Laura Dahlmeiers Todesursache: Was bislang feststeht – und was ungeklärt bleibt
VonPhilipp Kuserau
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Benedict Hottner
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Laura Dahlmeier starb während einer Bergtour. Die Todesursache und die Hintergründe sind noch offen. Was derzeit bekannt ist – und was nicht.
Update vom 30. Juli 2025, 18.18 Uhr: Ganz Deutschland und die gesamte Wintersport-Welt befindet sich in großer Trauer aufgrund des tödlichen Unglücks von Laura Dahlmeier. Und obwohl die Biathlon-Ikone bislang nicht geborgen werden konnte, wurde sie traurigerweise am Mittwoch (30. Juli) offiziell für tot erklärt.
Dabei erfolgte die Todeserklärung Laura Dahlmeiers auf Grundlage einer Gesamtbetrachtung der verfügbaren Erkenntnisse, obwohl keine direkte medizinische Bestätigung vor Ort möglich war. Schlechte Sichtverhältnisse und das Wetter machten eine Bergung Dahlmeiers im Karakorum-Gebirge bekanntlich nicht möglich.
Der Hintergrund: Ihre Seilpartnerin Marina Krauss konnte nach dem Steinschlagvorfall trotz stundenlanger Bemühungen keine Lebenszeichen mehr feststellen und musste sich aufgrund der anhaltenden Gefahr aus der unmittelbaren Unfallzone zurückziehen. Bei einem Hubschrauberüberflug am 29. Juli wurde Dahlmeier zwar gesichtet, jedoch waren auch aus der Luft keine Anzeichen von Leben erkennbar.
Das Management Dahlmeiers erklärte daher, dass aufgrund der Schilderungen der Seilpartnerin zur Schwere der erlittenen Verletzungen sowie der Erkenntnisse aus dem Hubschrauberflug vom sofortigen Tod ausgegangen werden müsse. Diese Einschätzung basierte somit auf den Aussagen der direkten Augenzeugin des Unfalls sowie den Beobachtungen der Rettungskräfte, auch wenn eine unmittelbare ärztliche Untersuchung aufgrund der extremen Gefahrenlage nicht durchführbar war.
Was ist über die Todesursache von Laura Dahlmeiers Tod bekannt?
Ihre Seilpartnerin, die ebenfalls erfahrene Bergsteigerin Marina Krauss, setzte sofort einen Notruf ab und versuchte über viele Stunden hinweg, Dahlmeier im schwierigen Gelände zu erreichen und zu retten. Doch anhaltender Steinschlag und die gefährlichen Umstände machten jede Hilfe unmöglich.
Der dramatische Rückzug erfolgte schließlich in der Nacht – nachdem die Seilpartnerin keine Lebenszeichen mehr von Dahlmeier wahrnehmen konnte. Am Dienstag überflog ein Helikopter das Gebiet, konnte ebenfalls keine Überlebenszeichen mehr feststellen. Die Schilderungen der Seilpartnerin zu den Geschehnissen und zur Schwere der Verletzungen lassen darauf schließen, dass Dahlmeier vermutlich sofort tot war.
Familie, Freunde und die Biathlon-Welt: Die wichtigsten Menschen im Leben von Laura Dahlmeier
Steinschlag und extreme Bedingungen: So gefährlich ist der Laila Peak
Der 6.069 Meter hohe Laila Peak gilt unter Extrembergsteigern als einer der technisch schwierigsten Berge der Welt. Besonders gefürchtet ist das Gebiet für seine brüchigen Felsformationen und häufigen Steinschläge – eine Gefahr, die letztlich auch Laura Dahlmeier das Leben kostete.
„Die Gesteinsbeschaffenheit macht jeden Aufstieg zu einem Glücksspiel“, erklärte Bergsteiger-Legende Reinhold Messner, der zunächst noch Hoffnung auf eine erfolgreiche Rettung hatte. Die Wetterbedingungen rund um den Gipfel verschärfen das Risiko zusätzlich: Plötzlicher Schneefall, Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, heftige Winde und instabile Schneedecken machen Rettungseinsätze nahezu unmöglich und erschweren ein Überleben erheblich.
Todesursache: Was vermutet werden kann – und was nicht
Die genaue medizinische Todesursache von Laura Dahlmeier ist bislang nicht offiziell bestätigt worden – ob es eine Obduktion geben wird, ist aufgrund der Umstände bislang unklar. Klar ist: Der Steinschlag war Auslöser des Unglücks. Offen bleibt jedoch, ob Dahlmeier durch die Wucht der herabfallenden Steine sofort ums Leben kam oder ob andere Faktoren – wie Unterkühlung, die extreme Höhe oder fehlende medizinische Hilfe – zum Tod beigetragen haben könnten.
Die Bergung ihrer Leiche ist unter den aktuellen Bedingungen nicht möglich. In einer Mitteilung ihres Managements heißt es: „Es war Laura Dahlmeiers ausdrücklicher und niedergeschriebener Wille, dass in einem Fall wie diesem niemand sein Leben riskieren darf, um sie zu bergen. Ihr Wunsch war es, ihren Leichnam in diesem Fall am Berg zurückzulassen.“ Die Familie bittet ausdrücklich darum, diesen Wunsch zu respektieren – und sich in der Trauerzeit zurückzuhalten. (BenHot)