VonTim Althoffschließen
Die deutsche Mannschaft hat sich in Österreich erneut blamiert. Das quittierten die österreichischen Fans mit Häme und Spott für die DFB-Stars.
Wien ‒ Auf dem Weg zur EM 2024 kann es für das DFB-Team kaum noch schlimmer kommen. Die beiden Testspiele zum Jahresende sollten die während der USA-Reise begonnene Wende fortführen, stattdessen entpuppten sich die Prestige-Duelle als weitere Tiefpunkte. Erst das gefühlte Auswärtsspiel samt Niederlage gegen die Türkei, dann auch noch eine krachende Pleite gegen die österreichischen Nachbarn in Wien.
ÖFB-Fans singen: „Wer nicht hüpft, der ist ein Deutscher“
Die deutsche Elf brachte kaum Einsatzbereitschaft auf den Platz, Leroy Sané ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen und zu allem Überfluss war die Niederlage auch noch hochverdient. Die Österreicher konnten gar nicht genug von dem Spiel kriegen. Nach dem Platzverweis und kurz vor Abpfiff hallte Häme und Spott durch das Ernst-Happel-Stadion.
Schon während der Nationalhymne gab es einige Pfiffe und nach der Roten Karte hieß es „Wer nicht hüpft, der ist ein Deutscher“. Kurz vor Spielende wurde die Nagelsmann-Elf zudem mit „Auf Wiedersehen“-Gesängen vom Rasen geleitet und die Verbands-Verantwortlichen um Präsident Bernd Neuendorf bekamen mit dem Hit „Der DFB ist so im Oasch“ eine persönliche Breitseite mit auf den Weg.
Nagelsmann prangert „absurd hohe“ Ballverlustrate an und will „nicht mehr Palavern“
Nicht verwunderlich, dass Nagelsmann nach seinem vierten Spiel als Bundestrainer mit einer Mischung aus Konsternierung und Ratlosigkeit auftrat. „Ich verstehe die Sorgen der Fans, das kann ich absolut nachvollziehen“, sagte der 36-Jährige. Eine „Paradelösung“ könne er aktuell nicht anbieten. Die Ballverlustrate nannte er „absurd hoch“.
Der Bundestrainer weiß auch, dass die Mannschaft mit derartigen Leistungen nicht die Turnier-Euphorie entfacht, die in den vergangenen Jahren immer wieder von den Fans abverlangt wurde. „Wir müssen Emotionen wecken, aber das geht nicht übers Palavern, nur durch Leistung.“
DFB-Fahrplan: Nach der Türkei und Österreich warten Holland und Frankreich
Nagelsmann ist sich der „kritischen Medienlandschaft“ bewusst, wird also geahnt haben, dass es die Pressestimmen nicht gut mit seinem Team meinen werden. Auch die tz-Noten haben es mit vier Sechsen in sich.
Die letzte Chance, für Vorfreude auf die EM im eigenen Land zu sorgen, bietet sich im März. Der DFB plant Testspiele gegen die Niederlande und Frankreich. Dass es nach dem Österreich-Spiel nur noch besser werden kann, sollte man also nicht behaupten.
Rubriklistenbild: © Imago/Schüler/Matthias Koch

