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Florian Bajusschließen
David Raum und Niclas Füllkrug haben die Niederlage gegen die Schweiz (1:1) in letzter Sekunde abgewendet. Die Coproduktion war kein Zufall.
Frankfurt – Die Nachspielzeit war längst angebrochen und zur Hälfte vorüber, da durfte die deutsche Nationalmannschaft doch noch jubeln. Der eingewechselte David Raum schlug in der 92. Minute eine Flanke in den Strafraum, der ebenfalls eingewechselte Niclas Füllkrug köpfte den Ball unhaltbar für Yann Sommer ins Tor.
Nach Ausgleich: Raum verrät Flankengeheimnis
In leiser Erinnerung an das Siegtor von Oliver Neuville im WM-Gruppenspiel 2006 gegen Polen feierte die DFB-Elf den Punktgewinn gegen die Schweiz, der gleichzeitig den Gruppensieg bedeutete. Mit dem Abpfiff der Spiele zwischen Dänemark gegen Serbien sowie England gegen Slowenien am Dienstagabend (21 Uhr) wird schließlich feststehen, welche Hürde es im Achtelfinale zu überwinden gilt.
Zuvor feiern die DFB-Stars aber nicht nur die abgewendete Niederlage, sondern auch die Entstehung des Tores. Standardsituationen bleiben eine Schwachstelle, die unter anderem Torschütze Füllkrug nach dem zweiten Gruppenspiel gegen Ungarn (2:0) kritisiert hat. Dafür gelang endlich die Coproduktion mit Raum, die in den Trainingseinheiten mehrfach geübt worden ist.
„Ich studiere immer wieder Flanken mit Füllkrug ein. Es ist schön, wenn sich harte Arbeit, Fleiß und richtige Einstellung auszeichnen“, sagte Raum nach dem Schlusspfiff im Frankfurter Waldstadion.
Befeuern Raum und Füllkrug den Konkurrenzkampf?
Heizt das Joker-Tor den Konkurrenzkampf an? In allen Gruppenspielen vertraute Bundestrainer Julian Nagelsmann stets derselben Startelf, Raum hatte dabei ebenso das Nachsehen gegen Maximilian Mittelstädt wie Füllkrug gegen Kai Havertz. Während Füllkrug in allen Partien als Joker eingesetzt wurde und mit seinem späten Treffer Argumente für eine Chance von Beginn an gesammelt hat, erlebte Raum nach der Einwechslung (61.) seine ersten Minuten bei dieser Europameisterschaft.
Aus einer anderen Perspektive ist der Ausgleichstreffer als Zeichen der Qualität in der Kaderbreite zu interpretieren. Nagelsmann verfügt in seinem 26-köpfigen Aufgebot über ausreichend Optionen, um Änderungen innerhalb des Spiels vorzunehmen und die Dynamik zu verändern.
Gleichwohl wird der 36-Jährige im Achtelfinale zu Veränderungen in der Startelf gezwungen sein, weil Jonathan Tah gegen die Schweiz seine zweite Gelbe Karte kassiert hat und ein Einsatz von Antonio Rüdiger aufgrund einer Muskelzerrung im Oberschenkel fraglich ist. Ein Ausfall beider Innenverteidiger könnte wiederum die Tür für weitere Wechsel schließen, um die Automatismen in den restlichen Mannschaftsteilen zu festigen.
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