So emotional wie selten

Bei Frage zu „Gold-Rosi“: Felix Neureuther kommen die Tränen

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Zu Jahresbeginn starb Ski-Ikone Rosi Mittermaier. Der Tod seiner Mutter geht Felix Neureuther noch nahe. Bei einem Interview kamen ihm gar die Tränen.

Garmisch-Partenkirchen – Für gewöhnlich hat Felix Neureuther seine Gefühlswelt bestens im Griff. Doch der Tod seiner Mutter, Rosi Mittermaier, bewegt den 39-Jährigen auch nach rund zehn Monaten noch. Jetzt sprach er in einem Interview über die verstorbene Ski-Legende – und weinte dabei um sie. Vor allem der Ort des Gesprächs ließ den früheren Skirennläufer emotional werden.

Rosa Anna Katharina Mittermaier-Neureuther
Daten:* 5. August 1950, † 4. Januar 2023 (Alter: 72 Jahre)
Disziplinen:Abfahrt, Riesenslalom, Slalom, Kombination
Größe Erfolge:u. a. 2x Olympia-Gold in Innsbruck 1976 (im Slalom und in der Abfahrt), 3x Gold bei der Alpinen Ski-WM (Slalom, Abfahrt, Kombination), Gesamtweltcupsiegerin 1976
Auszeichnungen:u. a. Deutschlands Sportlerin des Jahres 1976, Olympischer Orden des IOC, Hall of Fame des deutschen Sports, Goldenes Sportehrenabzeichen des Deutschen Skiverbands

So emotional wie selten: Neureuther kommen bei Frage zu seiner Mutter die Tränen

Im Rahmen des Radio-Formats „Frühstück bei mir“ des österreichischen Rundfunks empfing der Sohn von Mittermaier und Christian Neureuther die Moderatorin Claudia Stöckl in seinem Elternhaus in Garmisch-Partenkirchen, damit sie ihn interviewte. Dabei brachte ihn gleich ihre erste Frage etwas aus dem Konzept.

Stöckl fragte Neureuther unmittelbar zu Beginn des Gesprächs nach seiner im Januar verstorbenen Mutter. Dem dreifachen Familienvater kamen daraufhin die Tränen. „Das war nicht so geplant, ist mir tatsächlich noch nie in einem Interview passiert. Ich denke, es ist der Ort. An diesem Tisch feiern wir gemeinsam Weihnachten. Hier stecken so viele Erinnerungen“, schilderte der Ex-Ski-Alpin-Star schonungslos seine Gefühlswelt. Bereits zu seinem letzten Geburtstag hatte Neureuther eine emotionale Botschaft an seine tote Mutter gerichtet.

Felix Neureuther reagierte auf eine Frage nach seiner verstorbenen Mutter sehr emotional.

„Stern da oben“: Neureuther gedenkt toter „Gold-Rosi“ emotional

Neureuther gestand bei „Frühstück bei mir“, dass ihn der Tod seiner Mutter „noch immer sehr“ bewege. „Aber es überwiegt die Dankbarkeit, ihre Liebe und Stärke erlebt zu haben.“ Sie sei für ihn jetzt „ein Stern da oben“, erklärte er. Bei Mittermaier war rund ein halbes Jahr vor ihrem Tod Krebs diagnostiziert worden – eine Nachricht, die ihren Sohn schwer erschüttert habe: „Es verändert von einem Tag auf den anderen natürlich alles. Dann musst du versuchen, die gemeinsame Zeit so intensiv wie es geht zu gestalten, Dinge sehr oft relativieren“, sagte der 39-Jährige.

„Meine Mama hatte ein wahnsinnig tolles Leben. Leider zu kurz. Aber es hätte auch viel kürzer sein können. Sie durfte 72 werden – es gibt Kinder, die sterben.“ Seine Mutter sei bis zu ihrem Tod stets dankbar für ihr Leben gewesen, schilderte der Ex-Skirennfahrer: „Sie konnte das auch so sehen. Da bleibt gar keine andere Möglichkeit. Es herrscht Krieg. Wir leben hier ja im Paradies. Das Lamentieren darf nicht überwiegen.“ Vor allem „ihre Bodenständigkeit“ beeindrucke Neureuther noch immer.

Rosi Mittermaier tot: Bayern trauert um Skistar – ihr Leben in Bildern

Rosi Mittermaier, der bodenständigste und vielleicht verplanteste Ski-Superstar Bayerns. Ein Leben in Bildern.
Rosi Mittermaier, der bodenständigste und vielleicht verplanteste Ski-Superstar Bayerns. Ein Leben in Bildern. © Imag/dpa/dpa
Rosi Mittermaier wächst mitten in der Winkelmoos-Alm auf, ein weit verzweigtes Almgebiet und Hochplateau im südlichen Oberbayern
Rosi Mittermaier wächst mitten in der Winkelmoos-Alm auf, ein weit verzweigtes Almgebiet und Hochplateau im südlichen Oberbayern (Gemeinde Reit im Winkl). Ihr Vater, Kaufmann und Gastwirt, ist staatlich geprüfter Skilehrer. Er verlangt früh viel von der kleinen Rosi. Bei zwei Skiunfällen mit zwölf Jahren brach sie sich erst einen Knöchel, kurz vor der Verheilung den Unterschenkel am selben Bein und konnte mehrere Monate nicht Ski fahren. Doch schon ein Jahr später nahm sie an den Jugendmeisterschaften teil und trainierte 1965 erstmals in der Nationalmannschaft. © Münchner Merkur
In Aktion: Rosi Mittermaier beim Training vor ihrem größten Triumph auf der Axamer Lizum im Stubaital 1976.
In Aktion: Rosi Mittermaier beim Training vor ihrem größten Triumph auf der Axamer Lizum im Stubaital 1976. © Münchner Merkur
Olympischen Winterspielen in Innsbruck im Februar 1976
Ihr größter Triumph: Rosie Mittermaier nach ihrer Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck im Februar 1976. Dort gwann Mittermaier bei allen drei alpinen Ski-Wettbewerben eine Medaille: Am 8. Februar entschied sie die Abfahrt mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Brigitte Totschnig für sich und gewann damit als erste deutsche Skirennläuferin seit Heidi Biebl 1960 eine olympische Goldmedaille – zuvor hatte Mittermaier im Weltcup nie in einem Abfahrtsrennen gesiegt. Drei Tage später gewann sie auch im Slalom mit der Laufbestzeit im zweiten Durchgang, nachdem zunächst ihre Teamkollegin Pamela Behr in Führung gelegen hatte. Im abschließenden Riesenslalom am 13. Februar belegte sie den zweiten Rang mit zwölf Hundertstelsekunden Rückstand auf die Kanadierin Kathy Kreiner. © Münchner Merkur
Rosi Mittermaier Ski Alpin Olympia 1976 in Innsbruck 05 02 1976 Goldmedaille in Abfahrt Slalom
Zweimal Gold bei den Abfahrten und einmal Silber beim Riesenslalom: Für diese Olympischen Spiele hatte Rosi Mittermaier nach eigenen Angaben auch ausnahmsweise im Sommer intensiv trainiert, um es angesichts ihres nahenden Karriereendes „es endlich zu mehr bringen“. © Imago
Weil sie so schön strahlt, hier nochmal ein Medaillenfoto.
Weil sie so schön strahlt, hier nochmal ein Medaillenfoto.  © dpa
Mittermaier mit Mann Neureuther beim Skifahren.
Mittermaier mit Mann Neureuther beim Skifahren.  © Münchner Merkur
Die Liebe ihres Lebens, Christian Neureuther, ebenfalls Skirennläufer, hier bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1974 in St. Moritz, heiratete Rosi Mittermaier 1980.
Die Liebe ihres Lebens, Christian Neureuther, ebenfalls Skirennläufer, hier bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1974 in St. Moritz, heiratete Rosi Mittermaier 1980. © dpa
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther bei ihrer Hochzeit 1980.
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther bei ihrer Hochzeit 1980. © Imago
Hier genießen die beiden bei ihrer Hochzeitsreise in der Dominikanischen Republik. Rosi Mittermaier war leidenschaftliche Taucherin und Surferin.
Hier genießen die beiden bei ihrer Hochzeitsreise in der Dominikanischen Republik 1980. Rosi Mittermaier war leidenschaftliche Taucherin, Fallschirmspringerin und Surferin. Im Frühjahr 1973 verletzte sie sich auf Hawaii beim Surfen und verpasste dadurch den Saisonabschluss und den möglichen Sieg im Slalom-Weltcup. © Imago
Einige Jahre später bekommen Christian Neureuther und Rosi Mittermaier zwei Kinder: Felix und Amelie Neureuther.
Einige Jahre später bekommen Christian Neureuther und Rosi Mittermaier zwei Kinder: Felix und Amelie Neureuther. © Imago
Hier mit ihren Kindern Felix, der gerade die Bronzemedaille im Slalom bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2017 in St. Moritz gewonnen hat und Amelie, eine erfolgreiche Modedesignerin.
Hier mit ihren Kindern Felix, der gerade die Bronzemedaille im Slalom bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2017 in St. Moritz gewonnen hat und Amelie, eine erfolgreiche Modedesignerin. © Sammy Minkoff/Imago
Rosi Mittermaier mit Mann Christian Neureuther bei ihrer dritten Leidenschaft nebst Tauchen und Skifahren: dem Fallschirmspringen.
Rosi Mittermaier mit Mann Christian Neureuther bei ihrer dritten Leidenschaft nebst Tauchen und Skifahren: dem Fallschirmspringen. © Imago
Rosi Mittermaier war auch lange nach ihrem Kariereende immer geliebter Teil der bayerischen Öffentlichkeit. Hier im Gespräch mit dem damaligen Oberbürgermeister von München, Christian Ude. Das Foto mit den Garmischer Alpen im Hintergrund hat unser Merkur-Fotograf Klaus Haag aufgenommen.
Rosi Mittermaier war auch lange nach ihrem Kariereende immer geliebter Teil der bayerischen Öffentlichkeit. Hier im Gespräch mit dem damaligen Oberbürgermeister von München, Christian Ude. Das Foto mit den Garmischer Alpen im Hintergrund hat unser Merkur-Fotograf Klaus Haag aufgenommen. © Klaus Haag
Rosi Mittermaier 1997 in Bonn bei ihrer Ernennung zur ersten deutschen "Botschafterin für Sport, Toleranz und Fairplay". In ihrem anderen Leben war Mittermaier übrigens Sportlehrerin.
Rosi Mittermaier 1997 in Bonn bei ihrer Ernennung zur ersten deutschen «Botschafterin für Sport, Toleranz und Fairplay». In ihrem anderen Leben war Mittermaier übrigens Sportlehrerin. © dpa
Rosi Mittermaier und ihr Mann gehörten zu denjenigen, die Nordic Walking in Deutschland groß gemacht haben, hier bei einer Buchpräsentation am Chinesischen Turm in München.
Rosi Mittermaier und ihr Mann gehörten zu denjenigen, die Nordic Walking in Deutschland groß gemacht haben, hier bei einer Buchpräsentation am Chinesischen Turm in München. © Sigi Jantz
Den Bergen ewig verbunden: Rosi Mittermaier bei einer Tour in den Alpen.
Den Bergen ewig verbunden: Rosi Mittermaier bei einer Tour in den Alpen. © tz
Rosi Mittermaier mit ihrem Freund und Weggefährten Markus Wasmaier bei der Verleihung des Bayerischen Verdienstordens im Maximilianeum.
Rosi Mittermaier mit ihrem Freund und Weggefährten Markus Wasmaier bei der Verleihung des Bayerischen Verdienstordens im Maximilianeum.  © Marcus Schlaf
Für jeden Spaß zu haben: Rosi Mittermaier bei der Feier zum 70. der Firma Bogner in historischem Skioutfit inklusive Holzski.
Für jeden Spaß zu haben: Rosi Mittermaier bei der Feier zum 70. der Firma Bogner in historischem Skioutfit inklusive Holzski. © Jantz
Für jeden Spaß zu haben: Rosi Mittermaier bei der Feier zum 70. der Firma Bogner in historischem Skioutfit inklusive Holzski.
Für jeden Spaß zu haben: Rosi Mittermaier bei der Feier zum 70. der Firma Bogner in historischem Skioutfit inklusive Holzski. © Sigi Jantz
Oder wie hier beim Apfelstrudel backen in ihrem Zuhause in Raum Garmisch-Partenkirchen.
Oder wie hier beim Apfelstrudel backen in ihrem Zuhause in Raum Garmisch-Partenkirchen. © Imago
Rosi Mittermaier bäckt Apfelstrudel auf der Almhütte Christian Neureuther zu Besuch in Garmisch P
Hier mit dem Ergebnis und ihrem Mann. © Imago
Rosi Mittermaier engagierte sich für zahlreiche karitative Projekte: Hier als Schirmherrin der bundesweiten Kinder-Rheumastiftung mit rheumakranken Kindern in Garmisch-Partenkirchen.
Rosi Mittermaier engagierte sich für zahlreiche karitative Projekte: Hier als Schirmherrin der bundesweiten Kinder-Rheumastiftung mit rheumakranken Kindern in Garmisch-Partenkirchen. © dpa
Immer für ein Lächeln gut: Rosi Mittermaier zu ihrem 70. Geburtstag. Danach wurde es ruhig um den bayerischen Superstar. Rosi Mittermaier starb am 4. Januar nach langer Krankheit.
Immer für ein Lächeln gut: Rosi Mittermaier zu ihrem 70. Geburtstag. Danach wurde es ruhig um den bayerischen Superstar. Rosi Mittermaier starb am 4. Januar nach langer Krankheit. © Angelika Warmuth/dpa

„So will ich es haben“: Verstorbene Mutter lässt Neureuther über Tod sinnieren

Der Tod seiner Mutter habe ihn auch über sein eigenes Ableben sinnieren lassen: „Wenn du am Sterbebett liegst, deine Augen öffnest, siehst deine Familie um dich. Die haben sich um dich gekümmert und du sagst: Es ist eigentlich alles gut so wie es ist. So kann ich gehen. So will ich es eigentlich auch einmal haben“, sagte Neureuther.

Nicht nur der frühere Ski-Star gedachte „Gold-Rosi“ jetzt rührend. Auch seine Schwester Ameli Neureuther teilte vor einigen Wochen ein bewegendes Foto mit ihrer verstorbenen Mutter. (wuc)

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