Münchner Schwimm-Star sendet vor Bürgerentscheid klare Botschaft an Olympia-Kritiker
Mit Spannung wird die Entscheidung über eine mögliche Olympia-Bewerbung der Stadt München erwartet. Ein Ex-Schwimm-Star argumentiert gegen die Kritiker.
München – Am Sonntag (26. Oktober) entscheidet sich, ob München sich für die Austragung der Olympischen Spielen in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll (alle Entwicklungen im Live-Ticker). Mit Thomas Müller oder Julian Nagelsmann haben sich bereits einige Größen aus dem Fußball für eine Olympia-Bewerbung eingesetzt, auch Ex-Ski-Star Felix Neureuther stimmt dafür – genauso wie die Ex-Schwimmerin Alexandra Wenk.
Vor dem Ergebnis des Bürgerentscheids betont sie die Vorteile, die eine Austragung der Spiele für den Spitzen- und Breitensport mit sich bringen könnte. Wenk, die selbst an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro teilnahm, sieht in der bestehenden Infrastruktur Münchens eine ideale Grundlage. „Allein von der bestehenden Infrastruktur her würde sich München aus meiner Sicht sehr gut eignen“, erklärt Wenk in einem Interview mit t-online.
Wenk sieht große Chance für Spitzen- und Breitensport
Die Sportstätten von 1972, die immer noch genutzt werden, könnten laut Wenk optimal für die Spiele eingesetzt werden. „Der Olympiapark ist immer noch vorhanden“, fügt sie hinzu. Entgegen der Meinung zahlreicher Kritiker wären die Spiele nach Ansicht der Ex-Schwimmerin nicht nur eine Investition in den Spitzensport, sondern könnten auch den Breitensport stärken, indem sie Sportstätten aufwerten und renovieren.
Auf eine entsprechende Frage entgegnet sie: „Das sehe ich gänzlich anders. Schließlich blieben nach den Spielen die Sportstätten stehen und könnten für den Breitensport genutzt werden. Und auch im Vorfeld würde bereits etwas passieren. Etwa, dass Schwimmbäder renoviert und saniert werden müssen, damit dort zum Beispiel Schwimmstunden abgehalten werden können. Nicht, damit Kinder zu Olympiasiegern gemacht werden, sondern damit sie einfach sicher im Wasser sind.“
Rodler dominieren – die deutschen Olympia-Ikonen mit den meisten Medaillen
Auch ansonsten sei sie der Meinung, „dass die Begeisterung für das Ereignis ansteckend wäre und dadurch Menschen mehr Sport machen würden.“ Laut Wenk bestünde die Möglichkeit, dass die Olympischen Spiele in München neue Idole schaffen. „Es würde plötzlich wieder Helden geben“, sagt sie und verweist darauf, dass dies besonders die jüngere Generation inspirieren könnte.
Ob sie selbst einen Job bei einer möglichen Olympia-Austragung in ihrer Heimatstadt übernehmen würde, lässt Wenk offen. „Zurück in den Sport zu gehen, wäre natürlich ein Traum. In welcher Position kann ich so nicht sagen. Vielleicht mit meiner Schwimmschule. Oder als Botschafterin für die Olympischen Spiele in München. Unverhofft kommt ja bekanntlich oft“, so die 30-Jährige, die in München mit drei Freundinnen eine Schwimmschule leitet.
Damit der Bürgerentscheid gültig ist, müssen mindestens zehn Prozent der rund 1,1 Millionen Wahlberechtigten abstimmen. Die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet, zuvor konnte bereits per Briefwahl abgestimmt werden. Die ersten Resultate werden am Abend erwartet. (dwe)