VonTim Althoffschließen
Beim FC Bayern brodelt es, alles wird hinterfragt. Lothar Matthäus behauptet jetzt, Uli Hoeneß sei schon länger unglücklich über die Vereinsführung.
München ‒ Beim FC Bayern herrscht eine Unruhe, wie sie die Bundesliga schon länger nicht erlebt hat. Nach der Entlassung von Julian Nagelsmann wurden zwei Titel verspielt, Nachfolger Thomas Tuchel wirkt ratlos und die Führungsetage um Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic scheint sich im Thema Kommunikation nicht einig zu sein. Es ist unklar, wer von den Verantwortlichen im kommenden Juli noch einen Job hat.
| Führungsetage des FC Bayern München | |
|---|---|
| Präsident: | Herbert Hainer |
| Vorstandsvorsitzender: | Oliver Kahn |
| Stellv. Vorstandsvorsitzender: | Jan-Christian Dreesen |
| Vorstand: | Hasan Salihamidzic, Andreas Jung, Dr. Michael Diederich |
Lothar Matthäus berichtet: Hoeneß schon länger nicht mehr zufrieden
So gab es schon vor der Pleite in Mainz Gerüchte um eine Kahn-Entlassung. Unter anderem soll Florian Hoeneß, der Sohn von Uli, als Nachfolger in Betracht gezogen worden sein. Sogar der Bayern-Pate selbst könne laut Medienberichten interimsweise in die aktive Klubführung zurückkehren. Der Ehrenpräsident soll laut Lothar Matthäus ohnehin nicht mehr glücklich mit der FCB-Führung sein.
So schreibt er in seiner Sky-Kolumne: „Mir wurde von mehreren Menschen berichtet, dass Uli mit der Besetzung, die er maßgeblich in der Chefetage installiert hat, seit vielen Monaten unzufrieden ist.“ Matthäus ordnet dies zwar sein und glaubt, dass eine Hoeneß-Rückkehr keine gute Lösung wäre, betont aber auch, dass es durchaus ratsam wäre, „sich den Rat und die Weisheit des Oberhauptes mal zu Herzen nehmen.“
Zweite Chance für Kahn und Salihamidzic?
Eine Rückkehr von Karl-Heinz Rummenigge sowie die Entlassung einer Führungskraft in den Schlusszügen der laufenden Saison schließt Matthäus vorerst aus. Jedoch kritisiert er „die Vorbildfunktion und die Art und Weise, wie Bayern München sich sportlich, kommunikativ und auf vielen anderen Ebenen seit längerer Zeit präsentiert.“ Nicht umsonst würde die aktive Fanszene Kritik im Stadion äußern.
Trotz aller Zweifel an Kahn und Salihamidzic glaubt Matthäus, dass man dem Führungspersonal zur nächsten Saison noch eine Chance geben kann. Das müsse eine „schonungslose Saison-Analyse“ zeigen. Dabei könnte „Brazzo“ jedoch nicht allzu gut wegkommen – denn die Statistik zeigt eine tiefrote Transfer-Bilanz des Sportvorstands.
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