine Kessler, Geschäftsführerin für Frauenfußball bei der UEFA, betonte in einem Interview, dass man am bestehenden Turnierplan festhalten werde: „Wir müssen an unserem Plan festhalten, denn es ist wichtig, einen professionellen und respektierten internationalen Kalender für den Frauenfußball zu etablieren.“ Zugleich betonte sie, man sei „nicht besorgt“, da die Wettbewerbe in unterschiedlichen Ländern und Zeitzonen stattfänden.

Die Arenen der Frauen-EM 2025 – Hier rollt der Ball bei der Women‘s EURO

Der St. Jakob-Park, liebevoll „Joggeli“ genannt, ist mit 38.512 Plätzen das größte Fußballstadion der Schweiz. Er wurde von den renommierten Architekten Herzog & de Meuron entworfen und 2001 eröffnet. Während der UEFA Frauen-EM 2025 wird der St. Jakob-Park sowohl das Eröffnungsspiel als auch das Finale beherbergen und ist somit das Herzstück des Turniers.
Der St. Jakob-Park, liebevoll „Joggeli“ genannt, ist mit 38.512 Plätzen das größte Fußballstadion der Schweiz. Er wurde von den renommierten Architekten Herzog & de Meuron entworfen und 2001 eröffnet. Während der UEFA Frauen-EM 2025 wird der St. Jakob-Park sowohl das Eröffnungsspiel als auch das Finale beherbergen und ist somit das Herzstück des Turniers. © IMAGO/Priscila Bütler / SPP
Die Swissporarena in Luzern, mit 16.000 Plätzen, ist bekannt für ihre moderne Architektur. Sie wird während der UEFA Frauen-EM 2025 drei Gruppenspiele ausrichten.
Die Swissporarena in Luzern, mit 16.000 Plätzen, ist bekannt für ihre moderne Architektur. Sie wird während der UEFA Frauen-EM 2025 drei Gruppenspiele ausrichten.  © IMAGO/Philipp Kresnik / SPP
Der Kybunpark in St. Gallen, mit einer Kapazität von 17.317 Plätzen, ist die Heimat des FC St. Gallen. Während der UEFA Frauen-EM 2025 wird er drei Gruppenspiele beherbergen.
Der Kybunpark in St. Gallen, mit einer Kapazität von 17.317 Plätzen, ist die Heimat des FC St. Gallen. Während der UEFA Frauen-EM 2025 wird er drei Gruppenspiele beherbergen. © IMAGO/FC St. Gallen
Das Stade de Genève, mit 30.084 Plätzen, ist ein modernes Stadion in der Nähe des Genfersees. Es wird während der UEFA Frauen-EM 2025 drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale und ein Halbfinale beherbergen.
Das Stade de Genève, mit 30.084 Plätzen, ist ein modernes Stadion in der Nähe des Genfersees. Es wird während der UEFA Frauen-EM 2025 drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale und ein Halbfinale beherbergen. © IMAGO/Daniela Porcelli
Die Stockhorn Arena in Thun, mit einer Kapazität von 10.398 Plätzen, ist das kleinste Stadion der UEFA Frauen-EM 2025. Sie wird drei Gruppenspiele ausrichten.
Die Stockhorn Arena in Thun, mit einer Kapazität von 10.398 Plätzen, ist das kleinste Stadion der UEFA Frauen-EM 2025. Sie wird drei Gruppenspiele ausrichten. © IMAGO/Philipp Kresnik / SPP
Das Stadion Letzigrund in Zürich, bekannt für das Leichtathletik-Meeting Weltklasse Zürich, bietet Platz für 24.061 Zuschauer. Während der UEFA Frauen-EM 2025 wird es drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale und ein Halbfinale ausrichten.
Das Stadion Letzigrund in Zürich, bekannt für das Leichtathletik-Meeting Weltklasse Zürich, bietet Platz für 24.061 Zuschauer. Während der UEFA Frauen-EM 2025 wird es drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale und ein Halbfinale ausrichten. © Vedran Galijas via www.imago-images.de
Das Stade de Tourbillon in Sion, mit einer Kapazität von 14.283 Zuschauern, ist die Heimat des FC Sion. Während der UEFA Frauen-EM 2025 wird es drei Gruppenspiele beherbergen.
Das Stade de Tourbillon in Sion, mit einer Kapazität von 14.283 Zuschauern, ist die Heimat des FC Sion. Während der UEFA Frauen-EM 2025 wird es drei Gruppenspiele beherbergen. © IMAGO/Frdric Dubuis
Das Stadion Wankdorf in Bern, mit einer Kapazität von 31.500 Zuschauern, ist bekannt für seine reiche Fußballgeschichte, einschließlich des legendären „Wunders von Bern“ 1954. Für die UEFA Frauen-EM 2025 wird es drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale ausrichten.
Das Stadion Wankdorf in Bern, mit einer Kapazität von 31.500 Zuschauern, ist bekannt für seine reiche Fußballgeschichte, einschließlich des legendären „Wunders von Bern“ 1954. Für die UEFA Frauen-EM 2025 wird es drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale ausrichten. © IMAGO/Sven Sonntag

Die FIFA wiederum verweist auf den bereits vom FIFA-Rat verabschiedeten internationalen Spielkalender für die Jahre 2025 bis 2030, in dem die parallele Austragung beider Turniere vorgesehen sei. Die Planung sei, so der Verband, das Ergebnis eines notwendigen Kompromisses angesichts eines zunehmend überfüllten globalen Spielplans.

Trotz dieser offiziellen Einordnungen sehen Kritiker in der Überschneidung einen strukturellen Nachteil für die Sichtbarkeit des Frauenfußballs. Gerade in einer Phase, in der dessen internationale Aufmerksamkeit wächst, könnte die Konkurrenz durch ein hochkarätig besetztes Männerturnier negative Auswirkungen auf mediale Reichweite, TV-Quoten und wirtschaftliche Potenziale der EM haben.

Ungleichbehandlung der Teilnehmer – große Antrittsgagen für Europäer und zwielichtige Startplatz-Vergabe

Die Teilnahme am neuen FIFA-Turnier in den USA verspricht lukrative Einnahmen – allerdings nicht für alle in gleichem Maße. Denn wer wie viel verdient, hängt maßgeblich von Herkunft und Rangliste ab. Besonders europäische Klubs profitieren von einem System, das sportliche Erfolge und wirtschaftliche Stärke kombiniert – und ihnen deutlich höhere Prämien einbringt als Teilnehmer aus anderen Kontinentalverbänden.

Die Kasse jubelt mit: Europäische Teams werden bei den Antrittsgagen bevorzugt

Während für Teams aus Asien, Afrika und Nord- und Mittelamerika pauschale Antrittsgagen in Höhe von jeweils 8,4 Millionen Euro vorgesehen sind – bei den Südamerikanern sind es 13,4 Millionen, bei den Ozeaniern 3,1 Millionen –, variiert die Auszahlung an europäische Klubs deutlich: Sie können laut einem internen Papier der Klubvereinigung ECA, das dem kicker vorliegt, zwischen 11,2 und 33,5 Millionen Euro erhalten. Grundlage ist eine interne FIFA-Rangliste, die sich aus zwei Komponenten speist: einem sportlichen Koeffizienten, der auf den Ergebnissen der letzten vier Champions-League-Saisons basiert, und einer wirtschaftlichen Bewertung nach dem Umsatz der Klubs in den vergangenen vier Jahren.

RangTeamStartgeld (in Millionen Euro)
1Manchester City33,5
2Real Madrid31,5
3FC Bayern29,5
4Paris St.-Germain27,5
5FC Chelsea25,5
6Borussia Dortmund23,4
7Inter Mailand21,3
8Atletico Madrid19,3
9FC Porto17,3
10Benfica Lissabon15,3
11Juventus Turin13,3
12Red Bull Salzburg11,2
Quelle: kicker.de

Doch nicht nur die finanzielle Verteilung sorgt für Diskussionen. Auch bei der sportlichen Qualifikation scheint das Regelwerk nicht für alle gleichermaßen zu gelten. Während sich die meisten Klubs – insbesondere aus Europa – über langjährige Koeffizienten qualifizieren mussten, genügte Inter Miami, dem US-Klub von Lionel Messi, ein vergleichsweise niedrigschwelliger Erfolg: der Gewinn des MLS Supporters’ Shield, einer Auszeichnung für das punktbeste Team der MLS-Vorrunde. Meister in dieser Saison wurde nach Ausspielen der Play-offs jedoch nicht Inter Miami, sondern LA Galaxy.

Trotzdem entschied sich die FIFA dazu, den Gastgeberplatz an Inter Miami zu vergeben. Auf Nachfrage des Guardian verteidigte der Weltverband diese Entscheidung mit Verweis auf die vergangene Saison und unterstellte Kritikern gar Neid. Die nordamerikanische Liga MLS äußerte sich hingegen knapp: „Die FIFA hat den Prozess gemanagt und entschieden, den Gastgeberplatz an Inter Miami zu vergeben. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an die FIFA.“

Vermarktungsprobleme der Klub-WM – TV-Vertrag führt nach Saudi-Arabien, Ticketverkauf stockt

Noch sechs Monate vor dem Start des neu konzipierten Wettbewerbs stand die wirtschaftliche Absicherung des Turniers auf wackeligem Fundament. Insbesondere im Hinblick auf die Finanzierung der angekündigten hohen Antrittsprämien und Preisgelder fehlte lange Zeit ein zentraler Baustein: ein TV-Vertrag mit globaler Reichweite. Letztendlich sprang Streamingdienst DAZN ein und verspricht, alle Partien für die Summe von einer Milliarde US-Dollar kostenlos zu übertragen.

Parallel soll DAZN zu dieser Zeit mit dem saudischen Staatsfonds PIF über einen möglichen Einstieg verhandelt haben. Dieser soll demnach bereit gewesen sein, für zehn Prozent der Anteile an DAZN rund eine Milliarde US-Dollar zu investieren. Mitte Februar 2025 ging der Deal über die Bühne, und die dem PIF angeschlossene SURJ Sports Investment erwarb für den anvisierten Betrag Anteile am Streamingdienst, der zuletzt dem Sender Sky die Bundesliga-Konferenz streitig machen konnte. Die Beteiligung unterstreicht eindrucksvoll das weiterhin wachsende Engagement Saudi-Arabiens im internationalen Fußball - auch bei der Klub-WM trifft der PIF selbst als Sponsor auf.

Auf gute Geschäfte: Gianni Infantino und Mohammed bin Salman - Kronprinz von Saudi-Arabien und Vorsitz des Public Investment Fund

Neben der Vermarktung der Medienrechte bereitet der Ticketverkauf weiter Sorge. Bislang ist die Nachfrage verhalten – insbesondere bei Spielen ohne Beteiligung international besonders populärer Klubs. So waren wenige Tage selbst vor dem Eröffnungsspiel zwischen Inter Miami mit Zugpferd Lionel Messi und Al-Ahly lediglich rund ein Drittel der verfügbaren Eintrittskarten abgesetzt.

Um dem schwachen Verkauf entgegenzuwirken, hat die FIFA bereits Maßnahmen ergriffen. Neben allgemeinen Preissenkungen und der Einführung eines dynamisches Preissystem, bei dem sich die Ticketkosten an der Nachfrage ausrichten, wird unter anderem mit exklusiven Vorteilen geworben, etwa einem Vorkaufsrecht für Tickets zur Weltmeisterschaft 2026.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zur Kritik an der FIFA Klub-WM 2025

Welche Terminprobleme entstehen durch die Klub-WM 2025?

Die Klub-WM kollidiert im Sommer 2025 mit mehreren wichtigen Turnieren: den Frauen-Europameisterschaften in der Schweiz, dem Nations League Finals und der U21-Europameisterschaft. Dies führt zu Überschneidungen und zusätzlicher Belastung für Spieler und Verbände.

Warum kritisieren Spielergewerkschaften die neue Klub-WM?

Die europäische Spielergewerkschaft FIFPro und die European Leagues warnen vor der dramatischen Zunahme der Spielerbelastung. Sie sehen das Risiko von Verletzungen, Leistungsabfall und verkürzten Karrieren durch die ständige Zusatzbelastung ohne ausreichende Regenerationspausen.

Wie wirkt sich die Klub-WM auf nationale Ligen aus?

Die enormen Preisgelder der Klub-WM (über eine Milliarde US-Dollar) drohen die finanzielle Kluft zwischen Top-Clubs und kleineren Vereinen drastisch zu verstärken. Dies bedroht die Wettbewerbsfähigkeit nationaler Ligen und schadet dem Vereinsfußball auf nationaler Ebene.

Warum wird Gianni Infantino persönlich kritisiert?

FIFA-Präsident Infantino wird vorgeworfen, die Klub-WM als persönliches Prestigeprojekt zu betreiben, ohne Rücksicht auf Spieler, Fans oder traditionelle Strukturen zu nehmen. Seine engen Verbindungen zu Saudi-Arabien und die intransparente Finanzierung des Turniers sorgen für zusätzliche Kritik.

(nki)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sam Navarro

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