Nagelsmann kündigt Kimmich-Überraschung für die WM 2026 an
VonBenedict Hottner
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Julian Nagelsmann kündigt eine zentrale Änderung in der Nationalmannschaft für die WM 2026 an – und sorgt damit für eine kleine Sensation.
Leipzig – Beim DFB-Team war Joshua Kimmich unter Bundestrainer Julian Nagelsmann vor allem als Rechtsverteidiger gefragt. „Wir haben keinen Rechtsverteidiger, der ansatzweise das Niveau von Joshua erreicht. Das ist Fakt.“, hatte dieser sogar selbst zu Protokoll gegeben. Doch nun hat bei Nagelsmann offenbar ein Umdenken stattgefunden.
Kimmichs Rückkehr ins Zentrum: Nagelsmann plant mit Bayern-Star im Mittelfeld
Wie der Bundestrainer beim Trainer-Kongress in Leipzig bekanntgab, soll der Bayern-Profi, der auch DFB-Kapitän ist, bei der Weltmeisterschaft 2026 wieder im zentralen Mittelfeld auflaufen. „Stand jetzt kehrt er auf die Sechs zurück, weil er einfach einer von zwei, drei Spielern ist, der in seinem Klub da immer spielen wird“, sagte Nagelsmann im Gespräch mit Sky Sport-Moderator Michael Leopold.
Kimmich hatte seit Nagelsmanns Amtsantritt im Jahr 2024 alle 19 Länderspiele als Rechtsverteidiger absolviert – auch während der Heim-EM 2024. Beim FC Bayern München agiert der 29-Jährige jedoch weiterhin auf seiner angestammten Sechserposition. Die Frage nach seiner bevorzugten Position nervt Kimmich schon länger.
DFB-Taktik zur WM 2026: Zentrale Strukturänderung geplant
Nagelsmann begründete die Entscheidung mit einer strategischen Neuausrichtung für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko, bei der Adidas ein letztes Mal für ein „Banger-Trikot“ sorgen will. „Wir werden taktisch schon bisschen was anpassen“, so der Bundestrainer. Im Hinblick auf die aktuelle Personalsituation im defensiven Mittelfeld gebe es Handlungsbedarf: „Stand jetzt haben wir nur zwei Spieler, die in ihren Klubs auch Stammspieler sind. Da werden wir ein bisschen was anpassen müssen, um einfach auch unser zentrales Pärchen – das Herzstück einer jeden Mannschaft – frühzeitig zu finden.“
Mit Blick auf die „Kürze der Zeit“ bis zur WM wolle man in diesem zentralen Bereich keine Experimente wagen. „Ich glaube schon, dass wir nicht die Möglichkeit haben, zu viel zu gamblen auf der Position und dazu die Gefahr zu haben, dass wir Spieler finden, die vielleicht nur 30 oder 50 Prozent Spielzeit in ihren Klubs haben. Diese Gefahr besteht bei vielen anderen Sechsern leider“, erklärte Nagelsmann, der sich gleichzeitig auch zur DFB-Zukunft von Manuel Neuer äußerte.
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Kimmich bleibt flexibel – Hintertür für Rechtsverteidiger-Rolle ist offen
Ganz ausgeschlossen ist eine Rückkehr Kimmichs auf die rechte Abwehrseite aber nicht. Nagelsmann lobte seine Leistungen auf dieser Position ausdrücklich: „Josh hat als Rechtsverteidiger überragende Werte, auch einen super Einfluss auf unser Spiel.“ Sollte sich also kein geeigneter Kandidat für die rechte Seite finden, könnte sich das DFB-Team erneut auf Kimmichs Vielseitigkeit verlassen.
Doch vorerst ist der Plan klar: Kimmich soll im Mittelfeld die Kontrolle übernehmen und dort das Spiel des DFB-Teams bei der WM 2026 prägen. Ein Schritt, der nicht nur seine Rolle stärkt, sondern auch die dringend benötigte Stabilität ins Zentrum bringen soll. (BenHot)