0:1 in Polen wirft weitere Fragen auf

Was tun, DFB-Team? Das sind die Optionen – Schweinsteiger fordert FC-Bayern-Star

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Nach der 0:1-Pleite der DFB-Auswahl in Polen herrscht Alarmbereitschaft. Das Netz liefert Lösungsvorschläge, ein Experte fordert einen Bayern-Star.

Warschau – Als wäre das 3:3 der deutschen Nationalmannschaft am Montagabend gegen die Ukraine nicht schon ernüchternd genug gewesen, folgte nur vier Tage später der nächste Rückschlag. Mit 0:1 ging die deutsche Nationalmannschaft am Freitag in Polen baden und zeigte bis auf wenige Lichtblicke erneut eine schwache Leistung.

Hansi Flick
Geboren:24. Februar 1965 (Alter 58 Jahre) in Heidelberg
Stationen als Spieler:SV Sandhausen, FC Bayern München, 1. FC Köln, FC Viktoria Bammental
Stationen als Cheftrainer im Profibereich:TSG 1899 Hoffenheim, FC Bayern München, Deutsche Nationalmannschaft
Trainer der Nationalmannschaft seit:August 2021

DFB-Team: Flick gibt sich nach außen optimistisch

Im Anschluss gab es reichlich Kritik an Bundestrainer Hansi Flick, der selbst nach der Niederlage noch „sehr zuversichtlich“ sei, „was unseren Weg angeht“. Bis zur Heim-EM 2024 ist es allerdings nicht mal mehr ein Jahr hin, in den knapp zwei Jahren unter Flicks Regie ließ eine Weiterentwicklung des Teams auf sich warten. Insbesondere nach dem bitteren WM-Aus 2022 dürfte einige Fans auf Verbesserung gehofft haben, wurden allerdings enttäuscht.

An welchen Stellschrauben muss nun gedreht werden, damit die Formkurve von Joshua Kimmich und Co. wieder nach oben zeigt? In den Sozialen Netzwerken kursieren mehrere Vorschläge, am häufigsten ist aber wohl einer zu lesen: Trainerwechsel. „Also jetzt mal ganz im Ernst: Das kann sich der DFB doch nicht so weiter anschauen und untätig bleiben. Flick muss gehen, das endet sonst im absoluten Desaster“, twitterte beispielsweise Max Fritzsching, bekannt aus dem Podcast „FUMS – DIE SHOW“.

Die deutsche Nationalmannschaft ging gegen Polen baden, die Kritik an Trainer Hansi Flick (re.) wird lauter.

DFB-Team: Rufe nach Veränderung auf Trainerbank werden lauter

Immer wieder taucht auch der Name von Ex-Bayern-Trainer Julian Nagelsmann auf, dessen mögliches Engagement beim französischen Spitzenklub Paris Saint-Germain angeblich kein Thema mehr ist. „Julian Nagelsmann sollte eine Chance erhalten“, ist auf Twitter zu lesen. Der 35-Jährige sei „ersehntes frisches Blut“, der DFB solle „die Reißleine ziehen“.

Aber nicht nur die ausbleibende Weiterentwicklung unter Flick, sondern auch die Kaderzusammenstellung selbst wird hinterfragt. „Süle ist der notenstärkste deutsche IV (außer Hummels). Flick muss aber unbedingt draufhauen. Und das auch noch ÖFFENTLICH. Nicht akzeptabel für einen Bundestrainer, aber hey, Süle ruft sein Potenzial nicht ab, während Kehrer, Klostermann und Hansi selber am Limit sind“, sprach ein Twitter-User Klartext.

Peter, Walter, Cedric: Das sind die zweiten Vornamen der DFB-Stars bei der WM 2022

Manuel Neuer, Torwart (FC Bayern München): zweiter Vorname: Peter
Manuel Neuer, Torwart (FC Bayern München): zweiter Vorname: Peter © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Kevin Trapp, Torwart (Eintracht Frankfurt): zweiter Vorname: Christian
Kevin Trapp, Torwart (Eintracht Frankfurt): zweiter Vorname: Christian © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Matthias Ginter, Abwehr (SC Freiburg): zweiter Vorname: Lukas
Matthias Ginter, Abwehr (SC Freiburg): zweiter Vorname: Lukas © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Lukas Klostermann, Abwehr (RB Leipzig): zweiter Vorname: Manuel
Lukas Klostermann, Abwehr (RB Leipzig): zweiter Vorname: Manuel © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Nico Schlotterbeck, Abwehr (Borussia Dortmund): zweiter Vorname: Cedric
Nico Schlotterbeck, Abwehr (Borussia Dortmund): zweiter Vorname: Cedric © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Leon Goretzka, Mittelfeld (FC Bayern München): zweiter Vorname: Christoph
Leon Goretzka, Mittelfeld (FC Bayern München): zweiter Vorname: Christoph © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Joshua Kimmich, Mittelfeld (FC Bayern München): zweiter Vorname: Walter
Joshua Kimmich, Mittelfeld (FC Bayern München): zweiter Vorname: Walter © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Karim Adeyemi, Mittelfeld/Sturm (Borussia Dortmund): zweiter Vorname: David
Karim Adeyemi, Mittelfeld/Sturm (Borussia Dortmund): zweiter Vorname: David © via www.imago-images.de
Serge Gnabry, Mittelfeld/Sturm (FC Bayern München): zweiter Vorname: David
Serge Gnabry, Mittelfeld/Sturm (FC Bayern München): zweiter Vorname: David © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Kai Havertz, Mittelfeld/Sturm (Chelsea FC): zweiter Vorname: Lukas
Kai Havertz, Mittelfeld/Sturm (Chelsea FC): zweiter Vorname: Lukas © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Leroy Sané, Mittelfeld/Sturm (FC Bayern München): zweiter Vorname: Aziz
Leroy Sané, Mittelfeld/Sturm (FC Bayern München): zweiter Vorname: Aziz © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer

DFB-Team: Experte Bastian Schweinsteiger fordert Spieler mit Einstellung

ARD-Experte Bastian Schweinsteiger hinterfragte ebenfalls die Auswahl der Nationalspieler. „Bei den Nominierungen sollte man vielleicht drüber nachdenken, ob man in Deutschland immer nur die Spieler haben möchte, die großes Potenzial haben. Oder man sucht sich die Spieler, die die Einstellung haben“, so der 38-Jährige schon vor der Partie.

Als positives Beispiel führte der Weltmeister von 2014 Bremens Niclas Füllkrug an: „Bei ihm hat man das Gefühl, dass er es als Geschenk sieht, bei der Nationalmannschaft zu sein.“ Gegen Polen kam der Angreifer erst in der zweiten Halbzeit, zuvor bisschen sich die Freigeister Kai Havertz, Jamal Musiala oder auch Florian Wirtz an der polnischen Abwehr die Zähne aus.

DFB-Team: Müller-Rückkehr als Teil der Problemlösung?

„Thomas Müller mit seiner Erfahrung kann der Mannschaft extrem helfen, nicht nur auf dem Feld. Von daher ist er definitiv eine Option. Wenn er eine tolle Saison bei Bayern München spielt, hat er mit Sicherheit die Berechtigung, auch bei der Europameisterschaft dabei zu sein“, plädierte Schweinsteiger für eine DFB-Rückkehr seines ehemaligen Teamkollegen.

Immerhin soll Flick sowohl Müller als auch FCB-Keeper Manuel Neuer signalisiert haben, dass sie für die Länderspiele im September ein Thema sein könnten. Ob die beiden alleine ausreichen würden, um die DFB-Elf wieder auf Kurs zu bringen, darf bezweifelt werden. Ein Zeichen sowohl nach innen als auch nach außen wäre es allemal – und dazu noch ein dringend benötigtes. (masc)

Rubriklistenbild: © Imago Images / Schüler; Imago Images / Schüler

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