VonAndreas Apetzschließen
Die Nationalmannschaft Ecuadors konnte zwar noch keine Titel gewinnen, stand allerdings schon einmal in der K.O.-Runde einer WM. Alle Infos im Überblick.
Quito – Die ecuadorianische Nationalmannschaft gehört aus historischer Sicht zu den schwächeren Fußballnationen in Südamerika. Trotz der schwankenden Leistungen ist die Mannschaft in den letzten Jahren zu einem ernstzunehmenden Gegner gereift und sollte von niemandem unterschätzt werden.
| Verband | Federación Ecuatoriana de Fútbol |
|---|---|
| Gründungsjahr | 1925 |
| Erstes Länderspiel | 8. August 1938 gegen Bolivien (1:1) |
| Größte Erfolge | WM-Achtelfinale (2002), 4. Platz bei der Copa América (1959, 1993) |
| Rekordnationalspieler | Iván Hurtado (168 Einsätze, 1992 bis 2014) |
| Rekordtorschütze | Enner Valencia (38 Tore, 2012 bis heute) |
| Stand: 22. Dezember 2022 |
Ecuadorianische Nationalmannschaft: Gründung und Anfänge
Den Fußball brachte Juan Alfredo Wright nach Ecuador, als dieser nach seinem Studium in England zurück in sein Heimatland kehrte. Zusammen mit seinem Bruder gründete er 1899 die erste ecuadorianische Fußballmannschaft und legte damit den fußballerischen Grundstein in Ecuador.
Mit der wachsenden Popularität des Sports im Land wurden weitere Mannschaften gegründet. Am 30. Mai 1925 entstand der Fußballverband Federación Deportiva Nacional del Ecuador, der später in Federación Ecuatoriana de Fútbol umbenannt wurde. 1930 verschickte die FIFA eine Einladung zur Teilnahme einer ecuadorianischen Herren-Nationalmannschaft an der ersten Weltmeisterschaft. Der damalige Minister für soziale Sicherheit und Sport lehnte das Angebot jedoch ab, da er mit der finanziellen Ausstattung nicht einverstanden war.
Das erste offizielle Länderspiel bestritt die Mannschaft im Jahr 1938, ein 1:1-Unentschieden gegen Bolivien. Seitdem nimmt das Team aus Ecuador auch an der Copa América teil und war selbst dreimal Gastgeber des Turniers. Ihre erste WM-Qualifikation spielte die ecuadorianische Nationalmannschaft 1962, die Teilnahme an einer Endrunde folgte erst vierzig Jahre später bei der Weltmeisterschaft von 2002 in Japan und Südkorea.
Ecuador und die Copa América
Bei der Copa América misst sich Ecuador seit 1939 mit den besten Mannschaften Südamerikas. Obwohl die Konkurrenz mit Fußballnationen wie Brasilien, Argentinien und Chile vergleichsweise hoch ist, erzielt das Team aus Ecuador regelmäßig sehr gute Ergebnisse. Besonders vor den eigenen Fans konnte die ecuadorianische Nationalmannschaft bisher mit ihrem spielerischen Können überzeugen. Hervorzuheben ist die Copa América von 1993, bei der Ecuador vor heimischem Publikum unter anderem Uruguay schlug und am Ende den vierten Platz belegte.
Einen Aufschwung erlebte die Nationalmannschaft mit der Verpflichtung des bosnischen Trainers Dušan Drasković. Er schaffte moderne Strukturen im Umfeld der Nationalmannschaft und besiegte 1994 erstmals eine der beiden großen Mannschaften Südamerikas. Am 25. Mai 1994 schlug Ecuador Argentinien mit 1:0.
Einzug der ecuadorianischen Nationalmannschaft in die WM-Endrunde
Bei der WM-Qualifikation 1998 wurde das Qualifikationsformat auf ein Heim- und Auswärtsspielsystem umgestellt. Dieser Unterschied wirkte sich stark auf die Leistungen Ecuadors aus, das im Laufe der Saison mehrere wichtige Heimsiege errang. Nach der Ernennung von Hernán Darío Gómez als neuen Cheftrainer für die WM-Qualifikation 2002 gelang Ecuador ein historischer 1:0-Sieg gegen Brasilien. Wenig später sicherte sich die Mannschaft das Ticket für die Endrunde in Japan und Südkorea. Trotz eines Sieges in der Gruppenphase gegen Kroatien schied Ecuador als Letzter der Gruppe G aus.
Bereits vier Jahre später qualifizierte sich die ecuadorianische Nationalmannschaft erneut für die WM-Endrunde. Nach Siegen über Polen und Costa Rica verlor die Mannschaft ihr letztes Gruppenspiel gegen den Gastgeber Deutschland. Sechs Punkte reichten jedoch für den Einzug ins Achtelfinale. Im Spiel gegen England unterlag Ecuador mit 1:0. Die Qualität der ecuadorianischen Mannschaft war vor dem Turnier schwer einzuschätzen. Das Erreichen der K.O.-Runde wurde von den heimischen Fans als Erfolg gefeiert – ein Erfolg, der bislang nicht wiederholt werden konnte.
