Auszahlung des Nachwuchsfördertopfes

Unterhaching sahnt wegen Talentförderung ab – 1860 kriegt mehr als eine halbe Millionen weniger

+
Im S-Bahn-Derby siegte die SpVgg Unterhaching in der letzten Saison zweimal gegen 1860 München.
  • schließen

Die SpVgg Unterhaching wird vom DFB für seine Talentförderung in der 3. Liga belohnt. Der TSV 1860 München kassiert deutlich weniger Geld.

Die SpVgg Unterhaching hat eine Rekordsumme aus dem Nachwuchsfördertopf der 3. Liga erhalten. Mit fast 760.000 Euro übertrifft der Klub aus der Münchner Vorstadt den bisherigen Rekordhalter TSV 1860 München, der im Vorjahr 648.000 Euro erhielt. Diese Förderung ist die höchste jemals ausgeschüttete Summe und belohnt das Vertrauen in Jugendspieler bei den Vorstädtern.

Entscheidend für die Auszahlung sind die Einsatzzeiten von U21-Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit. Berücksichtigt werden nur Spiele bis zum 33. Spieltag. Dies soll Wettbewerbsverzerrungen in bedeutungslosen Spielen am Saisonende vorbeugen.

Talentförderung beim TSV 1860 München? Keiner der Transfers unter 21

Insgesamt schüttete der DFB 2,95 Millionen Euro an 18 Drittligisten aus. Die Unterschiede in der Verteilung sind groß. Während Unterhaching fast 760.000 Euro erhielt, bekam der Aufsteiger Preußen Münster nur etwa 2.800 Euro. Absteiger MSV Duisburg erhielt mit über 277.000 Euro am zweitmeisten Geld. Der FC Ingolstadt verfehlte nur knapp die Viertel-Millionen-Marke.

Laut DFB wiesen 13 Klubs ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) vor. Diese erhalten pauschal 100.000 Euro. Klubs, die einen Antrag auf Anerkennung eines Leistungszentrums gestellt hatten, werden jeweils mit 50.000 Euro gefördert. Die Gelder aus dem Nachwuchsfördertopf dürfen nur zweckgebunden zur Talentförderung verwendet werden.

Im Vergleich zum Vorjahr kassiert der TSV 1860 über eine halbe Million Euro weniger. Im kommenden Jahr kündigte Sport-Geschäftsführer Christian Werner an, wieder vermehrt auf die Jugend zu setzen. Gleichzeitig holten die Löwen aber bislang neun Neuzugänge. Keiner der Spieler ist vor dem vom DFB festgelegten Stichtag am 1. Juli 2003 geboren. Damit einige Junglöwen dennoch den Durchbruch schaffen, wurde Stefan Lex installiert, der sogar zum Co-Trainer von Argirios Giannikis aufsteigen könnte.

Unterhaching kassiert über 700.000 Euro mehr als vier Vereine der 3. Liga

Ab der Saison 2024/25 wird der Nachwuchsfördertopf neu geregelt. Die jährliche Gesamtsumme wird deutlich reduziert. Sehr zum Ärger von Haching-Präsident Manfred Schwabl, der vehement auf den Einsatz von Talenten pocht.

„Wir sind unglaublich stolz auf diesen Erfolg“, kommentierte Schwabl die Auszahlung. „Diese Rekordsumme ist eine großartige Bestätigung unserer Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum und der Philosophie des Gesamtvereins. Unser Fokus liegt weiterhin auf der Entwicklung und Förderung junger Talente, denn das ist der Schlüssel zu unserem nachhaltigen Erfolg.“ Gleichzeitig sieht Schwabl nach wie vor Verbesserungsbedarf „hinsichtlich der Anzahl der Einsatzminuten deutscher Nachwuchstalente sowie der Auszahlungsbeträge der Fördermittel.“ Die 3. Liga müsse wieder mehr zu seinem Ursprungsgedanken zurück und auch als „Ausbildungsliga“ dienen, so Schwabl: „Das ist aus meiner Sicht eine sehr große Schwäche im System Deutscher Fussball.“

Einsatz von Maurice Krattenmacher zahlt sich für die SpVgg Unterhaching aus

Unterhaching setzte in der Saison 2023/24 mehr als ein Dutzend deutscher Spieler unter 21 Jahren ein. Aaron Keller war der meist eingesetzte U21-Spieler bei der SpVgg. Der U21-Nationalspieler der Schweiz spielt aber aufgrund seiner Nationalität für den Fördertopf keine Rolle. Der inzwischen zum FC Bayern transferierte Maurice Krattenmacher spulte am meisten Minuten aller deutscher U21-Spieler bei den Vorstädtern ab. Auf Rang zwei und drei landen Ben Westermeier und Max Lamby, die beide über 1.000 Drittliga-Minuten spielten. (btfm)

Kommentare