„Gnadenlos hart arbeiten“

Hoeneß berichtet über Schweinsteiger-Absage an Bayern und die Hoffnung auf Müller

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Viele Fans würden sich Ex-Profis in Führungspositionen beim FC Bayern wünschen. Ehrenpräsident Uli Hoeneß verrät, warum das so schwierig ist.

München – Die Ex-Profis Uli Hoeneß, Kaiser Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge bestimmten über viele Jahrzehnte als Vereinsfunktionäre das Geschehen beim FC Bayern. Dagegen vermisst man aktuell ehemalige Profis des Rekordmeisters in der Klubführung. Vereinspatron Hoeneß erklärt die Situation im OMR Podcast: „Spieler, die heute nach zehn Jahren aufhören, die 15 Millionen verdient haben, die haben 60, 70 Millionen auf der Bank“, und ergänzt fast schon wehmütig: „Die haben nicht den Druck, unbedingt arbeiten zu müssen, den Wohlstand ihrer Familie zu erhalten. Und das ist das größte Problem.“

Thomas Müller: Bei Uli Hoeneß, beim FC Bayern immer höchst willkommen.

Hoeneß selbst sei es im Anschluss an seine aktive Karriereende, die er 1979 verletzungsbedingt sehr früh mit 27 Jahren beenden musste, klar gewesen, dass er hart arbeiten werden müsse, um weiter ein Leben zu führen wie davor. Also stieg er als Manager bei den Bayern ein und gründete später eine Wurstfabrik. Heute sei dies keineswegs mehr so.

Sinkende Bereitschaft, „gnadenlos hart zu arbeiten“

Der Weltmeister von 1974: „Bei uns ist eine allgemeine Zufriedenheit schon zu spüren. Deswegen haben wir auch viele junge Leute, die gar nicht mehr leistungsbereit sind, Fußballprofis zu werden“, sagte er. „Die wollen alle Fußballprofis werden, aber die wollen nicht unbedingt hart dafür arbeiten. Und das ist natürlich ein Problem. Man kann nur erfolgreich sein, indem man gnadenlos hart arbeiten will.“

Nach der Ära der Vereinslegenden Hoeneß und Rummenigge hatte Oliver Kahn die Bayern von Juli 2021 an als Vorstandschef geführt, wurde aber nach weniger als zwei Jahren wegen interner Differenzen wieder entlassen. Sein Nachfolger als FCB-CEO ist seither Jan-Christian Dreesen, ein gelernter Banker. Dieser macht laut Hoeneß zwar einen tollen Job, um dann aber etwas wehmütig zu ergänzen, dass es „sein Traum“ sei, wieder eine Vereinslegende in Spitzenpositionen zu bekommen.

Aus Pähl zum Rekordspieler des FC Bayern und nun in die MLS – legendäre Thomas-Müller-Bilder

Als E-Jugendspieler: Thomas Müller jubelt mit seinen Teamkollegen vom TSV Pähl beim MERKUR-Cup 2000.
Thomas Müllers Fußball-Laufbahn begann beim TSV Pähl. Im Jahr 2000 jubelt er noch im gelben Trikot. © Oryk HAIST/IMAGO
Thomas Müller feiert sein Tor bei einem Spiel mit den A-Junioren des FC Bayern München.
Jubelte schon in der Jugend ikonisch: Thomas Müller 2007 bei einem U19-Spiel. © IMAGO/Fishing 4
Thomas Müller wird beim Spiel des FC Bayern gegen den Hamburger SV für Miroslav Klose eingewechselt.
Profidebüt 2009 beim FC Bayern: Thomas Müller wird für Miroslav Klose eingewechselt. © FRED JOCH/IMAGO
Thomas Müller trifft beim 7:1 des FC Bayern gegen Sporting Lissabon zum ersten Mal in der Champions League.
Thomas Müller trifft 2009 erstmals in der Königsklasse. © MIS / IMAGO
Thomas Müller küsst seine Ehefrau Lisa durch den Zaun.
Thomas Müller küsst seine Ehefrau Lisa Müller am Rande seines Drittliga-Spiels mit Bayerns-Amateuren im Jahr 2009. © Lackovic / IMAGO
Thomas Müller erzielt im September 2009 in Dortmund sein erstes Profitor für Bayern.
Thomas Müller schießt 2009 sein erstes Profitor für Bayern - und das ausgerechnet beim Klassiker in Dortmund. © Team 2 / IMAGO
Thomas Müller legt den Ball am vorletzten Spieltag beim Heimspiel der Bayern gegen Bochum mit der Brust ins Tor.
Erster Dreierpack 2010 gegen Bochum: Thomas Müller trifft mit der Brust. © Ulmer / IMAGO
Thomas Müller feiert seinen ersten Meistertitel mit dem FC Bayern im Berliner Olympiastadion.
2010 die erste Schale mit den Profis: Thomas Müller feiert in Berlin. © Ulmer/Cremer / IMAGO
Thomas Müller bei einer Party des FC Bayern nach dem Gewinn des DFB-Pokals 2010 in Berlin.
Überglücklich: Thomas Müller feiert 2010 mit Ehefrau Lisa seinen ersten DFB-Pokalsieg mit dem FC Bayern. © DeFodi / IMAGO
Thomas Müller wird von Teamkollege Mark van Bommel auf dem Rathausbalkon am Marienplatz mit der Schale fotografiert.
Erinnerungsfoto: Thomas Müller präsentiert 2010 stolz die ersten Titel. © MIS / IMAGO
Thomas Müller jubelt über sein Kopfballtor zum zwischenzeitlichen 1:0 im Champions-League-Finale 2012 gegen Chelsea.
Thomas Müller besorgt in der Schlussphase das 1:0 für Bayern im „Finale dahoam“ 2012. Trotz der späteren Niederlage: Ein hochintensiver Moment für das FCB-Urgestein. © ANP / IMAGO
Thomas Müller feiert in Frankfurt mit den Bayern-Fans den vorzeitigen Gewinn der Deutschen Meisterschaft.
Beliebt bei den Fans: Thomas Müller 2013 auf dem Zaun bei den Bayern-Ultras. © Sven Simon / IMAGO
Thomas Müller erzielt ein Tor beim 4:0 des FC Bayern gegen Barcelona im Champions-League-Halbfinale 2013.
Eines seiner besten Spiele: Thomas Müller trifft 2013 doppelt im Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona. © Sven Simon / IMAGO
Thomas Müller sitzt mit der Champions-League-Trophäe auf den Schultern von Manuel Neuer.
Erster Champions-League-Titel 2013: Thomas Müller reckt den Pokal in den Londoner Nachthimmel. © Bernd Müller / IMAGO
Thomas Müller hält im Maracanã-Stadion den WM-Pokal in den Händen.
Die Freude kennt keine Grenzen: Thomas Müller feiert den Gewinn der Weltmeisterschaft 2014. © Ulmer / IMAGO
Thomas Müller trifft beim Bundesliga-Spiel gegen Darmstadt per Fallrückzieher.
Kann auch filigran: Thomas Müller glänzt 2016 mit einem Fallrückzieher-Tor. © Jan Huebner / IMAGO
Thomas Müller springt Serdar Tasci nach seinem Tor beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach in die Arme.
Saison mit den meisten Bundesliga-Toren für Bayern: Thomas Müller jubelt 2016 über seinen 20. Treffer.  © MIS / IMAGO
Thomas Müller steht mit goldener Medaille neben dem Champions-League-Pokal.
Thomas Müller feiert 2020 das Triple mit dem FC Bayern. © Poolfoto UCL / IMAGO
Thomas Müller küsst die Meisterschale beim letzten Spieltag im Köln.
Eine der emotionalsten Meisterschaften: Thomas Müller und Bayern holen 2023 den Last-Minute-Titel in Köln. Müllers 32. insgesamt mit dem FCB und die zwölfte Meisterschaft. © Bernd Feil/M.i.S./IMAGO
Leon Goretzka schickt Thomas Müller beim Heimspiel gegen Freiburg zu den Fans in der Südkurve.
Neuer Rekordspieler des FC Bayern: Thomas Müller absolviert 2024 gegen den SC Freiburg sein 710. Pflichtspiel und überholt damit Vereinslegende Sepp Maier. © Frank Hoermann/SVEN SIMON/IMAGO
Thomas Müller bestritt bei der Klub-WM in den USA sein letztes Pflichtspiel für den FC Bayern. Über dem Teich wird die Ikone nun seine Karriere fortsetzen.
imago1063658806.jpg © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg

Der FCB-Ehrenpräsident berichtet in dem Podcast, dass er vor ein paar Monaten Fußball-Gott Bastian Schweinsteiger gefragt habe, ob er nicht Teambetreuer beim FC Bayern werden möchte. „Aber muss ich dann jeden Tag da sein“, habe der langjährige Bayern-Profi und heutige TV-Experte dann gefragt. Als Hoeneß dies bejahte, habe der Weltmeister von 2014 dankend abgelehnt.

Thomas Müller war nach dem Ende von dessen Vertrag bei Bayern angeboten worden, „dass wir ihn auf unsere Kosten ein Jahr lang durch die Weltgeschichte schicken“, damit er sich große Vereine etwa in Nordamerika anschaue und dann nach seiner Rückkehr ins Management einsteige. „Aber er hat mir gesagt: Noch nicht“, schildert Hoeneß die derzeitige Lage.

Schweinsteiger ohne Interesse, Zukunftshoffnung Müller

Der Bayern-Rekordspieler wechselte im Sommer, nachdem er an der Säbener Straße keine Vertragsverlängerung mehr erhalten hatte, als Spieler nach Kanada zu den Vancouver Whitecaps, wo er derzeit hoffnungsvoll um den MLS-Titel kämpft. Fans und Offizielle hoffen auf eine Rückkehr Müllers nach dessen Karriereende.

Der derzeitige Vereinspräsident Herbert Hainer kann sich die FCB-Legende sogar sehr gut als seinen Nachfolger (wäre dann 2028) vorstellen. Das ist aber auch ein wesentlich attraktiverer Job als als Teambetreuer tätig zu sein. Übrigens sollte Philipp Lahm einst seine FCB-Funktionärskarriere als Sportdirektor beginnen – wie wäre demnächst, dann bald zehn Jahre nach Beendigung seiner Spielerlaufbahn als CEO?

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