Nur wenige Stunden nach Klub-WM-Aus

Liverpool-Star Diogo Jota: Bester Freund trägt bei Trauerfeier seinen Sarg

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Nach dem tragischen Unglück in Spanien fand am Samstag die Beerdigung von Diogo Jota statt. Zahlreiche Freunde und Teamkollegen verabschiedeten sich.

Gondomar – Zwei Tage nach dem tragischen Verkehrsunfall, bei dem Diogo Jota und sein kleiner Bruder André Silva in Spanien ums Leben kamen, sind die Brüder in ihrem Heimatort Gondomar bei Porto beigesetzt worden. An der feierlichen Zeremonie nahmen viele Freunde, Mitspieler und Weggefährten des Stars des FC Liverpool teil. Schon am Freitagabend hatte die emotionale Totenwache stattgefunden.

Verunglückter Diogo Jota: Seine Frau, drei Kinder – und besondere Beziehung in Liverpool

Geburt in Porto
Am 4. Dezember 1996 wurde Diogo Jota (Diogo José Teixeira da Silva) in Massarelos, einem Stadtteil von Porto, geboren. In dieser fußballverrückten Stadt wurde der Grundstein für eine Leidenschaft gelegt, die ihn sein ganzes Leben lang antreiben sollte. © IMAGO/Depositphotos
EM 2004 Inspiration
Im Sommer 2004 erlebte der damals 7-Jährige Portugals dramatischen Weg bis ins Finale der Heim-EM mit. Dieses prägende Erlebnis zementierte seinen Traum, eines Tages selbst für sein Land zu spielen. © IMAGO / Michi Ishijima
Bescheidene Anfänge
2005 startete er bei Gondomar SC mit einem „Pay-to-Play“-Vertrag, den seine Eltern finanzieren mussten. Diese frühe Erfahrung prägte ihn zutiefst und legte das Fundament für seine außergewöhnliche Arbeitsmoral und Bescheidenheit. © Facebook/Gondomar SC
Profidebüt
Im Januar 2015 gab er mit nur 18 Jahren sein Profidebüt bei FC Paços de Ferreira. Der Traum des Jungen aus Porto begann endlich Gestalt anzunehmen. © imago/ZUMA Press
Durchbruch in Portugal
Zwischen 2014 und 2016 erzielte er in nur 45 Pflichtspielen beeindruckende 15 Tore und bereitete zahlreiche weitere vor. Seine Leistungen lenkten die Aufmerksamkeit europäischer Scouts auf das aufstrebende Talent. © imago/ZUMA Press
Transfer zu Atlético Madrid
Im Sommer 2016 schien er für 7 Millionen Euro den Sprung in die europäische Elite geschafft zu haben. Doch er sollte nie ein einziges Pflichtspiel im Trikot der Madrilenen bestreiten – ein „Phantom-Transfer“, der zum Ausgangspunkt einer ungewöhnlichen Reise wurde. © imago/Alterphotos
Rückkehr in die Heimat
In der Saison 2016/17 wurde er von Atlético Madrid zurück an den FC Porto verliehen und erzielte in 37 Einsätzen 9 Tore. Dort gab er sein Champions League-Debüt, doch seine Leistungen reichten nicht für einen dauerhaften Verbleib aus. © imago/ZUMA Press
Strategischer Schritt nach England
Im Sommer 2017 wurde die Leihe zu den Wolves in die Championship von vielen als Rückschritt interpretiert. Doch dieser vermeintliche Rückschritt erwies sich als der brillanteste und entscheidendste Zug seiner Karriere. © imago/Uk Sports Pics Ltd
Aufstiegsheld
In der Saison 2017/18 war er mit 17 Toren maßgeblich am souveränen Aufstieg der Wolves in die Premier League beteiligt. Unter dem portugiesischen Trainer Nuno Espírito Santo fand er ein perfekt auf ihn zugeschnittenes Umfeld vor. © imago/PA Images
Premier League Hattrick
Im Januar 2019 erzielte er beim dramatischen 4:3-Sieg gegen Leicester City einen Hattrick. Damit wurde er zum zweiten Portugiesen nach seinem Idol Cristiano Ronaldo, dem dies in der Premier League gelang. © imago images/Shutterstock
A-Nationalmannschaft Debüt
Am 14. November 2019 war der Moment seines Debüts von besonderer Symbolik geprägt: Er wurde für niemand Geringeren als Cristiano Ronaldo eingewechselt.  © imago images/NurPhoto
Europa League Erfolg
In der Saison 2019/20 führte er die Wolves auf eine beeindruckende Reise durch die Europa League bis ins Viertelfinale. Dabei schrieb er Vereinsgeschichte mit zwei aufeinanderfolgenden Hattricks gegen Beşiktaş und Espanyol – eine Leistung, die vor ihm noch keinem Wolves-Spieler gelungen war. © imago images/Colorsport
Wolves Legende
Zwischen 2017 und 2020 erzielte er in 131 Spielen 44 Tore und wurde zum unumstrittenen Star des Teams. Der „Rückschritt“ in die zweite Liga hatte sich als goldrichtige Entscheidung erwiesen. © IMAGO/Action Plus
Ankunft bei Liverpool
Im September 2020 investierte Jürgen Klopps FC Liverpool bis zu 45 Millionen Pfund in das portugiesische Talent. Es war die Anerkennung für seine herausragenden Leistungen und der Beginn des glorreichsten Kapitels seiner Karriere. © imago images/Shutterstock
Traumstart
Im September 2020 trug er sich bereits bei seinem Premier-League-Debüt gegen Arsenal in die Torschützenliste ein. Sein furioser Start war nur ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. © imago images/PA Images
Freundschaft zu Jürgen Klopp
Zwischen 2020 und 2025 entwickelte sich eine besondere Freundschaft zu Trainer Jürgen Klopp, der ihn als „außergewöhnlichen Jungen“ beschrieb. Klopp erkannte nicht nur das sportliche Potenzial in Jota, sondern schätzte vor allem seinen Charakter und seine bescheidene Art. © IMAGO/Shutterstock
Historisches Tor
2020 verewigte er sich im Champions-League-Spiel gegen FC Midtjylland in den Geschichtsbüchern. Er schoss das 10.000. Tor in der langen und ruhmreichen Historie des FC Liverpool. © imago images/Colorsport
FIFA Weltklasse
Neben dem Fußball hatte Jota eine zweite große Leidenschaft: das Gaming, wo er ebenfalls Weltklasse-Niveau erreichte. Im Februar 2021 bewies er während des COVID-19-Lockdowns sein außergewöhnliches Talent mit einer perfekten Bilanz von 30:0 Siegen und erreichte den ersten Platz in der globalen Champions-Rangliste von FIFA 21 – sein Wettkampfgeist kannte keine Grenzen. © EA Sports
FA Cup Triumph
2021/22 gewann er mit Liverpool den FA Cup und krönte damit seine erste große Trophäe mit den Reds. Dieser Titel war ein wichtiger Meilenstein in seiner Entwicklung zum Leistungsträger bei einem der größten Vereine der Welt. © IMAGO/Action Plus
League Cup Erfolge
2021/22 und 2023/24 gewann er zweimal den League Cup mit Liverpool und bewies dabei seine Nervenstärke in entscheidenden Momenten. Besonders im nervenaufreibenden Elfmeterschießen gegen Leicester City war er einer der Helden, die Liverpool zum Titel führten. © imago images/Offside Sports Photography
Eigener Fan-Song von den Liverpool-Fans
Die Liverpool-Fans ehrten ihn mit einem eigenen Lied, das ihn sogar über die portugiesische Legende Luís Figo stellte: „Better than Figo don‘t you know“. „Oh, his name is Diogo“ hallte regelmäßig durch das Stadion und zeigte, welch seltene Ehre ihm die Supporters erwiesen. © IMAGO/NurPhoto
Merseyside Derby Held
2025 erzielte er sein letztes Tor ausgerechnet im prestigeträchtigen Derby gegen Everton. Dieser brillante Siegtreffer sicherte Liverpool entscheidende Punkte auf dem Weg zum Meistertitel und fasste seine gesamte Karriere zusammen: ein Moment purer Magie vor der legendären Kop-Tribüne. © IMAGO/NurPhoto
Premier League Meisterschaft
2024/25 krönte er seine Liverpool-Karriere mit dem Gewinn der Premier League, dem 20. Meistertitel für den Verein. Die Meisterschaft war der Höhepunkt seiner Zeit in Rot und bewies, dass er zu den besten Stürmern der Welt gehörte. © IMAGO/Shutterstock
Nations League Sieger
2019 und 2025 gewann er mit Portugal die Nations League. Das Finale 2025 war sein letztes Spiel für die Nationalmannschaft, in dem er gemeinsam mit der Mannschaft den Titel zum zweiten Mal gewann. © IMAGO/Crystal Pix
Liebevoller Familienvater
Er war ein hingebungsvoller Vater von drei kleinen Kindern: den Söhnen Dinis und Duarte sowie einer Tochter, die im November 2024 zur Welt kam. Freunde beschrieben ihn als einen Mann, für den der wahre Erfolg zu Hause zählte – beim Vorlesen von Gutenachtgeschichten und bei den Hausaufgaben seiner Kinder. © Instagram / @diogoj_18
Hochzeit
Am 22. Juni 2025 heiratete er seine Jugendliebe Rute Cardoso, mit der er seit 2013 zusammen war. Die Hochzeit fand nur 11 Tage vor dem tragischen Unfall statt und krönte eine über ein Jahrzehnt währende Beziehung, die durch alle Höhen und Tiefen seiner Karriere Bestand hatte. © Instagram / diogoj_18
Ein Leben in voller Blüte
Am 3. Juli 2025 endete das Leben von Diogo Jota im Alter von nur 28 Jahren auf dem absoluten Höhepunkt seines Schaffens. Er starb als frischgebackener Ehemann, liebevoller Vater, englischer Meister und Nations League-Sieger – ein Mann, der bewiesen hatte, dass Weltklasse-Leistungen auf dem Platz mit außergewöhnlicher Menschlichkeit daneben vereinbar sind. © imago images/PA Images

Neves trägt nur Stunden nach Klub-WM-Aus Jotas Sarg

Am Samstagvormittag tauchten zahlreiche frühere Mannschaftskollegen Jotas am Ort der Beisetzung auf. Neben vielen Nationalspielern wie Bruno Fernandes, Bernardo Silva und Ruben Dias erschien auch Portugal-Coach Roberto Martinez. Fast alle aktuellen und einige ehemalige Liverpool-Spieler und Trainer Arne Slot waren zugegen, Virgil van Dijk und Andrew Robertson trugen Trauerkränze in Form von Liverpool-Trikots. Auf dem Kranz van Dijks war Jotas Rückennummer 20 zu sehen.

Nur wenige Stunden nach dem Viertelfinal-Aus mit Al-Hilal bei der Klub-Weltmeisterschaft in den USA waren auch Joao Cancelo und Ruben Neves in Gondomar zugegen. Neves, ein guter Freund des verunglückten Jotas, trug während der Trauer-Prozession den Sarg. Diese führte aus der Capela da Ressurreicao in die Igreja Matriz de Gondomar Kirche.

In der kleinen Kirche in der Nähe von Porto fanden nur wenige Trauergäste aus dem engsten Kreis Platz. Viele weitere Menschen warteten in stiller Andacht und Trauer auf dem Platz vor der Kirche. Zum Ende der Trauerfeier wurden die beiden schlichten Holzsärge zu Glockengeläut aus der Kirche getragen. Jotas Ehefrau Rute Cardoso lief direkt hinter dem Sarg ihres Mannes. Priester führten den Trauerzug zum Friedhof direkt neben der Kirche an. Dort nahmen die Angehörigen schließlich Abschied von Jota.

Riesige Anteilnahme nach Jota-Unglück

Diogo Jota und sein Bruder André waren am Donnerstag auf einer spanischen Autobahn in der Region Zamora im Nordwesten des Landes verunglückt. Jota hatte erst elf Tage zuvor seine Jugendliebe Rute Cardoso geheiratet. Er hinterlässt drei Kinder und wurde nur 28 Jahre alt. Bruder André Silva, der in der zweiten portugiesischen Liga ebenfalls Fußball spielte, wurde nur 25 Jahre alt.

Viele Mitspieler und Weggefährten begleiteten die Beisetzungs-Feier von Jota.

Die Anteilnahme war nach der schrecklichen Tragödie in den Sozialen Medien hoch. Mitspieler, Vereine und Menschen aus aller Welt zollten den Verstorbenen ihren Tribut. Ex-Liverpool-Trainer Jürgen Klopp, der bei der Beerdigung nicht zugegen sein konnte, schrieb bei X: „Es bricht mir das Herz. Das ist ein Moment, in dem ich mit mir kämpfe! Es muss einen grösseren Zweck geben! Aber ich kann ihn nicht sehen!“ (mbo)

Rubriklistenbild: © Pa/PA Wire/dpa, Manu Fernandez/AP/dpa (Montage)

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