Der DFB braucht sehr wahrscheinlich eine neue Bundestrainerin, kann im laufenden Suchprozess aber nicht auf Britta Carlson setzen.
Frankfurt – Es war schon irgendwie zu erwarten. Britta Carlson, die nicht gerne in der Öffentlichkeit steht und ihrer Arbeit lieber im Hintergrund nachkommt, hat am Dienstag ausgeschlossen, dass sie als mögliche Nachfolgerin von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zur Verfügung steht.
Britta Carlson
Geburtsdatum:
3. März 1978 (Alter 45 Jahre), Kiel
Verein:
Deutsche Frauen-Fußball-Nationalmannschaft
Position:
Co-Trainerin
Letztes Spiel:
30. April 2011 für VfL Wolfsburg
Statt beim DFB: Britta Carlson will lieber Vereinstrainerin werden
„Ich bin gerne Co-Trainerin. Ich glaube, das ist das, was ich sehr gut kann“, sagte Carlson während einer Pressekonferenz des DFB in Frankfurt. Ja, sie könne sich vorstellen, irgendwann einmal Cheftrainerin zu sein. Carlson betonte dabei, dass das aber eher auf Vereinsebene der Fall sein werde. „Das kommt für mich auf nationaler Ebene nicht infrage.“ Das habe persönliche Gründe, die sie nicht näher erläutern wolle.
Neben Carlson stand eine Person im Vordergrund, die während der Medienrunde gar nicht anwesend war. Die Rede ist von Bundestrainerin Voss-Tecklenburg, die seit Wochen krankgeschrieben ist. Der DFB ließ jedoch alle Fragen zu ihrer Zukunft offen. Hinter der Personalie Voss-Tecklenburg steht also weiterhin ein dickes Fragezeichen. Ihr Ehemann gab vor Kurzem Einblicke in seine Gefühlswelt.
„Wir haben Stand heute nicht die Möglichkeit, die Dinge in die Öffentlichkeit zu geben. Wenn wir die haben, werden wir alle Erkenntnisse der Gespräche der Öffentlichkeit mitteilen“, ließt der DFB verlauten. Der Spielbetrieb geht allerdings weiter, in den kommenden Tagen stehen für die Frauen-Nationalmannschaft zwei Spiele in der neuen Nations League bevor.
An diesem Freitag (18 Uhr) geht es in Viborg gegen Dänemark, am darauffolgenden Mittwoch wird der Rasen in Bochum gegen die Auswahl aus Island beansprucht. Carlson wird das Team um Kapitänin Alexandra Popp bei diesen Begegnungen chefverantwortlich betreuen.
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Britta Carlson: „Stehe nicht gerne in der ersten Reihe“
Carlson stehe nun eine neue Situation bevor, meinte sie. Sie sei eigentlich „nicht der Mensch, der gerne in der ersten Reihe steht“. Für Carlson und das DFB-Team geht es zwei Monate nach dem blamablen Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft um die Qualifikation für Olympia. Zeit zum Eingewöhnen bleibt da nicht. Für alle Beteiligten.
Der Rucksack wiegt viel, aufgrund der Erkrankung von Voss-Tecklenburg ist das Debakel vom Turnier in Australien und Neuseeland noch nicht aufgearbeitet und analysiert worden. Was Carlson indes wichtig war: Sie wollte die Spekulationen, nach dem Vorrunden-Aus sei das Verhältnis zu Voss-Tecklenburg massiv gestört, nicht einfach so stehen lassen. „Unser Verhältnis hat sich nicht verändert“, dementierte Carlson. (aoe)