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Die Verantwortlichen des VfB Stuttgart wollen nach dem Erreichen der 40 Punkte kein neues Ziel ausgeben. Warum nicht und was Sportdirektor Wohlgemuth dazu sagt.
Stuttgart - Reporter werden nicht müde, danach zu fragen. Nach einem neuen Saisonziel des VfB Stuttgart, der sich als Tabellendritter auf dem besten Weg in Richtung des internationalen Geschäfts befindet. Doch davon wollen die Verantwortlichen der Schwaben nichts wissen, was sie ebenfalls ausdauernd predigen.
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VfB-Sportdirektor Wohlgemuth: „Für uns ist es absolut zweitrangig, Ziele als Überschrift nach außen zu verkünden“
Doch was spricht dagegen? Worin liegt die Gefahr, nach dem Erreichen der 40 Punkte ein ambitionierteres Ziel als den Klassenerhalt auszugeben? Wenn man sich im Verein umhört, ist die Antwort darauf klar: Die Vergangenheit spricht dagegen, die wie ein Damoklesschwert über dem roten Klubhaus schwebt.
Schließlich gab es bereits Präsidenten, die von der Champions League träumten und stattdessen, schneller als sie Königsklasse sagen konnten, mit dem Verein den bitteren Gang in die zweite Liga antreten mussten. Aus dieser Sicht ist die Demut verständlich, die unter anderem VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth an den Tag legt.
Gegenüber BW24 sagte er: „Für uns ist es absolut zweitrangig, Ziele als Überschrift nach außen zu verkünden. Erstrangig war und bleibt der Erfolgshunger im Team selbst. Das ist für uns der Gradmesser.“ Solange sich daran nichts ändere, „besteht kein Anlass, künstlich eine Zielstellung auszurufen“, machte Wohlgemuth deutlich.
Kapitän Anton will mit dem VfB Stuttgart ins internationale Geschäft
Es gibt aktuell keine Anzeichen dafür, dass die Mannschaft es plötzlich satthaben könnte, zu gewinnen. Im Gegenteil, die Mannschaft sprüht vor Freude, um die Champions-League-Plätze mitspielen zu dürfen. Gerade deshalb fällt es ihnen allerdings schwer, sich in Zurückhaltung zu üben, wie Maximilian Mittelstädt zuletzt nach dem 3:1-Sieg gegen den SC Freiburg anzumerken war: „Ich will jetzt keine neuen Ziele ausrufen, bevor es jemand anderes getan hat.“
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Sein Kapitän Waldemar Anton war in dieser Hinsicht schon forscher und verkündete, dass der VfB „natürlich“ in der kommenden Saison international spielen wolle. Eine Ansage, mit der die VfB-Bosse kein Problem gehabt haben wollen. Klar, immerhin untermauern solche Äußerungen den Eindruck einer erfolgshungrigen Mannschaft. Und warum sollte man den Kurs ändern, solange man mit dem aktuellen gut fährt?
Vielleicht wäre es in diesem Sinne tatsächlich kontraproduktiv und gefährlich, von oberster Vereinsebene neue Ziele auszurufen und somit den Druck auf die teilweise junge Mannschaft zu erhöhen. Es nicht zu tun, ist jedenfalls fast erfrischend im Vergleich zu manch einem ehemaligen Verantwortlichen, der in der Vergangenheit mit Größenwahn sein Unwesen im Stuttgarter Traditionsklub trieb und letztlich abstürzte.
Rubriklistenbild: © Michael Weber IMAGEPOWER/IMAGO

