„Muss wieder lernen, wie man springt“

Nach Trainingssturz bewusstlos: Skisprung-Ass schimpft über neue Ausrüstung

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Nach einem Sturz im Training verliert der Norweger Halvor Egner Granerud das Bewusstsein. Danach kritisiert er die neuen Skisprung-Anzüge.

Lillehammer – Skispringer setzen sich bei der Ausübung ihres Sports durchaus einer großen Gefahr aus, ein Verlust des Gleichgewichts in der Luft oder während der Landung ist meist gleichbedeutend mit einem Sturz. Je nach Flughöhe und Geschwindigkeit können diese schwerwiegende Folgen haben.

Halvor Egner Granerud
Geboren:29. Mai 1996 (Alter 27 Jahre), Oslo, Norwegen
Debüt im Skisprung-Weltcup:5. Dezember 2015
WM-Medaillen:3x Silber
Gesamtweltcup-Siege:zwei (2020/21 und 22/23)

Granerud stürzt und kommt mit blauem Auge davon

Glück im Unglück hatte am Dienstag Halvor Egner Granerud, der bei einem Trainingssprung in Lillehammer aus der Balance geriet, aufprallte und im Anschluss in ein Krankenhaus gebracht wurde. Offenbar verlor der Norweger im Moment des Aufschlags kurzzeitig das Bewusstsein, mittlerweile gehe es ihm aber wieder gut, wie er NRK mitteilte.

„Ich erinnere mich, dass mein rechter Ski verschwunden ist, aber ich kann mich nicht erinnern, den Hügel heruntergerutscht zu sein. Ich weiß nicht, ob das Adrenalin dafür verantwortlich war, dass ich schwarz gesehen habe oder der Kopf“, so das Wintersport-Ass, das sich ein paar Prellungen zuzog, aber keine Knochenbrüche erlitt.

Halvor Egner Granerud hat nach einem Sturz die neue Skisprung-Ausrüstung kritisiert.

Granerud äußert sich kritisch zur neuen Skisprung-Ausrüstung

Eine Teilschuld sieht Granerud auch bei der neuen Skisprung-Ausrüstung. Die Anzüge wurden verkleinert, dadurch fällt die Tragfläche geringer aus. Um dieselben Weiten wie vor der Anpassung zu erreichen, ist daher ein höheres Tempo beim Absprung von der Schanze notwendig.

„Es wird gefährlicher, weit zu springen. Wir müssen mehr Geschwindigkeit haben, höher springen und härter landen für die gleichen Weiten. Damit bin ich nicht sehr zufrieden. Ich möchte, dass es für mich so sicher wie möglich ist, damit ich so viele Sprünge wie möglich machen kann“, wird Granerud, dessen Landsmann Johannes Thingnes Bö kürzlich ebenfalls einen Trainingsunfall hatte, zitiert.

Geisenberger, Frenzel & Co.: Diese deutschen Wintersport-Stars haben 2023 ihre Karriere beendet

Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
Biathletin Denise Herrmann-Wick jubelt vor dem Holmenkollen.
Es war der Paukenschlag in der Wintersport-Saison 2022/23: Ex-Langläuferin und Biathletin Denise Herrmann-Wick beendete als amtierende Olympiasiegerin ihre Karriere. © IMAGO/VEGARD GRØTT
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Ein ganz großer deutscher Sportler verlässt die Nordische Kombination: Eric Frenzel. 2014 und 2018 wurde er Olympiasieger. © IMAGO/GEPA pictures/ Patrick Steiner
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Der Eisschnellläufer Nico Ihle beendete seine lange Karriere mit 37 Jahren. Sein größter Erfolg: Die WM-Silbermedaille 2017 in Gangneung. ©  via www.imago-images.de
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Die deutsche Nachwuchs-Hoffnung im Biathlon, Luise Müller (22), verkündete völlig überraschend ihr Karriereende. © IMAGO/Harald Deubert
Der deutsche Skifahrer Julian Rauchfuss bei der Abfahrt.
Eine Silbermedaille nahm Technik-Spezialist Julian Rauchfuss bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking mit nach Hause. © IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
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Von Verletzungen und Rückschlägen in der Saison 2022/23 verfolgt: Vanessa Hinz. Die 31-jährige Biathletin hörte 2023 nach ihrem letzten Rennen beim IBU Cup in Obertilliach auf. WM-Silber 2020 im Einzel ist einer ihrer größten Triumpfe. © Harald Deubert/imago
Der deutsche Sportler Jonas Dobler beim Skilanglauf.
Jonas Dobler (Skilanglauf) beendete nach zehn Jahren im Weltcup seine Karriere. © IMAGO/Eibner/Memmler
Nolan Seegert tanzt mit seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase auf dem Eis.
Der 30-jährige Nolan Seegert beendete seine Karriere als Paarläufer aufgrund der Trennung von seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase (l.). © IMAGO/Stephanie Gouiran
Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
Der 30-jährige Paul Fentz beim Eiskunstlauf.
Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
Der deutsche Skirennfahrer David Ketterer beendete den Weltcup in Chamonix auf dem 22. Platz.
Mit David Ketterer haben gleich drei deutsche DSV-Asse ihre Ski nach dieser Saison abgeschnallt. Der 29-jährige gebürtige Donaueschinger kämpfte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen - 2022 wurde „Kette“ zudem Vater.  © Mario Buehner/GEPA pictures/imago

Granerud will an sich arbeiten: „Muss wieder lernen, wie man springt“

Um sich mit der neuen Ausrüstung anzufreunden, hat sich der Gesamtweltcup-Sieger der vergangenen Saison für die kommenden Monate einiges vorgenommen. „Ich muss den ganzen Sommer über technisch ganz gut arbeiten, wenn ich bis zum Winter etwas schaffen will. Ich muss wieder lernen, wie man springt. Die Sprünge, die ich in der letzten Saison gemacht habe und die besten der Welt waren, werden in der nächsten Saison nicht mehr die besten der Welt sein“, macht Granerud klar.

Erleichtert zeigte sich nach dem Sturz der norwegische Nationalmannschafts-Trainer Alexander Stöckl. „Man hofft nur, dass er aufsteht und alleine geht“, so der Österreicher, der auch um die Schwierigkeiten für seinen Vorzeige-Athleten weiß: „Für Halvor ist die Kombination aus kleinerem Anzug, kleinerer Auflagefläche und kleineren Einsätzen in den Schuhen, die den Kontakt mit den Skiern gewährleisten, wahrscheinlich etwas anspruchsvoll.“

Noch bleibt Granerud aber Zeit, um sich mit den neuen Anzügen anzufreunden. Die Skisprung-Saison startet erst am 23. November mit dem Nachtspringen im finnischen Ruka. (masc)

Derweil hat ein deutscher Skispringer seine Karriere mit nur 26 Jahren überraschend beendet.

Rubriklistenbild: © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert

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