Welche Rolle spielt Nübel?

Oliver Kahn zeigt Skepsis: Urbig als Neuer-Erbe bei Bayern?

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Der FC Bayern hat Torhüter-Talent Jonas Urbig an Land gezogen. Oliver Kahn sieht es nicht als gegeben an, dass er Manuel Neuers Nachfolger wird.

München – Der FC Bayern hat zu Wochenbeginn die Verpflichtung von Jonas Urbig bekannt gegeben. Der Torhüter kommt vom 1. FC Köln, soll bis zu 10 Millionen Euro Ablöse kosten. Das ist eine hohe Investition für einen Schlussmann, der seit Monaten in der 2. Bundesliga auf der Bank saß. Sie belegt, welch großes Potenzial Urbig attestiert wird.

Für viele Beobachter liegt auf der Hand, dass die Münchner den U21-Nationalspieler zum Erben von Manuel Neuer aufbauen wollen, unter dem der Neuzugang nun mindestens anderthalb Jahre in die Lehre gehen soll. Die langjährige Nummer 1 Oliver Kahn hält diesen Torwart-Plan beim FC Bayern aber nicht für in Stein gemeißelt.

Jonas Urbig oder Alexander Nübel: Wer tritt in die Fußstapfen von Manuel Neuer?

„Neuer und Sven Ulreich werden voraussichtlich noch ein oder zwei Jahre dabei sein. Und wenn du danach eine Auswahl hast, macht das Sinn“, erklärte der spätere Vorstandschef des Rekordmeisters gegenüber der Bild-Zeitung. „Der FC Bayern hat in der Vergangenheit öfter Torwart-Talente geholt wie jetzt Urbig. Der Transfer ist ein Signal für die Zukunft. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass Nübel zurückkehrt und Nummer 1 wird“, so Kahn. Dem Israeli Daniel Peretz scheint er diese Rolle nicht zuzutrauen.

Der FC Bayern hat Jonas Urbig verpflichtet. Ob er die nächste Nummer 1 wird, sieht Oliver Kahn noch offen.

An der ablösefreien Verpflichtung von Nübel vom FC Schalke 04 im Jahr 2020 war der frühere DFB-Kapitän als Vorstand beim FC Bayern beteiligt. Der inzwischen zum Nationalspieler aufgestiegene Torhüter wurde nach einer Saison an die AS Monaco verliehen, derzeit ist er leihweise beim VfB Stuttgart aktiv. Das Geschäft läuft bis 2026, anschließend hat Nübel noch drei Jahre Vertrag in München.

Oliver Kahn: „Vielleicht holt Bayern noch eine richtige Rakete“

Der FC Bayern kann die Leihe allerdings per Klausel schon nach dieser Saison beenden. Im Raum steht, dass der FC Bayern Nübel zurückbeordern und sogleich verkaufen könnte.

„Alexander wollte Nummer 1 sein und war zu ehrgeizig, sich auf die Bank zu setzen. Um Unruhe zu vermeiden, war es sinnvoller, dass er den Verein wechselt“, blickte Kahn auf die Entscheidung bei Nübel zurück. „Wir hätten ihn auch verkaufen können. Es war jedoch perspektivisch besser, sich die Option zu erhalten“, ist der 55-Jährige überzeugt.

Ob Nübel wirklich nochmal für den FC Bayern spielt, ist aktuell schwer einzuschätzen. Das Gleiche gilt aber für die Frage, ob sich Urbig langfristig als Nachfolger von Neuer etablieren kann. „Die Fußstapfen sind für jeden Nachfolger gewaltig“, weiß Kahn. „Vielleicht holt Bayern noch eine richtige Rakete. Ich sehe jedoch derzeit keine.“ Dass Kahn die Nummer 2 des 1. FC Köln nicht als „richtige Rakete“ einschätzt, liegt wohl auf der Hand.

Auch Lothar Matthäus äußerte sich zuletzt skeptisch zu Urbig: „Er hat es nicht geschafft, sich beim 1. FC Köln in der 2. Bundesliga durchzusetzen. Köln stand mit ihm auch in der Tabelle nicht dort, wo sie jetzt stehen.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

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