Mögliche Rückkehr?

Nagelsmann äußert sich zur DFB-Zukunft von ter Stegen und Neuer

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Marc-André ter Stegen fällt lange aus, Manuel Neuer ist immer noch auf Top-Niveau – aber wie plant Julian Nagelsmann auf der Torwartposition?

Leipzig – Beim Trainer-Kongress in Leipzig äußerte sich Bundestrainer Julian Nagelsmann ausführlich zur Situation auf der Torwartposition im DFB-Team. Im Mittelpunkt: Marc-André ter Stegen. Der 33-Jährige, der zuletzt beim FC Barcelona von Trainer Hansi Flick zur Nummer drei degradiert wurde und wegen einer Rückenverletzung mehrere Monate ausfällt, muss laut Nagelsmann auf Vereinsebene wieder zur Stammkraft werden, um auch im Nationalteam die Nummer 1 zu bleiben.

Nagelsmann zu ter Stegen: Rückkehr als DFB-Nummer 1 nur unter einer Bedingung

„Das ist für Marc total bitter gelaufen in der Gesamtheit der letzten Monate“, erklärte Nagelsmann im Gespräch mit Sky-Moderator Michael Leopold. Dennoch habe man „einen super Austausch“ und ter Stegen könne seine Lage realistisch einschätzen. „Am Ende ist er unsere Nummer 1, wenn er gesund ist und wenn er im Verein die Nummer 1 ist“, so der 38-Jährige.

Ter Stegen befindet sich aktuell noch in der Reha, hatte zuletzt verletzungsbedingt auch die Europameisterschaft 2024 verpasst. Nagelsmann betont: „Natürlich muss Marc, wenn er wieder gesund ist, im Verein auch spielen und die Nummer 1 sein, den Rhythmus kriegen.“

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich ausführlich zur Situation im DFB-Tor geäußert.

Torwart-Duell beim DFB: Kein Grund zur Sorge für Nagelsmann

Trotz der ungewissen Zukunft von ter Stegen bei Barça sieht Nagelsmann die deutsche Torwartfrage entspannt: „Wir haben auf der Torwartposition viele gute ältere, viele gute im mittleren Alter und auch jüngere. Das ist eine Position, wo ich mir keine Sorgen mache – unabhängig, wie es ausgeht.“

Er gehe aktuell davon aus, dass ter Stegen ab dem Winter wieder als Stammkeeper in Barcelona spielen werde. „Dann kann er unsere absolute Nummer 1 sein. Aber es müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Bis dahin hat ein anderer das Vertrauen auf der 1“, so der Bundestrainer weiter.

Von der DFB-Heldin zum Pechvogel: Ann-Katrin Berger ist Deutschlands Gesicht der Frauen-EM

Wenn Ann-Katrin Berger nicht gerade für die deutsche Nationalmannschaft spielt, ist sie bei NJ/NY Gotham FC in den USA im Kasten. Bei ihrem DFB-Debüt 2020 war sie mit 30 Jahren die viertälteste Debütantin in der A-Nationalmannschaft überhaupt.
Wenn Ann-Katrin Berger nicht gerade für die deutsche Nationalmannschaft spielt, ist sie bei NJ/NY Gotham FC in den USA im Kasten. Bei ihrem DFB-Debüt 2020 war sie mit 30 Jahren die viertälteste Debütantin in der A-Nationalmannschaft überhaupt. © IMAGO/Daniel Bartel
Beim ersten Gruppenspiel gegen Polen hielt Berger (Mitte) die Null – am Ende gewann Deutschland mit 2:0. Auch bei Kapitänin Giulia Gwinn (rechts) war die Welt vor dem Anpfiff noch in Ordnung, doch in der ersten Halbzeit verletzte sich schwer am Knie und musste ausgewechselt werden.
Trotz ihrer späten DFB-Berufung konnte sie sich schließlich im Tor der Nationalmannschaft durchsetzen und ging bei der EM als Nummer Eins ins Turnier. Beim ersten Gruppenspiel gegen Polen hielt Berger (m.) die Null – am Ende gewann Deutschland mit 2:0. Auch bei Kapitänin Giulia Gwinn (r.) war die Welt vor dem Anpfiff noch in Ordnung, doch in der ersten Halbzeit verletzte sich schwer am Knie und musste ausgewechselt werden. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Von der ersten Minute des Turniers zeigte die deutsche Torfrau vollen Einsatz – und scheute dabei auch vor einer riskanten Spielweise nicht zurück. Gegen Polen war sie teilweise wie einst Manuel Neuer auch außerhalb des Strafraums zur Stelle.
Von der ersten Minute des Turniers zeigte die deutsche Torfrau vollen Einsatz – und scheute dabei auch vor einer riskanten Spielweise nicht zurück. Gegen Polen war sie teilweise auch außerhalb des Strafraums zur Stelle.  © IMAGO/Fotostand / Fantini
Frau klarer Worte: Berger trieb ihrer Vorderleute bei der EM immer wieder voran.
Frau klarer Worte: Berger trieb ihrer Vorderleute bei der EM immer wieder voran.  © IMAGO/Bernd Feil / MiS
Bundestrainer Christian Wück war zu Beginn des Turniers trotzdem nicht vollends mit seiner Keeperin zufrieden. Der Grund: Die teils riskante Spielweise von Berger. „Ich werde mich mit ihr an einen Tisch setzen, dass wir da andere Lösungen finden müssen, sonst werde ich nicht alt“, sagte er nach dem zweiten Spiel gegen Dänemark.
Bundestrainer Christian Wück war zu Beginn des Turniers trotzdem nicht vollends mit seiner Keeperin zufrieden. Der Grund: Die teils riskante Spielweise von Berger. „Ich werde mich mit ihr an einen Tisch setzen, dass wir da andere Lösungen finden müssen, sonst werde ich nicht alt“, sagte er nach dem zweiten Spiel gegen Dänemark. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Denn auch gegen die Skandinavierin zeigte Berger die ein oder andere riskante Aktion – zum Beispiel ein Dribbling weit vor dem eigenen Tor.
Denn auch gegen die Skandinavierin zeigte Berger die ein oder andere riskante Aktion – unter anderm ein Dribbling weit vor dem eigenen Tor. © IMAGO/Michele Finessi
Am Ende ging aber alles gut aus: Deutschland siegte mit 2:1 und erreichte frühzeitig das Viertelfinale.
Am Ende ging aber alles gut aus: Deutschland siegte mit 2:1 und erreichte frühzeitig das Viertelfinale. © IMAGO
Auch Bergers Mitspielerinnen hatten da natürlich Grund zum Jubeln.
Auch Bergers Mitspielerinnen hatten da natürlich Grund zum Jubeln. © IMAGO/IPA Sport/ABACA
Ein paar Tage später dann der erste Dämpfer: Gegen Schweden kassierte Deutschland ein 1:4.
Ein paar Tage später dann der erste Dämpfer: Gegen Schweden kassierte Deutschland ein 1:4. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Trotz vollem Einsatz musste Berger viermal hinter sich greifen.
Trotz vollem Einsatz musste Berger viermal hinter sich greifen. © IMAGO/Markus Fischer
Die deutsche Abwehr und Berger präsentierten sich an diesem Abend schwach – und wurden in den folgenden Tagen stark kritisiert.
Die deutsche Abwehr und Berger präsentierten sich an diesem Abend schwach – und wurden in den folgenden Tagen stark kritisiert.  © IMAGO/Bernd Feil / MiS
Nach dem Spiel zeigte sich Berger selbstkritisch und betonte: „Ich bin froh, dass es jetzt passiert ist und nicht im Viertelfinale. Es waren vielleicht zwei, drei Bälle dabei, die ich mir noch mal angucken werde.“
Nach dem Spiel zeigte sich Berger selbstkritisch und betonte: „Ich bin froh, dass es jetzt passiert ist und nicht im Viertelfinale. Es waren vielleicht zwei, drei Bälle dabei, die ich mir nochmal angucken werde.“ © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler
19.07.20205, Frauen-EM, FRA-GER
Mit Erfolg: Im Viertelfinale gegen Frankreich machte sie alles wieder gut. Mehrfach zeichnete sie sich mit starken Aktionen aus. © Mit Erfolg: Im Viertelfinale gegen Frankreich machte sie alles wieder gut. Mehrfach zeichnete sie sich mit starken Aktionen aus.
Mit Erfolg: Im Viertelfinale gegen Frankreich machte sie alles wieder gut. Schon in der regulären Spielzeit und der Verlängerung zeigte sie herrausragende Paraden.
In der Verlängerung zeigte Berger dann ihre gesamte Klasse. Mit einer Parade, die wohl in sämtlichen Jahresrückblicken zu sehen sein wird, verhinderte sie ein Eigentor und machte so das Elfmeterschießen überhaupt möglich. © IMAGO/Bernd Feil / MiS
Doch im Elmeterschießen...
Doch im Elmeterschießen...  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
... avancierte sie endgültig zur Heldin und parierte zwei Versuche der Französinnen.
... avancierte sie endgültig zur Heldin und parierte zwei Versuche der Französinnen.  © IMAGO
Und nicht nur das: Sie zeigte sich auch noch treffsicher und verwandelte sicher vom Punkt.
Und nicht nur das: Sie zeigte sich auch noch treffsicher und verwandelte sicher vom Punkt. © IMAGO
Der Jubel nach dem Triumph kannte keine Grenzen.
Der Jubel nach dem Triumph kannte keine Grenzen. © IMAGO/Jose Breton
Im Halbfinale gegen Spanien drückte Bergers 92-jähriger Opa von der Tribüne aus die Daumen.
Im Halbfinale gegen Spanien drückte dann auch Bergers 92-jähriger Opa von der Tribüne aus die Daumen. Obwohl dieser zunächst erst im Finale anreisen wollte. © IMAGO/Markus Ulmer
Wieder zeigte Berger starke Paraden...
Wieder zeigte Berger starke Paraden... © IMAGO/Bernd Feil / MiS
... und hielt das DFB-Team mehrfach im Spiel ...
... und hielt das DFB-Team mehrfach im Spiel. © IMAGO/Philipp Kresnik / SheKicks / SPP
Dabei ging sie immer wieder volles Risiko, musste einstecken und entsprechend behandelt werden.
Dabei ging sie immer wieder volles Risiko, musste einstecken und entsprechend behandelt werden. © IMAGO/Bernd Feil / MiS
... doch ausgerechnet wenige Minuten vor Ende der Verlängerung unterläuft ihr ein folgenschwerer Fehler, der zum 1:0 für Spanien führt. Enttäuscht muss sie den Ball aus dem Netz holen.
Bis kurz vor dem erneuten Elfmeterschießen schien alles dafür bereitet, dass Berger erneut zur Heldin werden könnt. Doch wenige Minuten vor Ende der Verlängerung unterläuft ihr ein folgenschwerer Fehler, der zum 1:0 für Spanien führt. Enttäuscht muss sie den Ball aus dem Netz holen. © IMAGO/Ana Escobar
Kurz darauf ist das deutsche Aus besiegelt. Berger versucht, es mit Fassung zu tragen.
Kurz darauf ist das deutsche Aus besiegelt. Berger versucht, es mit Fassung zu tragen. © IMAGO/Pascal Kesselmark
Doch schlussendlich wird auch sie von ihren Gefühlen übermannt. Im Interview nach dem Spiel nimmt sie die Schuld am Ausscheiden auf sich.
Doch schlussendlich wird auch sie von ihren Gefühlen übermannt. Im Interview nach dem Spiel nimmt sie die Schuld am Ausscheiden auf sich. © IMAGO/Bernd Feil / MiS

Comeback von Manuel Neuer? Nagelsmann bleibt vorsichtig

Angesprochen auf ein mögliches DFB-Comeback von Manuel Neuer reagierte Nagelsmann mit einer klaren, aber nicht endgültigen Aussage: „Stand jetzt gibt es diese Überlegung nicht.“ Zwar sei der Fußball ein „schnelllebiges Geschäft“, doch er rechne fest mit einer Rückkehr von ter Stegen, der im März wieder in den Länderspielen im Tor stehen solle.

Und dennoch: Nagelsmann lässt sich eine Option offen – auch für Rückkehrer wie Neuer, der einem Comeback unter gewissen Bedingungen wohl nicht abgeneigt ist. „Ich habe zu allen gesagt, die zurückgetreten sind: Die Tür ist nie zu. Alle sind eingeladen, die einen deutschen Pass haben, Top-Leistungen zu bringen und besser zu sein, als alle anderen.“ (BenHot)

Rubriklistenbild: © IMAGO / osnapix IMAGO / Eibner IMAGO / Fotoagenzia

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