Vor dem Bundesliga-Auftakt des FC Bayern am Freitag gegen RB Leipzig brodelt es beim Rekordmeister. Grund: die Transfer-Strategie.
München – Vincent Kompany ließ keinen Zweifel daran, dass er heiß auf den Bundesliga-Auftakt am Freitag (20.30 Uhr, Sat 1 und Sky) gegen RB Leipzig ist: „Wir haben Bock!“ Nach seinem Premieren-Jahr auf der Trainerbank des FC Bayern weiß der belgische Fußballlehrer, dass er vor allem in der Anfangsphase einer neuen Saison ordentlich Druck auf dem Kessel ist – und Faktoren wie die kurze Vorbereitung wegen der Klub-WM oder der dünn besetzte Kader in der Bewertung seiner Arbeit keine Rolle spielen.
„Wir sind mental da. Der Hunger ist da. Ich habe keine Lust, über irgendwelche negativen Dinge zu sprechen. Ich mag nicht diese Opfer-Position. Ich hasse das“, gibt der belgische Fußballlehrer die Marschrichtung für die anstehende Spielzeit vor.
Eberl reagiert auf Hoeneß-Aussagen
Worüber am Donnerstagmorgen auf der Abschlusspressekonferenz in aller Ausführlichkeit gesprochen wurde, waren die jüngsten Aussagen von Uli Hoeneß. Der Ehrenpräsident hatte Sportvorstand Max Eberl medial – und damit öffentlichkeitswirksam – nahegelegt, im anstehenden Transfer-Endspurt neue Spieler lediglich zu leihen und nicht zu kaufen.
Als der Sportchef im Presse-Stüberl an der Säbener Straße mit den Aussagen konfrontiert wurde, blieb er anfangs noch recht sachlich: Was Hoeneß in der Öffentlichkeit sage, werde laut Eberl auch intern angesprochen. Der Arbeitsauftrag vom Tegernsee überraschte den Sportvorstand also nicht: „Wir haben Kingsley Coman verkauft – zusätzlich, was nicht unbedingt der Plan war. Nick Woltemade haben wir nicht verpflichten können. Deshalb habe ich die Aufgabe bekommen, eine Leihe zu machen.“
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Bayern-Sportvorstand Max Eberl flüchtete sich in Galgenhumor
Aber überrascht es Eberl, dass er Transfer-Einnahmen nicht direkt wieder reinvestieren darf? „Über meine Gefühle möchte ich nicht sprechen. Wir haben Aufgaben, die wir lösen müssen“, antwortete der 51-Jährige schmallippig und ließ damit aber trotzdem einen Einblick in seine Gedankenwelt zu. Statt beispielsweise seinen Wunsch-Spieler Christopher Nkunku vom FC Chelsea fest zu verpflichten, muss Eberl nun auf Leihbasis kreativ werden – und flüchtet sich angesichts dieser undankbaren Aufgabe in Galgenhumor: „Vielleicht leiht ihn uns (Woltemade, Anm.d.Red.) ja Stuttgart. Wir können ja leihen. Vielleicht können wir kreativ werden.“
Eberl wurde nicht müde zu verdeutlichen, wie schwierig der „Leih-Markt“ ist: „Kaufen ist einfacher als leihen. Der Konkurrent wird nämlich sagen: Wenn ich dir einen Spieler leihe, möchte ich den Kaderplatz wieder besetzt haben – aber ich bekomme ja kein Geld von dir.“ Trotzdem werde er weiter nach kreativen Lösungen suchen.
Hier ist auch Kompany gefragt. Es Bedarf an Kreativität von der Trainerbank – in erster Linie was die Besetzung in der Offensive angeht, sollten Leistungsträger wie Harry Kane, Michael Olise, Luis Diaz oder Serge Gnabry ausfallen. „Dazu haben wir Rapha Guerreiro und Tom Bischof, die offensiv spielen können.“ Problem: Bischof wird wegen einer Not-OP am Blinddarm vorerst fehlen. Das Brodeln wird dadurch nicht weniger. Manuel Bonke, Philipp Kessler