Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung äußert sich der 80-Jährige zur neuen Technik, die Bergsteigern heutzutage zur Verfügung steht. Nur Vorteile bringt sie in seinen Augen nicht mit. „Die Technik ist da, und je besser sie ist, umso mehr wird sie genutzt.“ Viele seien sich dadurch der enormen Gefahr der Berge nicht mehr bewusst.
Nach Dahlmeier-Tod trifft Messner mit Kritik an Übertourismus empfindlichen Punkt
Für Messner ist der Bergsteiger-Grundsatz, nur das zu machen, was man auch wirklich beherrsche, ausgehebelt. „Viele Leute starten in eine Tour und sagen: ,Wenn ich mittags nicht dort bin, wo ich sein sollte, rufe ich den Helikopter. Der bringt mich schon wieder runter.“ Laura Dahlmeier wurde von ihm jedoch stets als umsichtige und erfahrene Bergsteigerin beschrieben.
„Sie war nicht überheblich. Trotzdem ist ein Unglück passiert“, so Messner. Der ehemalige Extremsportler ist der Meinung: Die Berge müssen so bleiben, wie sie ursprünglich einmal waren. Was er damit meint: Sie sollten „ohne vorbereitete Klettersteige, ohne präparierte Pisten oder Lagerketten daherkommen“.
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Der Übertourismus, der von Messer schon mehrfach kritisiert wurde, könnte dadurch eingedämmt werden. Seine Begründung: „Weil die Mehrheit gar nicht die Fähigkeiten besitzt, in dieser Welt unterwegs zu sein.“ Während sich viele fragen, wieso Dahlmeier trotz der extremen Gefahren immer wieder den Weg in die Berge gefunden hat, kennt Messner die Antwort.
„Bergsteiger wie ich oder Dahlmeier sind in einer eigenen Welt, in einer Welt, die für einen bürgerlichen Menschen nicht nachvollziehbar ist.“ Und trotz aller Risiken sagt Messner zudem: „Wollen wir, dass niemand bei einer Bergtour umkommt, dürfen wir nicht mehr in die Berge. Dann ist diese fantastische Möglichkeit, Erfahrungen in der großen, gefährlichen Natur zu machen, schlicht nicht mehr nutzbar.“ (is)
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