Mythos Streif

Warum gibt es zwei Abfahrten in Kitzbühel?

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Nach 2022 und 2023 finden auch in diesem Jahr wieder zwei Abfahrten auf der Streif in Kitzbühel statt. Der Grund dafür ist aber dieses Mal ein anderer.

Kitzbühel – Der Mythos Streif schreibt auch 2024 neue Geschichten. Bereits im zweiten Training am Mittwoch (17. Januar) kam es bei der berüchtigtsten Abfahrt im Weltcup zu zwei Schockmomenten.

Schwerer Sturz schon bei Training auf der Streif

Der Israeli Barnabas Szollos verlor bei seinem Sturz Helm und Ski, erlitt dabei mehrere Gesichtsfrakturen. Auch Rémi Cuche, Neffe von Kitz-Rekordsieger Didier, konnte seinen Lauf nicht beenden und riss sich das Kreuzband. Nach dem Ruhetag am Donnerstag steht am Freitag dann das erste Rennen auf dem Programm, die „Kitzbühel Abfahrt“.

Am Samstag folgt mit der „Hahnenkamm Abfahrt“ direkt das nächste Rennen in der herausfordernden Königsdisziplin, bevor das Ski-Wochenende mit dem Slalom am Sonntag seinen Ausklang findet. Aber warum gibt es 2024 zwei Abfahrten in Kitzbühel?

Wer die Streif bezwingt, gehört zu den besten Skifahrern.

Geplante Team-Kombination von Sportlern kritisiert

Eigentlich war für dieses Jahr anstatt der ersten Abfahrt am Freitag die Premiere der neuen Team-Kombination angedacht. Beim neuen Format sollen ein Abfahrer und ein Slalom-Spezialist eines Landes zusammen antreten und gemeinsam um den Sieg fahren. Aufgrund vieler Bedenken auf Seiten der Sportler ist die geplante Team-Kombination aber abgesagt und durch eine weitere Abfahrt ersetzt worden.

Die Sportler kritisierten unter anderem, dass die erzielen Weltcup-Punkte für die Disziplinwertungen und den Gesamtweltcup gezählt hatten. Kleinere Nationen wären bei dem neuen Format im Nachteil. Der griechische Slalom-Spezialist AJ Ginnis hätte zum Beispiel nicht antreten können, weil es keinen Abfahrer aus seinem Heimatland gibt.

Die 18 erfolgreichsten deutschen Wintersportler des neuen Jahrtausends

Sven Hannawald im Porträt.
Sven Hannawald (Skispringen): Hatte seine ersten Erfolge Ende des letzten Jahrhunderts. Gewann als erster alle vier Wettbewerbe der Vierschanzentournee. Bilanz: 18 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber © IMAGO / Oryk HAIST
Kevin Kuske und Andre Lange mit der Goldmedaille
Kevin Kuske und Andre Lange (Bob): 38 Weltcup-Siege, 4x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber © IMAGO / Sven Simon
Eric Frenzel im Wettkampf
Eric Frenzel (Nordische Kombination): 43 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / Nordphoto
Anni Friesinger zweite von links.
Anni Friesinger-Postma (Eisschnellauf): 59 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / Camera 4/JIM
Felix Loch nach dem Wettkampf.
Felix Loch (Rodeln): 49 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold © IMAGO / Arvid Müller
Tobias Wendl und Tobias Arlt nach dem Wettkampf.
Tobias Wendl und Tobias Arlt (Rodeln): 5 Weltcup-Siege, 6x Olympia-Gold © IMAGO / Beautiful Sports
Natalie Geisenberger im aktuellen Sportstudio
Natalie Geisenberger (Rodeln): 8 Weltcup-Siege, 6x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Martin Hoffmann
Viktoria Rebensburg auf Skiern.
Viktoria Rebensburg (Ski Alpin): 19 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / CEPix
Maria Höfl-Riesch im Porträt.
Maria Höfl-Riesch (Ski Alpin): 27 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber © IMAGO / Sammy Minkoff
Felix Neureuther als TV-Experte.
Felix Neureuther (Ski Alpin): 13 Weltcup-Siege © IMAGO / opokupix
Arnd Peiffer auf Skiern.
Arnd Pfeiffer (Biathlon): 10 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Beautiful Sports
Simon Schempp auf Skiern.
Simon Schempp (Biathlon): 12 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Ernst Wukits
Laura Dahlmeier im Porträt.
Laura Dahlmeier (Biathlon): 20 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Beautiful Sports
Kati Wilhelm im Porträt.
Kati Wilhelm (Biathlon): 21 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 3x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Eibner
Magdalena Neuner im Profil.
Magdalena Neuner (Biathlon): 34 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber © IMAGO / ZUMA Wire
Katharina Althaus bei einer Siegerehrung.
Katharina Althaus (Skispringen): 15 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Silber © IMAGO / NTB
Severin Freund bei der Vierschanzentournee
Severin Freund (Skispringen): 22 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold © IMAGO / MIS
Karl Geiger bei einer Siegerehrung.
Karl Geiger: 13 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Silber, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / ZUMA Wire

Zwei Abfahrten in Kitzbühel: Die Veranstalter freut‘s, Sportler klagen

Auch die Möglichkeit, keine Weltcup-Punkte zu vergeben, stieß bei den Profis auf wenig Gegenliebe. Am Ende fürchteten die Veranstalter in Kitzbühel einen zu großen Imageschaden und verzichteten auf die Team-Kombination. Diese feiert nun wahrscheinlich bei der WM 2025 in Saalbach ihre Premiere, spätestens aber bei den Olympischen Spielen 2026.

Zwei Abfahrten in Kitzbühel sind übrigens nichts komplett Neues: Bereits 2022 und 2023 fanden in der „Gamsstadt“ zwei Abfahrts-Rennen auf der Streif statt. Zuvor war es im Mekka des Ski-Sports eigentlich üblich, dass ein Super-G, eine Abfahrt und am Sonntag der Slalom auf dem Programm stand. Der Super-G erfreute sich in Kitzbühel allerdings nicht derselben Beliebtheit, wie die berüchtigte Abfahrt.

Während sich die Veranstalter über das gesteigerte Zuschauerinteresse aufgrund der Doppel-Abfahrt freuen, beklagen Sportler und Experten die enorme Belastung. (kk)

Rubriklistenbild: © imago sportfotodienst

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