Zehn Junglöwen im Trainingslager

Argirios Giannikis lobt die Gen-Z-Löwen – 1860-Talente trumpfen auf

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Federleichter Dribbler und ein 1860-Talent mit Biss: Sturmtalent Raphael Ott.
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Zehn Talente aus dem Nachwuchsleistungszentrum sind im Trainingslager. Und die Talente des TSV 1860 München wie Raphael Ott fallen positiv auf.

Windischgarsten – Dribbling über rechts, Doppelpass, nur der Torschuss verrutschte leicht. Zwei der jüngsten Löwen sorgten im Test gegen Blau-Weiß Linz (1:1) für die erste sehenswerte Kombination: Rechtsverteidiger Lukas Reich (17) und Raphael Ott (18) – schon in der U 19 hatten sie herausgestochen, Reich mit seiner Dynamik, Ott mit Technik und Zug zum Tor. Von den mitgereisten Fans gab es Sonderapplaus – und von Trainer Argirios Giannikis Anerkennung, als die Youngster zur Pause unter die Dusche durften.

Moritz Bangerter, Tim Kloss & Co: 1860-Talente fallen positiv auf

Als Ott und Reich gingen, kamen die nächsten Vertreter der weiß-blauen NLZ-Riege: Moritz Bangerter (19) gab einen der beiden Sechser, Tim Kloss (20) rückte nach hinten in die Innenverteidigung, vorne übernahm ein junger Löwe mit dem sehr passenden Namen Cristian Leone (19). Im Tor durften sich nacheinander Erion Avdija (19) und Miran Qela (17) zeigen. Sean Dulic löste in der 73. Minute Kapitän Jesper Verlaat ab. Und auch auf der Bank saßen noch zwei ganz junge Löwen, die schon in Sulzemoos ihre Feuertaufe bei den Profis hatten: Sechser Xaver Kiefersauer (18) und der etwas offensiver denkende Positionskollege Mike Gevorgyan.

Krallt er sich fest? Mittelfeldtalent Xaver Kiefersauer (18) gegen Raphael Schifferl – oben Stümer Raphael Ott.

Im Umfeld der Löwen ist ja viel von den namhaften Verstärkungen die Rede, in Wahrheit ist es aber der eigene Nachwuchs, der den Windischgarsten-Kader beherrscht. 10:9 steht es für die Ganzjung-Löwen. Das geht natürlich nur, wenn man auch die passenden Trainer beschäftigt. Giannikis gilt seit KSC-Tagen als Jugend-Förderer. Türken-Star Hakan Calhanoglu (30) soll seine Entdeckung sein. Praktischerweise steht ihm neuerdings Stefan Lex zur Seite, der als „Koordinator Perspektivspieler“ so manchem Talent den Weg zu den Profis geebnet hat.

Setzt der TSV 1860 wieder auf seine Talente? Junglöwen vorbildlich im Trainingslager

Und ganz nebenbei könnte der wiederentdeckte Jugendkurs auch die Vereinskasse entlasten. Jahrelang hatten die Löwen den größten Batzen aus dem mit 2,95 Mio. Euro gefüllten Nachwuchsfördertopf des DFB gefischt, den Spitzenplatz aber an Unterhaching abtreten müssen. Wo früher regelmäßig eine halbe Million aufs e.V.-Konto wanderte, waren es zuletzt nur 111 000 Euro.

Und vorbildlich verhalten sich die Talente im Trainingslager auch. Ballnetze werden geschleppt, Anweisungen brav umgesetzt. Von wegen arbeitsscheu und verwöhnt. Die Gen Z der Löwen – 1860 hat mit Ott, Reich & Co. eine Generation, die etwas reißen will. (ulk)

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