Nach Díaz-Transfer: Belasten hohe Ablösesummen die Stars des FC Bayern?
VonDaniel Michel
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Die Erwartungshaltung an Neuzugang Luis Díaz ist hoch. Seine kostspieligen Vorgänger beim FC Bayern konnten den Ansprüchen nicht immer gerecht werden.
München – Der FC Bayern hat den Kolumbianer Luis Díaz nun offiziell verpflichtet. Der 28-jährige Flügelstürmer kommt für 70 Millionen Euro vom FC Liverpool. Zahlreiche Fans und Berichterstatter halten Díaz für eine gute Wahl, auch wenn sie vor allem die Höhe der Ablösesumme kritisieren. Er ist damit der dritt-teuerste Spieler in der Geschichte des FC Bayern. 70 Millionen Euro klingt in der heutigen Transfermarktwelt dennoch nicht exorbitant hoch. Früher wurde jeder teure Spieler in der Bundesliga noch gefragt: „Wie gehen Sie mit dem Druck um, dass Sie dem Verein eine so hohe Ablöse gekostet haben?“ Heute schrecken 70 Millionen Euro auf den ersten Blick nicht ab.
Doch tatsächlich sollte die Frage nach der Ablösesumme auch bei Spielern des FC Bayern wieder öfter gestellt beziehungsweise thematisiert werden. Nicht als Vorwurf, sondern tatsächlich mit dem Gedanken, ob ein guter Spieler dann doch der großen Erwartungshaltung nicht (ganz) gewachsen sein könnte. Ein Blick in die Top Elf der teuersten Transfers des FC Bayern zeigt nämlich, dass die Ablösesumme durchaus einen Einfluss haben kann. Ein Überblick:
Kane erfüllt die Erwartungen beim FC Bayern umfänglich
Auf Platz eins liegt Harry Kane mit einer Ablösesumme von 95 Millionen Euro, die an Tottenham Hotspur gezahlt wurden. Kane spielt in München nicht überragend, wenn man die bedeutenden Champions-League-Partien gegen Real Madrid (2024) und Inter Mailand (2025) heranzieht, aber insgesamt darf der Stürmer trotzdem als Top-Verpflichtung gelten. Der erfahrene, nunmehr 32 Jahre alte Stürmer scheint also tatsächlich mit der Rekordablöse kein Problem gehabt zu haben.
Ähnliches darf man bislang für Flügelstürmer Michael Olise feststellen, der vor einem Jahr für 53 Millionen Euro (Platz 5 im Ranking) von Crystal Palace nach München kam. Der Franzose legte eine starke Premieren-Saison hin. Ansonsten gibt es aber bei den teuersten Spielern in der Historie des FC Bayern viele kritische Anmerkungen zu finden.
Luis Diaz, der nächste Flop? FC Bayern verprasste schon 420 Millionen in vermeintliche Königstransfers
Verteidiger Lucas Hernández (2019 – 2023), mit 80 Millionen Euro Ablöse auf Platz zwei, war sehr oft verletzt. Verteidiger Matthijs de Ligt (2022 – 2024) war beliebt bei den Fans, hatte aber Formschwankungen und wurde bei Dienstantritt von Trainer Vincent Kompany aussortiert. De Ligt kostete einst 67 Millionen Euro (Platz vier im Ranking), gezahlt an Juventus Turin. Platz sechs besitzt Mittelfeldakteur João Palhinha. 2024 für 51 Millionen Euro verpflichtet, wirkt der Portugiese beim FC Bayern noch nicht angekommen und gilt schon wieder als Verkaufskandidat.
Innenverteidiger Min-jae Kim hat die vergangenen zwei Jahre in der Bundesliga solide Leistungen beim FC Bayern gezeigt, doch in den bedeutenden Champions-League-Spielen gegen Madrid und Inter schwer gepatzt. Kim kam einst für 50 Millionen Euro von der SSC Neapel. Auf Platz acht steht Leroy Sané, der 2020 für 49 Millionen Euro von Manchester City geholt wurde. Der Flügelstürmer konnte in seinen fünf Jahren in München nicht konstant seine Leistung abrufen. Nun ist Sané ablösefrei zu Galatasaray gewechselt.
Upamecano unterlaufen Fehler bei Top-Spielen des FC Bayern
Dayot Upamecano ist seit 2021 beim deutschen Rekordmeister. Die Münchner zahlten einst 42,5 Millionen Ablöse an RB Leipzig. Beim Innenverteidiger wird moniert, dass er nahezu in jedem Jahr einige gefährliche Aussetzer hat, gerade in bedeutenden Pokal-Partien. Auf Platz zehn folgt mit Corentin Tolisso (2017 – 2022) ein weiterer Franzose. Olympique Lyon erhielt 2017 die Ablöse in Höhe von 41,5 Millionen Euro. Tolisso war oftmals verletzt und auch deshalb eher Ergänzungs- statt Stammspieler im Mittelfeld des FC Bayern.
Erst auf Platz elf folgt dann ein unumstrittener Top-Einkauf: Javi Martínez. Der Spanier kam 2012 für 40 Millionen Euro von Athletic Bilbao zum FC Bayern und blieb bis 2021. Der Sechser ordnete das Mittelfeld der Münchner neu und war maßgeblich am Triple-Gewinn 2013 beteiligt.
Fazit: Dass einige der teuersten Spieler ihr Potenzial beim FC Bayern nicht komplett abrufen konnten, hat sicherlich unterschiedliche Gründe. Dennoch ist es auffällig, dass offenbar viele Stars mit sehr hohen Ablösesummen ihre Probleme in München hatten beziehungsweise haben. Die Prognose bei Luis Díaz ist zwar positiv, dennoch sollte man das Thema im Auge behalten.