Echte Chance für Interimscoach Tullberg?

Matthäus' Rat an BVB in der Trainerfrage: „Kein Feuerwehrmann“

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Die Trainerstelle bei Borussia Dortmund ist nach wie vor vakant. Lothar Matthäus rät dazu, keinen „Feuerwehrmann“ zu verpflichten.

Dortmund – Borussia Dortmund hat im ersten Spiel nach der Trennung von Nuri Şahin nur einen kleinen Schritt aus der Krise erzielt. Nach dem 2:2 gegen Werder Bremen wird Interimscoach Mike Tullberg auch das Champions-League-Spiel gegen Schachtar Donezk am Mittwochabend leiten. Viel deutet darauf hin, dass der Däne auch am Samstag gegen den 1. FC Heidenheim an der Seitenlinie steht.

Gleichzeitig verhandelt die BVB-Führung laut Medienberichten mit Niko Kovač. Es bestehen jedoch erhebliche Zweifel, ob er sich für eine Aufgabe bis zum Saisonende begeistern lässt. Dortmund möchte sich nicht sofort auf ein langfristiges Engagement mit dem Kroaten festlegen, um im Sommer bei Top-Kandidaten wie Sebastian Hoeneß oder Roger Schmidt handlungsfähig zu sein.

Die Trainerfrage beim BVB bleibt somit spannend. Lothar Matthäus sieht eine Chance für den Interimscoach Tullberg.

Lothar Matthäus kann sich Niko Kovač oder Mike Tullberg vorstellen

„Ich habe bereits in der vergangenen Woche gesagt, dass ich Niko Kovač den Job zutraue. Wenn man sich nicht einig wird, können die Dortmunder auch an Mike Tullberg festhalten“, schrieb der Rekordnationalspieler in seiner Sky-Kolumne. „Warum sollte er nicht bis zum Saisonende oder darüber hinaus bleiben? Viele junge Trainer haben eine Chance bekommen und das Schiff in die richtige Richtung gesteuert“, so Matthäus.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Tullberg dauerhaft befördert wird, ist jedoch gering. Die Verantwortlichen streben nach den Entscheidungen für Edin Terzić und Nuri Şahin einen erfahreneren Trainer an. In diesem Zusammenhang werden auch ungewöhnliche Vorschläge gemacht. Dietmar Hamann brachte beispielsweise Felix Magath ins Gespräch.

Hat Mike Tullberg eine Chance, länger BVB-Trainer zu bleiben? Lothar Matthäus glaubt daran.

Matthäus hatte kürzlich Ex-Bundestrainer Joachim Löw vorgeschlagen. „Als kurzfristige Lösung käme aus meiner Sicht eher jemand wie Jogi Löw infrage als ein Trainer wie Felix Magath oder Friedhelm Funkel“, betonte er erneut. „Dortmund braucht keinen Feuerwehrmann, der den Verein vor dem Abstieg rettet. Die Dortmunder spielen unter ihren Möglichkeiten, aber die Chancen auf einen Platz in der Champions League sind noch da“, erklärte der TV-Experte. Derzeit fehlen sechs Punkte auf Platz vier, der somit sicher noch nicht völlig aus den Augen ist.

Lothar Matthäus: „Die Dortmunder Mannschaft hat Qualität“

Der BVB muss jedoch schnell aus der Krise finden. Es sei deshalb entscheidend, einen Trainer zu engagieren, „der die vorhandene Qualität aus der Mannschaft herauskitzelt“, so Matthäus. „Er muss die Köpfe der Spieler erreichen, damit sie wieder an ihre Stärken denken und selbstbewusst auftreten.“

„Die Dortmunder Mannschaft hat Qualität, aber diese Qualität kann sich nur durchsetzen, wenn die Köpfe der Spieler frei sind. Das Wichtigste ist, dass man sich als Einheit präsentiert. Oben auf der Tribüne und unten auf dem Rasen“, betonte Matthäus.

Im Spiel gegen Werder äußerten die BVB-Fans Unmut gegenüber der Vereinsführung. „Die Elefanten im Raum ansprechen: Die Probleme stehen nicht an der Seitenlinie“, war auf einem Spruchband der Ultra-Gruppe ‚The Unity‘ zu lesen.

Aktuell sorgen Berichte über Machtkämpfe in der Führungsetage des Klubs für Aufsehen. Eine Entscheidung zwischen Sportdirektor Sebastian Kehl und Kaderplaner Sven Mislintat soll nun gefallen sein.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Moritz Mueller

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