Noch zielstrebiger

„Mister Underrated“ der Eintracht demonstriert neue Qualität

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Für die Offensive von Eintracht Frankfurt hat Trainer Dino Toppmöller mehrere Optionen. Der Konkurrenzkampf nimmt auch dank Ansgar Knauff Fahrt auf.

Frankfurt – Trainer Dino Toppmöller hat in der Vorbereitung das 4-2-3-1-System intensiv einstudiert. Eintracht Frankfurt hat seine Spielweise dabei etwas angepasst, das Pressing findet höher statt, die Intensität wird weiter erhöht. Viel Arbeit kommt dabei auch auf die Flügelspieler zu: Ritsu Doan, Jean-Matteo Bahoya und Ansgar Knauff.

Ansgar Knauff und Jean-Matteo Bahoya kämpfen um ihren Platz

Das Trio zeigt sich in bestechender Frühform. Doan schnürte im Pokalspiel gegen Engers einen Doppelpack, Bahoya eröffnete die Saison gegen den Oberligisten und traf ebenfalls zweimal beim 4:1-Erfolg gegen Werder Bremen, Knauff überzeugte als Joker mit einem Treffer gegen die Hanseaten. Einen solchen Konkurrenzkampf wünscht sich jeder Trainer.

Knauff wird im Eintracht-Umfeld oft unterschätzt

Knauff geht dabei, wie so oft schon in seiner Zeit bei den Hessen, als „Mister Underrated“ in die Saison. Dabei hat sich der 23-Jährige in den vergangenen Jahren immer wieder durchgesetzt und behauptet. Unter Toppmöller war Knauff in zwei Spielzeiten jeweils an zehn Bundesligatreffern beteiligt. Das ist eine Marke, die es für ihn zu überbieten gilt.

„Wir pushen uns gegenseitig hoch“, sagte Knauff mit Blick auf seine Kollegen Bahoya und Doan. Was in der Vergangenheit war, das zählt nicht mehr. Knauff hat jedoch immer bewiesen, an den Herausforderungen zu wachsen. Und er hatte im Frühjahr zwei Knackpunkte, die ihn zu einer tiefgreifenden Analyse gebracht haben.

Ein Verein durchbricht Schallmauer – die Dauerkarten-Preise der Bundesligisten

Die TSG Hoffenheim ruft für ihre 17 Heimspiele für Sitzplätze zwischen 262 und 584 € auf. Den günstigsten Stehplatz gibt es für 150 €.
Die TSG Hoffenheim ruft für ihre 17 Heimspiele für Sitzplätze zwischen 262 und 584 € auf. Den günstigsten Stehplatz gibt es für 150 €. © IMAGO/Oliver Zimmermann
Damit bieten die Kraichgauer den günstigsten aller verfügbaren Bundesliga-Stehplätze über eine gesamte Spielzeit an.
Damit bieten die Kraichgauer den günstigsten aller verfügbaren Bundesliga-Stehplätze über eine gesamte Spielzeit an. © IMAGO/Alfio Marino
Auch beim VfL Wolfsburg gibt es Saisontickets zu moderaten Preisen zu erstehen. Zwischen 250 und 490 € kostet ein Sitzplatz, stehen kann man im günstigsten Fall für 160 €.
Auch beim VfL Wolfsburg gibt es Saisontickets zu moderaten Preisen zu erstehen. Zwischen 250 und 490 € kostet ein Sitzplatz, stehen kann man im günstigsten Fall für 160 €. © IMAGO/Sebastian Priebe
Bei Stehplätzen – sofern frei verfügbar – reihen sich die Bayern unter den Top 3 mit 175 € ein.
Bei Stehplätzen – sofern frei verfügbar – reihen sich die Bayern unter den Top 3 mit 175 € ein. © IMAGO/Markus Ulmer
Die restlichen Plätze in der Arena gehen für zwischen 410 und 890 € an den Fan
Die restlichen Plätze in der Arena gehen für zwischen 410 und 890 € an den Fan © IMAGO/Ulrich Wagner
Auch im dritten Bundesliga-Jahr will der 1. FC Heidenheim seine Fans im Rücken wissen. Auf der Ostalb gibt es für zwischen 395 und 510 € erstklassigen Fußball im Sitzen. Stehplatz-Dauerkarten kosten mindestens 180 €.
Auch im dritten Bundesliga-Jahr will der 1. FC Heidenheim seine Fans im Rücken wissen. Auf der Ostalb gibt es für zwischen 395 und 510 € erstklassigen Fußball im Sitzen. Stehplatz-Dauerkarten kosten mindestens 180 €. © IMAGO/Ralf Brueck
Im Frankfurter Waldstadion reichen die Dauerkartenpreise für Sitzplätze zwischen 455 und 780 €. Ein Steher ist mit Glück schon für 190 € zu haben.
Im Frankfurter Waldstadion reichen die Dauerkartenpreise für Sitzplätze zwischen 455 und 780 €. Ein Steher ist mit Glück schon für 190 € zu haben. © IMAGO/Gabor Baumgarten
Damit können Fans vom Champions-League-Teilnehmer aus der Bankenmetropole noch für unter 200 € die Bundesliga-Saison mitnehmen
Damit können Fans vom Champions-League-Teilnehmer aus der Bankenmetropole noch für unter 200 € die Bundesliga-Saison mitnehmen. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
Nur ein paar Kilometer weiter in Mainz bleibt das Preisniveau vergleichbar. Die Sitzplätze variieren je Kategorie zwischen 389 und 729 €. Für einen dauerhaften Stehplatz werden mindestens 194 € fällig.
Nur ein paar Kilometer weiter in Mainz bleibt das Preisniveau vergleichbar. Die Sitzplätze variieren je Kategorie zwischen 389 und 729 €. Für einen dauerhaften Stehplatz werden mindestens 194 € fällig. © IMAGO/Vitali Kliuiev
Bei der Werkself steht ein großer Umbruch an. Wer diesen dauerhaft im Stadion begleiten will, zahlt für Sitzplätze zwischen 365 und 550 €. Der Stehplatz in der Kurve kostet mindestens 210 €.
Bei der Werkself steht ein großer Umbruch an. Wer diesen dauerhaft im Stadion begleiten will, zahlt für Sitzplätze zwischen 365 und 550 €. Der Stehplatz in der Kurve kostet mindestens 210 €. © IMAGO/Moritz Mueller
Damit reißt Bayer Leverkusen als erster Klub die Grenze von 200 € für einen Stehplatz.
Damit reißt Bayer Leverkusen als erster Klub die Grenze von 200 € für einen Stehplatz. © IMAGO/Matthias Koch
Seit jeher gut ausgelastet sind die Heimspiele des FC St. Pauli am Millerntor. Für die Sitzplatz-Dauerkarten gelten dabei Preise zwischen 456 und 724 €, wohingegen der günstigste Preis für die zahlreich vorhandenen Stehplätze bei 213 € liegt.
Seit jeher gut ausgelastet sind die Heimspiele des FC St. Pauli am Millerntor. Für die Sitzplatz-Dauerkarten gelten dabei Preise zwischen 456 und 724 €, wohingegen der günstigste Preis für die zahlreich vorhandenen Stehplätze bei 213 € liegt. © IMAGO/Oliver Ruhnke
Seit 2011 ist der FCA wieder Bundesligist und damit beliebter Pilgerort für Fußballfans in der Stadt. 399 bis 679 € kosten die Sitzplatz-Jahreskarten. Stehplätze mindestens 219 €.
Seit 2011 ist der FCA Bundesligist und damit beliebter Pilgerort für Fußballfans in der Stadt. 399 bis 679 € kosten die Sitzplatz-Jahreskarten. Stehplätze mindestens 219 €. © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert
Im Weserstadion wird für zwischen 260 und 825 € gesessen. In der Ostkurve stehen Fans im günstigsten Fall für 222 €.
Im Weserstadion wird für zwischen 260 und 825 € gesessen. In der Ostkurve stehen Fans im günstigsten Fall für 222 €. © IMAGO/Bahho Kara
Surft der SC Freiburg weiter auf seiner Erfolgswelle, dürften ihm Dauerkartenverkäufe sichere und lukrative Einnahmen bescheren. Gestanden wird für 230 €, die Sitzplätze liegen bei 459 bis 839 €.
Surft der SC Freiburg weiter auf seiner Erfolgswelle, dürften ihm Dauerkartenverkäufe sichere und lukrative Einnahmen bescheren. Gestanden wird für 230 €, die Sitzplätze liegen bei 459 bis 839 €. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Auf eine bessere Saison mit Europapokal-Qualifikation hofft man in Mönchengladbach. Die Heimspiele der Borussia können über die ganze Spielzeit für Preise zwischen 440 und 820 € (Sitzplatz) sowie mindestens 230 € für einen Stehplatz besucht werden.
Auf eine bessere Saison mit Europapokal-Qualifikation hofft man in Mönchengladbach. Die Heimspiele der Borussia können über die ganze Spielzeit für Preise zwischen 440 und 820 € (Sitzplatz) sowie mindestens 230 € für einen Stehplatz besucht werden. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl
Der Dino ist zurück im Oberhaus. Wer dabei sein will, muss mit Sitzplatzpreisen zwischen 340 und 880 € kalkulieren. Steher gehen in Hamburg im günstigsten Fall für 238 € über den Tresen.
Der Dino ist zurück im Oberhaus. Wer dabei sein will, muss mit Sitzplatzpreisen zwischen 340 und 880 € kalkulieren. Steher gehen in Hamburg im günstigsten Fall für 238 € über den Tresen. © IMAGO/Oliver Ruhnke
Fans von Pokalsieger Stuttgart erwartet neben der Bundesliga zudem Europapokal-Abende in der Europa League. Für das Ligaprogramm zahlen Sitzplatz-Dauerkarteninhaber zwischen 395 und 885 €. Die günstigsten Stehplätze liegen bei 240 €.
Fans von Pokalsieger Stuttgart erwartet neben der Bundesliga zudem Europapokal-Abende in der Europa League. Für das Ligaprogramm zahlen Sitzplatz-Dauerkarteninhaber zwischen 395 und 885 €. Die günstigsten Stehplätze liegen bei 240 €. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Sitzplatz-Jahreskarten im Zentralstadion erstrecken sich zwischen 350 und 945 €. Steher gibt es ab 245 €.
Sitzplatz-Jahreskarten im Zentralstadion erstrecken sich zwischen 350 und 945 €. Steher gibt es ab 245 €. © IMAGO/Roger Petzsche
Der Aufsteiger greift preislich die Spitzenplätze an. Während Stehplatz-Dauerkarten ab 252 € beginnen…
Der Aufsteiger aus Köln greift preislich die Spitzenplätze an. Während Stehplatz-Dauerkarten ab 252 € beginnen … © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Justin Deronde
… reichen Sitzplatz-Dauerkarten beim FC bis zu 1.071 € und damit als einziger Erstligist in den vierstelligen Bereich
… reichen Sitzplatz-Dauerkarten beim FC bis zu 1.071 € und ist damit als einziger Erstligist in den vierstelligen Bereich. © MIKA VOLKMANN via www.imago-images.de
Bei Union kosten Sitzplätze zwischen 561 und 905 €. Der günstigste Steher an der Alten Försterei kostet 255 €.
Bei Union kosten Sitzplätze zwischen 561 und 905 €. Der günstigste Steher an der Alten Försterei kostet 255 €. © IMAGO/nordphoto GmbH / Engler
Damit belegen die Köpenicker den vorletzten Platz in der Kategorie der günstigsten Stehplatz-Dauerkarten.
Damit belegen die Köpenicker den vorletzten Platz in der Kategorie der günstigsten Stehplatz-Dauerkarten. © IMAGO/Matthias Koch
Das größte Stadion Deutschlands: Über 80.000 Zuschauer bietet das Westfalenstadion Platz, über 55.000 Dauerkarten setzt der BVB jährlich ab und hat damit enorme Umsatzmöglichkeiten, die anderen Bundesligisten in dieser Dimension verwehrt bleiben.
Das größte Stadion Deutschlands: Über 80.000 Zuschauer bietet das Westfalenstadion Platz, über 55.000 Dauerkarten setzt der BVB jährlich ab und hat damit enorme Umsatzmöglichkeiten, die anderen Bundesligisten in dieser Dimension verwehrt bleiben. © IMAGO/osnapix / Hirnschal
Die Sitzplätze kosten dabei zwischen 485 und 905 €. Auf der berühmten Südtribüne kostet der günstigste Stehplatz 260 €.
Die Sitzplätze kosten dabei zwischen 485 und 905 €. Auf der berühmten Südtribüne kostet der günstigste Stehplatz 260 €. © IMAGO/Madeleine Fantini

Als die Eintracht gegen den VfB Stuttgart (1:0) um drei Punkte kämpfte, war es Knauff, der Torhüter Alexander Nübel bereits umkurvt hatte. Er schob das Leder auf das leere Gehäuse, drehte schon zum Jubeln ab und wurde von Maximilian Mittelstädts Rettungstat derart geschockt, dass er im Rasen hängen blieb und einige Wochen aussetzen musste.

Nach seinem Comeback war Knauff beim FC Augsburg (0:0) als Einwechselspieler ein belebendes Element. Und wieder setzte er zu einem Tempolauf an und umkurvte den Keeper. Und was passiert? Wieder wurde der Ball von der Linie gekratzt. Ein Sieg in der Fuggerstadt hätte das Tor zur Champions-League-Qualifikation noch früher geöffnet.

Schon im Endspurt war Knauff deutlich zielstrebiger unterwegs. Er schnürte einen sehenswerten Doppelpack gegen RB Leipzig (4:0). Und seine Einzelaktion brachte die Eintracht im „Endspiel“ in Freiburg (3:1) zurück in die Partie. So sehr das hohe Engagement und die Arbeit gegen den Ball auch stets gelobt wird: Offensivakteure brauchen vor allem Scorerpunkte.

Bei Knauff hat auch deshalb ein Umdenken stattgefunden. Gegen Bremen zeigte er eine bislang so selten gesehene Qualität in Sachen Zielstrebigkeit beim Abschluss. Sein Treffer? Herausragend! Nach Pass von Farès Chaibi nutzte die neue Nummer 7 ihren Tempovorteil und vollendete eiskalt mit dem linken Fuß. Er hat somit an den starken Schlussspurt aus der Vorsaison angeknüpft.

Er hätte sogar noch erhöhen können: In Minute 72 kombinierte er sich per Doppelpass mit Elye Wahi über die linke Seite. Statt in die Mitte zu flanken, zog er nach innen und suchte den Abschluss mit seinem rechten starken Fuß. Das Leder strich, leicht abgefälscht, knapp am langen Pfosten vorbei. Und in Minute 89 setzte ihn erneut Wahi in Szene, diesmal scheiterte er am prächtig reagierenden Mio Backhaus.

Ansgar Knauff hat somit erneut gezeigt, warum Toppmöller regelmäßig auf den Europa-League-Helden 2022 zurückgreift. Der Allrounder agiert konstant, er erfüllt seine Aufgaben zuverlässig und er bringt neben Tempo auch Torgefahr mit. Sollte Knauff sich in diesem Bereich noch weiter entwickeln, wird er beim Tanz auf drei Hochzeiten wieder eminent wichtig.

Eintracht-Star dient als Vorbild

Und zwar auch als Typ im internen Ranking, er zählt zu den Leadern im Eintracht-Team. Knauff wehrte zwar etwas ab: „Wir alle müssen auf und neben dem Platz Verantwortung übernehmen. Das gilt nicht nur für mich.“ Doch sein Werdegang ist einer, der als Vorbild dient. Er kam vor dreieinhalb Jahren als ungeschliffenes Talent zunächst auf Leihbasis von Borussia Dortmund nach Frankfurt.

Nach 18 Monaten war die Entscheidung gefallen, es wanderten zwischen vier und fünf Millionen Euro an den BVB. Die Eintracht bekam Knauff aufgrund der vertraglichen Situation, da er nur noch bis 2024 gebunden war, zum Schnäppchenpreis. Es liegt auch an ihm, ob er noch einen weiteren großen Karriereschritt packen kann. 19 Tore und 16 Vorlagen in 138 Pflichtspielen sind gut – aber sie lassen, sehr zur Freude von Toppmöller, noch Luft nach oben!

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jürgen Kessler

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