VonFlorian Bajusschließen
Mats Hummels blickt auf kuriose erste Monate bei der AS Rom zurück. Der frühere Innenverteidiger von Borussia Dortmund hat einiges erlebt.
Dortmund – Mit der Vertragsunterschrift Anfang September sorgte Mats Hummels für Klarheit. Ruhe trat allerdings nicht ein, nachdem der Innenverteidiger von Borussia Dortmund zur AS Rom gewechselt war.
Hummels blickt auf Chaos in Rom zurück
Cheftrainer Daniele De Rossi wurde am 18. September entlassen und durch Ivan Jurić ersetzt. Der Kroate erlebte seinerseits nur zwölf Pflichtspiele auf der Trainerbank, am 10. November folgte nach nur vier Siegen die Entlassung. Unter seiner Leitung spielte Hummels keine Rolle, der einzige Einsatz erfolgte beim 1:5 gegen die AC Florenz am 27. Oktober, wobei Hummels kurz nach seiner Einwechslung ein Eigentor unterlief.
„In diesem Moment musste ich fast lachen, es war ein Moment, in dem alles schieflief“, blickte Hummels im Interview mit der italienischen Tageszeitung Il Messaggero auf das skurrile Roma-Debüt zurück. Es war symbolisch für den verkorksten Start in der Ewigen Stadt - denn warum er bei Jurić chancenlos war, ist ihm bis heute unklar.
„Ich weiß nicht, warum. Wenn ich ihn eines Tages wiedersehe, werde ich ihn fragen“, entgegnete der Routinier auf eine entsprechende Nachfrage und betonte: „Offensichtlich war ich nicht fit genug, um in seinem Spiel zu funktionieren, aber ich hatte kein Problem mit ihm. Er hat mir nur keine Chance gegeben, zu spielen.“
Er halte Jurić für einen guten Menschen, sagte Hummels, doch „es war eine ungewöhnliche Situation, denn in meiner 18-jährigen Karriere habe ich immer meinen Wert bewiesen, auch in großen Spielen.“
„Ein großartiger Mann“ – Hummels mit Lob für Ranieri
Diesen Wert hat der dritte Roma-Trainer der laufenden Saison erkannt. Claudio Ranieri übernahm am 14. November den Trainerposten bei den Giallorossi und hat mit vier Siegen in neun Spielen vorerst Ruhe einkehren lassen. Und siehe da: Seit dem 13. Spieltag der Serie A saß Hummels nur noch in einer Partie auf der Bank.
Schon jetzt herrscht ein Vertrauensverhältnis zwischen Ranieri, der 2016 mit Leicester City überraschend die Premier League gewann, und Hummels. „Er nahm mich schon am ersten Tag beiseite. Er sagte, dass er mich kennt, mich in den letzten zehn Jahren immer verfolgt hat, ihm meine Spielweise gefällt und er sowohl das Halbfinale als auch das Finale der letzten Champions-League-Saison gesehen hat“, berichtete der Defensivpezialist über den ersten Austausch mit dem Trainer, der „sagte, dass er mich spielen lassen würde und dass ich sein Vertrauen habe.“
Der 73-Jährige hat einen bis Saisonende befristeten Vertrag unterzeichnet, doch für Hummels steht schon jetzt fest: „Er ist ein großartiger Mann, an dem man festhalten sollte. Ich habe ihn vom ersten Moment an verstanden. Er hat eine natürliche Autorität, er versteht die Spieler. Er ist freundlich.“
Ob Hummels selbst über den Sommer hinaus in Rom bleiben wird, ist ebenfalls offen. Eine Entscheidung werde er nach dem Ende der Spielzeit fällen, kündigte der 36-Jährige an. „Sollte ich bleiben, würde ich mich freuen, wieder von ihm trainiert zu werden.“ Deutlicher hätte das Bekenntnis zu Ranieri nicht ausfallen können.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Mairo Cinquetti

