Unglück in Pakistan

Laura Dahlmeiers Todesursache: Was bislang feststeht – und was ungeklärt bleibt

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  • Benedict Hottner
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Laura Dahlmeier starb während einer Bergtour. Die Todesursache und die Hintergründe sind noch offen. Was derzeit bekannt ist – und was nicht.

Update vom 30. Juli 2025, 18.18 Uhr: Ganz Deutschland und die gesamte Wintersport-Welt befindet sich in großer Trauer aufgrund des tödlichen Unglücks von Laura Dahlmeier. Und obwohl die Biathlon-Ikone bislang nicht geborgen werden konnte, wurde sie traurigerweise am Mittwoch (30. Juli) offiziell für tot erklärt.

Dabei erfolgte die Todeserklärung Laura Dahlmeiers auf Grundlage einer Gesamtbetrachtung der verfügbaren Erkenntnisse, obwohl keine direkte medizinische Bestätigung vor Ort möglich war. Schlechte Sichtverhältnisse und das Wetter machten eine Bergung Dahlmeiers im Karakorum-Gebirge bekanntlich nicht möglich.

Der Hintergrund: Ihre Seilpartnerin Marina Krauss konnte nach dem Steinschlagvorfall trotz stundenlanger Bemühungen keine Lebenszeichen mehr feststellen und musste sich aufgrund der anhaltenden Gefahr aus der unmittelbaren Unfallzone zurückziehen. Bei einem Hubschrauberüberflug am 29. Juli wurde Dahlmeier zwar gesichtet, jedoch waren auch aus der Luft keine Anzeichen von Leben erkennbar.

Das Management Dahlmeiers erklärte daher, dass aufgrund der Schilderungen der Seilpartnerin zur Schwere der erlittenen Verletzungen sowie der Erkenntnisse aus dem Hubschrauberflug vom sofortigen Tod ausgegangen werden müsse. Diese Einschätzung basierte somit auf den Aussagen der direkten Augenzeugin des Unfalls sowie den Beobachtungen der Rettungskräfte, auch wenn eine unmittelbare ärztliche Untersuchung aufgrund der extremen Gefahrenlage nicht durchführbar war.

Erstmeldung vom 30. Juli 2025: München – Die ehemalige Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier ist bei einem tragischen Bergunfall im pakistanischen Karakorum-Gebirge gestorben. Die Todesursache ist bislang noch nicht vollkommen klar. Wie ihr Management bestätigte, war die 31-Jährige am Montag auf etwa 5.700 Metern Höhe am Laila Peak unterwegs, als sie von einem Steinschlag getroffen wurde.

Was ist über die Todesursache von Laura Dahlmeiers Tod bekannt?

Ihre Seilpartnerin, die ebenfalls erfahrene Bergsteigerin Marina Krauss, setzte sofort einen Notruf ab und versuchte über viele Stunden hinweg, Dahlmeier im schwierigen Gelände zu erreichen und zu retten. Doch anhaltender Steinschlag und die gefährlichen Umstände machten jede Hilfe unmöglich.

Der dramatische Rückzug erfolgte schließlich in der Nacht – nachdem die Seilpartnerin keine Lebenszeichen mehr von Dahlmeier wahrnehmen konnte. Am Dienstag überflog ein Helikopter das Gebiet, konnte ebenfalls keine Überlebenszeichen mehr feststellen. Die Schilderungen der Seilpartnerin zu den Geschehnissen und zur Schwere der Verletzungen lassen darauf schließen, dass Dahlmeier vermutlich sofort tot war.

Familie, Freunde und die Biathlon-Welt: Die wichtigsten Menschen im Leben von Laura Dahlmeier

2016 erzählen Susi (li.) und Andreas Dahlmeier im Gespräch mit Merkur.de stolz von der Karriere ihrer Tochter.
2016 erzählen Susi (li.) und Andreas Dahlmeier im Gespräch mit Merkur.de stolz von der Karriere ihrer Tochter. © Mayr
Auch Lauras Vater Andreas Dahlmeier (r.) ist passionierter Alpinist und Bergsteiger. Hier sind die beiden in einer ZDF-Doku aus dem Jahr 2024 zu sehen.
Auch Lauras Vater Andreas Dahlmeier (r.) ist passionierter Alpinist und Bergsteiger. Hier sind die beiden in einer ZDF-Doku aus dem Jahr 2024 zu sehen. © ZDF-Mediathek
Genau wie Dahlmeiers Mutter war auch ihre Tante Regina Stiefl (im Bild) eine Mountainbike-Sportlerin. Hier ist sie bei den Deutschen Meisterschaften 1995 zu sehen.
Genau wie Dahlmeiers Mutter war auch ihre Tante Regina Stiefl (im Bild) eine Mountainbike-Sportlerin. Hier ist sie bei den Deutschen Meisterschaften 1995 zu sehen. © Thomas Zimmermann/IMAGO
Ihr Bruder Pirmin (li.) begleitete Laura Dahlmeier gerne beim freizeitlichen Alpinsport.
Ihr Bruder Pirmin (li.) begleitete Laura Dahlmeier gerne beim freizeitlichen Alpinsport. © Instagram Laura Dahlmeier
Schon damals ein schwerer Schlag: Dahlmeiers Ex-Freund Robert Grasegger (r.) verunglückte 2022 beim Bergsteigen. Er starb im Alter von nur 29 Jahren.
Schon damals ein schwerer Schlag: Dahlmeiers Ex-Freund Robert Grasegger (r.) verunglückte 2022 beim Bergsteigen. Er starb im Alter von nur 29 Jahren. © Laura Dahlmeier Instagram
Eine von Dahlmeiers großen Vorbildern: Kati Wilhelm, wie Dahlmeier selbst Olympiasiegerin im Biathlon.
Ein großes Vorbild von Dahlmeier: Kati Wilhelm (r.), wie Dahlmeier selbst Olympiasiegerin im Biathlon. © Peter Hartenfelser/IMAGO
Wintersport-Legende Magdalena Neuner war ein weiteres großes Idol: Hier präsentieren im Jahr 2019 beide ihren Pegasos-Preis.
Wintersport-Legende Magdalena Neuner war ein weiteres großes Idol: Hier präsentieren im Jahr 2019 beide ihren Pegasos-Preis.  © Malte Ossowski/SVEN SIMON/IMAGO
Als Dahlmeier (li.) in Pakistan verunglückt, ist sie mit ihrer Seilpartnerin Marina Krauss (r.) gemeinsam unterwegs.
Als Dahlmeier (li.) in Pakistan verunglückt, ist sie mit ihrer Seilpartnerin Marina Krauss (r.) gemeinsam unterwegs.  © Instagram @ shiptontrekking
Eine von Dahlmeiers besten Freundinnen aus der Biathlon-Welt: Maren Hammerschmidt.
Eine von Dahlmeiers besten Freundinnen aus der Biathlon-Welt: Maren Hammerschmidt (r.). © Ernst Wukits/IMAGO
Gemeinsam besuchten die beiden die Allianz Arena des FC Bayern ...
Gemeinsam besuchten die beiden die Allianz Arena des FC Bayern ... © Instagram Laura Dahlmeier
... oder unternehmen Radtouren quer durch diverse Naturlandschaften.
... oder unternahmen Radtouren quer durch diverse Naturlandschaften. © Instagram Laura Dahlmeier
Viel Spaß im deutschen Biathlon-Team: Dahlmeier (li.) mit Hammerschmidt und Denise Herrmann (r.).
Viel Spaß im deutschen Biathlon-Team: Dahlmeier (li.) mit Hammerschmidt und Denise Herrmann (r.). © EIBNER/Marcel Engelbrecht
Ein alter Schnappschuss aus dem Jahr 2013: Teamkollegin Andrea Henkel und Trainer Gerald Hönig mit Laura Dahlmeier.
Ein alter Schnappschuss aus dem Jahr 2013: Teamkollegin Andrea Henkel und Trainer Gerald Hönig mit Laura Dahlmeier. © imago sportfotodienst
Zu vielen ihrer Teamkolleginen pflegt Dahlmeier ein gutes Verhältnis. Hier läuft sie gemeinsam mit Biathlon-Co-Star Franziska Preuß (li.).
Zu vielen ihrer Teamkolleginen pflegte Dahlmeier ein gutes Verhältnis. Hier läuft sie beim Weltcup in Ruhpolding 2019 gemeinsam mit Biathlon-Co-Star Franziska Preuß (li.). © Eberhard Thonfeld
Evi Sachenbacher-Stehle (li.) trat mit Dahlmeier in zahlreichen Staffel-Wettbewerben an - wie hier beim Weltcup in Ruhpolding 2014.
Evi Sachenbacher-Stehle (l.) trat mit Dahlmeier in zahlreichen Staffel-Wettbewerben an - wie hier beim Weltcup in Ruhpolding 2014. © imago sportfotodienst
Hier ist Dahlmeier 2015 beim Weltcup in Südtirol mit Luise Kummer (r.) zu sehen, die ihre Karriere inzwischen ebenfalls beendet hat.
Hier ist Dahlmeier 2015 beim Weltcup in Südtirol mit Luise Kummer (r.) zu sehen, die ihre Karriere inzwischen ebenfalls beendet hat. © imago sportfoto
Freunde und Teamkolleginnen: Karolin Horchler (v. l. n. r.), Laura Dahlmeier, Miriam Gössner und Maren Hammerschmidt.
Freunde und Teamkolleginnen beim Weltcup in Ruhpolding 2016: Karolin Horchler (v. l. n. r.), Laura Dahlmeier, Miriam Gössner und Maren Hammerschmidt. © IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne
Die Siegerstaffel: Gemeinsam mit Vanessa Hinz (li.), Arnd Peiffer (2. v. r.) und Simon Schempp (r.) gewann Dahlmeier 2017 ihre einzige WM-Goldmedaille in der Mixed-Staffel.
Die Siegerstaffel: Gemeinsam mit Vanessa Hinz (li.), Arnd Peiffer (2. v. r.) und Simon Schempp (r.) gewann Dahlmeier 2017 ihre einzige WM-Goldmedaille in der Mixed-Staffel. © imago sportfotodienst
Gold beim Weltcup 2018 in Ruhpolding an der Seite von Franziska Hildebrand (m. l.), Denise Herrmann (m. r.) und Franziska Preuß (r.).
Gold beim Weltcup 2018 in Ruhpolding an der Seite von Franziska Hildebrand (m. l.), Denise Herrmann (m. r.) und Franziska Preuß (r.). © Eberhard Thonfeld/IMAGO
Laura Dahlmeiers „Entdecker“ und großer Förderer: DSV-Trainer Bernhard Kröll.
Laura Dahlmeiers „Entdecker“ und großer Förderer: DSV-Trainer Bernhard Kröll. © IMAGO
Gemeinsam mit Florian Graf gewann Dahlmeier 2013 die World Team Challenge.
Gemeinsam mit Florian Graf gewann Dahlmeier 2013 die World Team Challenge.  © imago sportfotodienst
Gemeinsam mit Experte und Ex-Biathlet Sven Fischer trat Dahlmeier im Fernsehen auf.
Gemeinsam mit Experte und Ex-Biathlet Sven Fischer trat Dahlmeier im Fernsehen auf. © Eberhard Thonfeld/IMAGO
Gemeinsam mit Langläufer Peter Schlickenrieder verwirklichte Dahlmeier zahlreiche Projekte in den Bergen.
Gemeinsam mit Langläufer Peter Schlickenrieder verwirklichte Dahlmeier zahlreiche Projekte in den Bergen. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler
Privat ging es ständig hoch hinaus: Hier mit Bergsportlerin Tamara Lunger (li.).
Privat geht es ständig hoch hinaus: Hier mit Bergsportlerin Tamara Lunger (li.).  © Instagram Laura Dahlmeier
Anschluss an die nächste Generation: Dahlmeier beim Wandern mit Biathlon-Nachwuchsstar Julia Tannheimer (li.).
Anschluss an die nächste Generation: Dahlmeier beim Wandern mit Biathlon-Nachwuchsstar Julia Tannheimer (li.).  © Instagram Laura Dahlmeier

Steinschlag und extreme Bedingungen: So gefährlich ist der Laila Peak

Der 6.069 Meter hohe Laila Peak gilt unter Extrembergsteigern als einer der technisch schwierigsten Berge der Welt. Besonders gefürchtet ist das Gebiet für seine brüchigen Felsformationen und häufigen Steinschläge – eine Gefahr, die letztlich auch Laura Dahlmeier das Leben kostete.

„Die Gesteinsbeschaffenheit macht jeden Aufstieg zu einem Glücksspiel“, erklärte Bergsteiger-Legende Reinhold Messner, der zunächst noch Hoffnung auf eine erfolgreiche Rettung hatte. Die Wetterbedingungen rund um den Gipfel verschärfen das Risiko zusätzlich: Plötzlicher Schneefall, Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, heftige Winde und instabile Schneedecken machen Rettungseinsätze nahezu unmöglich und erschweren ein Überleben erheblich.

Der plötzliche Tod von Laura Dahlmeier schockt die gesamte Sport-Welt. Über die genaueren Umstände des Unglücks ist erst wenig bekannt. (Archivfoto)

Todesursache: Was vermutet werden kann – und was nicht

Die genaue medizinische Todesursache von Laura Dahlmeier ist bislang nicht offiziell bestätigt worden – ob es eine Obduktion geben wird, ist aufgrund der Umstände bislang unklar. Klar ist: Der Steinschlag war Auslöser des Unglücks. Offen bleibt jedoch, ob Dahlmeier durch die Wucht der herabfallenden Steine sofort ums Leben kam oder ob andere Faktoren – wie Unterkühlung, die extreme Höhe oder fehlende medizinische Hilfe – zum Tod beigetragen haben könnten.

Die Bergung ihrer Leiche ist unter den aktuellen Bedingungen nicht möglich. In einer Mitteilung ihres Managements heißt es: „Es war Laura Dahlmeiers ausdrücklicher und niedergeschriebener Wille, dass in einem Fall wie diesem niemand sein Leben riskieren darf, um sie zu bergen. Ihr Wunsch war es, ihren Leichnam in diesem Fall am Berg zurückzulassen.“ Die Familie bittet ausdrücklich darum, diesen Wunsch zu respektieren – und sich in der Trauerzeit zurückzuhalten. (BenHot)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Eibner

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