VonDaniel Michelschließen
Die deutschen Sportjournalisten küren die Bundesliga-Trainer der Saison. Vincent Kompany erreicht nicht die Top Fünf. Ein Warnzeichen für den FC Bayern.
München – Die deutschen Sportjournalisten wählen in Kooperation mit dem Fachmagazin kicker seit 2002 den Trainer des Jahres (beziehungsweise der Saison). Der FC Bayern ging mit seinen Coaches dabei sechsmal als Sieger hervor: Felix Magath (2005), Ottmar Hitzfeld (2008), Louis van Gaal (2010), Jupp Heynckes (2013 und 2018) und Hansi Flick (2020).
Für die Saison 2024/25 nahmen nun 635 Sportjournalisten an der Wahl teil, sie kürten Julian Schuster vom SC Freiburg zum Sieger. Platz zwei ging an Horst Steffen (mittlerweile Werder Bremen) von Zweitligist SV Elversberg und Rang drei holte Hansi Flick (FC Barcelona). Auf den Plätzen vier und fünf folgten Dino Toppmöller (Eintracht Frankfurt) und Bo Henriksen (Mainz 05). Vincent Kompany vom FC Bayern brachte es auf Platz sechs.
FC Bayern gewinnt mit Kompany souverän die deutsche Meisterschaft
Wie ist nun dieses Ergebnis einzuordnen? Kompany ist ein auf Top-Niveau unerfahrener Trainer, der mit einer klaren Strategie den FC Bayern zurück auf den Bundesliga-Thron geführt hat. Zudem machte der Belgier medial keine Fehler. Sollte das nicht besser bewertet werden?
Oder fehlte den deutschen Sportjournalisten das Überraschende im Spiel des FC Bayern und war für sie der Gewinn der deutschen Meisterschaft nur Pflichtprogramm? Platz sechs für Kompany im Trainer-Ranking ist definitiv ein Warnzeichen für die Münchner, denn es zeigt in der Tendenz, dass die Fachpresse noch nicht von den Fähigkeiten von Kompany überzeugt ist.
Womöglich spielen auch die ernüchternden Ergebnisse in den Pokal-Wettbewerben (Achtelfinale DFB-Pokal, Viertelfinale Champions League) eine Rolle. Der 39-Jährige sollte deshalb für seine zweite Saison in München vorgewarnt sein, zumal es nahezu jeden Bayern-Coach im neuen Jahrtausend im zweiten Bayern-Jahr zerlegt hat.
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