Julian Nagelsmann scheint seine Elf für die EM 2024 schon gefunden zu haben. Ein Neuling kam bei den jüngsten DFB-Spielen überhaupt nicht zum Einsatz.
Frankfurt – 2:0 über Frankreich, 2:1 über die Niederlande. Dazu die gefeierte Rückkehr von Toni Kroos, die beiden Zauberer Jamal Musiala und Florian Wirtz sowie ein klar erkennbarer Plan von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Knapp drei Monate vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland entfacht die DFB-Elf neue Euphorie.
Nagelsmann-Neuling Mittelstädt spielt sich direkt fest
Das liegt zum einen natürlich an den positiven Ergebnissen gegen zwei Schwergewichte, zum anderen aber auch am erfrischenden Spielstil der Nationalmannschaft. Zu diesem tragen auch Neulinge wie Maximilian Mittelstädt bei, der gegen die Niederlande per Traumtor zum zwischenzeitlichen 1:1 traf.
Die neuen Gesichter der DFB-Elf, aber auch die Spieler, die schon mehrmals nominiert wurden und sich nun festspielen (wie Robert Andrich), stehen für den jüngsten Aufbruch unter Nagelsmann.
Einer, der ebenfalls zu den Neulingen zählte, ist Hoffenheims Angreifer Maximilian Beier. Nagelsmann hat den 21-Jährigen zum ersten Mal berufen, kein Wunder nach seinen zwölf Toren und fünf Vorlagen in dieser Bundesliga-Saison.
Der pfeilschnelle Stürmer erlebte bei seiner ersten Nominierung aber das denkbar bitterste Szenario: Beier durfte keine einzige Sekunde spielen, saß 180 Minuten auf der Bank – als einziger der vier Debütanten.
Maximilian Beier ohne Spielzeit bei erster DFB-Nominierung
Mittelstädt stand zwei Mal in der Startelf, seine Kollegen vom VfB Stuttgart – Deniz Undav und Waldemar Anton – wurden in der Schlussphase gegen Frankreich eingewechselt. Beier musste komplett zuschauen. Diese Erfahrung machte von den Feldspielern ansonsten nur Frankfurts Robin Koch. Auch die beiden Torhüter Bernd Leno und Oliver Baumann kamen nicht zum Einsatz, was für Ersatztorhüter aber nicht ungewöhnlich ist.
Bleibt die Frage: Wie steht es nun um Beiers EM-Chancen? Nagelsmann ließ durchblicken, dass er seinen Kader schon in größten Teilen zusammen hat. Mit Leroy Sané, der sich vor dem Spiel gegen die Niederlande zum FC Bayern bekannte, gibt es noch einen weiteren Star, der sicher zum Aufgebot stößt. Er fehlte für die beiden Begegnungen allerdings gesperrt.
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Nagelsmanns Puzzle für den EM-Kader: Platz für Beier?
Spieler wie Beier, Aleksandar Pavlovic, Jan-Niklas Beste (beide waren nominiert, mussten aber aus gesundheitlichen Gründen abreisen), Leon Goretzka, den enttäuschten Jonas Hofmann oder die komplette Dortmund-Riege um Julian Brandt, Emre Can, Nico Schlotterbeck, Mats Hummels und Niklas Süle sind Kandidaten für den 23-Mann-Kader. Alle haben aber natürlich nicht Platz. Nagelsmann muss für sein endgültiges Aufgebot noch aussieben.
Fakt ist: Mit seiner Schnelligkeit und gleichzeitigen Wucht hat Beier Attribute, die kaum einer seiner Konkurrenten so gut in sich vereint. Ein Vorteil für den Hoffenheimer, der sich also weiter Hoffnungen auf sein EM-Ticket machen darf. (akl)