- VonLuca Hartmannschließen
Nach der verkorksten WM 2018 trat Weltmeister Mesut Özil zurück – und warf dem DFB anschließend sogar Rassismus vor. Oliver Bierhoff bedauert den Ausgang des Falls.
Frankfurt – Auch fünf Jahre nach dem geräuschvollen Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft sorgt die Personalie weiter für Gesprächsstoff. Özil war nach dem Vorrundenaus bei der WM 2018 zurückgetreten. In einem Statement warf er dem DFB anschließend Rassismus vor, gegen den damaligen Verbands-Präsident Reinhard Grindel erhob der Weltmeister von 2014 schwere Vorwürfe.
| Mesut Özil | |
|---|---|
| Geboren: | 15. Oktober 1988 (Alter: 35 Jahre), in Gelsenkirchen |
| Position: | Offensives Mittelfeld, Flügel |
| Vereine als Spieler: | FC Schalke 04, Werder Bremen, Real Madrid, FC Arsenal, Fenerbahçe Istanbul, Istanbul Başakşehir |
| Länderspiele: | 92 |
Mesut Özil verlässt DFB-Team nach Rassismus-Vorwurf
Kurz vor dem damaligen WM-Start hatten sich Özil, der zuletzt auch mehrere Pro-Palästina-Posts verfasste, und Nationalmannschafts-Kollege İlkay Gündoğan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ablichten lassen. Die Fotos wurden von deutschen Medien scharf kritisiert. Auch Grindel attackierte Özil anschließend für die Aktion. Das ließ Özil nicht auf sich sitzen.
„Ich werde mich nicht länger als Sündenbock missbrauchen lassen dafür, dass Grindel inkompetent ist und seinen Job nicht richtig machen kann“, schrieb Özil anschließend in seinem Rücktritts-Statement. Weiter schrieb er, „in den Augen von Grindel und seinen Unterstützern“ sei er ein Deutscher, wenn die Mannschaft erfolgreich sei, aber ein Migrant, wenn sie verliere. Der Rassismus-Vorwurf schlug damals hohe Wellen und beschäftigt auch heute noch den damaligen Teammanager Oliver Bierhoff.
Ex-DFB-Boss Oliver Bierhoff bedauert Özil-Rücktritt
„Ich hatte noch ein, zweimal mit ihm Kontakt, allerdings nur einen kurzen Gruß per SMS“, sagte Bierhoff der Deutschen Presse-Agentur. „Es tut mir leid, wie es geendet ist.“ Am Samstag empfängt die deutsche Nationalmannschaft im ersten Heimspiel des neuen Bundestrainers Julian Nagelsmann in Berlin die Türkei. Eine Einladung von Özil zum Spiel ist von DFB-Seite nicht geplant.
Auch fünf Jahre nach dem Eklat sind die Hintergründe für die damaligen Vorwürfe für Bierhoff noch unklar. „Ich kann seine Beweggründe nicht erklären. Als deutscher Fußball wie auch als Land haben wir alles dafür getan, dass Mesut sich bei uns wohlfühlen kann. Wenn er das inzwischen anders sieht, tut mir das leid“, erklärt Bierhoff, der inzwischen einen neuen Job beim US-Football-Team der New England Patriots bekleidet.
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Bierhoff kann Özils „Beweggründe nicht erklären“
Für Bierhoff, der nach der WM-Enttäuschung in Katar seinen Posten als Geschäftsführer der Nationalmannschaft räumen musste, sei die Causa Özil inzwischen abgeschlossen. „Das Kapitel ist jetzt abgeschlossen, natürlich verbunden mit großer Dankbarkeit für seine Leistungen“, sagte Bierhoff.
Özil spielte in der Fußball-Bundesliga bei Schalke und Werder Bremen, bevor er drei Jahre für die Königlichen von Real Madrid und acht Jahre in London für den FC Arsenal spielte. Anschließend ließ er seine Karriere bei den Istanbuler Vereinen Fenerbahçe und Başakşehir ausklingen, bevor er 2022 seine Karriere beendete.
Sein Berater verriet kürzlich, dass Özil einst sogar fast beim FC Bayern gelandet wäre, sein Wechsel aber wegen eines kuriosen Grunds scheiterte.
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