Porsche mit wichtiger Rolle im Transfer-Poker um Bayern und Woltemade
VonStefan Schmid
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Wenn die Bayern klopfen, kann kein Bundesliga-Klub ein Transfer-Angebot ablehnen? Diese Zeiten sind vorbei, zumindest beim VfB Stuttgart.
München/Stuttgart – Nick Woltemade bleibt beim VfB Stuttgart. So lässt sich zumindest die aktuelle Lage rund um den Transfer-Poker bezeichnen, der eigentlich kein wirklicher Poker ist. Denn der FC Bayern blitzte bislang mit allen Angeboten ab. Die Stuttgarter senden damit ein deutliches Signal: Lieber Nick Woltemade im Kader als 50 Millionen Euro mehr auf dem Konto. Eine Entwicklung, die nicht zufällig zustande kam.
Schlecht für FC Bayern: Solide Finanzlage macht VfB im Transfer-Fenster stark
Das neue Selbstbewusstsein der Stuttgarter hat handfeste Gründe: Durch den Einstieg von Porsche als Anteilseigner 2023 soll der VfB rund 100 Millionen Euro mehr an Mitteln zur Verfügung haben, beziehungsweise schon fest damit planen können. Zusätzlich sorgen die Einnahmen aus der Champions-League-Teilnahme in der vergangenen Saison und clevere Transfererlöse für eine stabile finanzielle Basis.
Auch die gewinnbringenden Verkäufe von Serhou Guirassy, Waldemar Anton und Hiroki Ito im letzten Sommer trugen zur wirtschaftlichen Stabilität bei. Damit hat nicht zuletzt sogar der FC Bayern selbst mit seinen 23,5 Millionen Euro für Ito seinen Teil dazu beigetragen, damit es bei Woltemade nun umso schwieriger wird.
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Die Verkäufe als Basis der finanziellen Stabilität sind dabei bei einem Teil der Fans wohl deutlich lieber gesehen, als der Anteil Porsches. Schon kurz nach der Besetzung des Aufsichtsrates mit einem Vertreter des Autoherstellers äußerten sich die Ultras negativ über den neuen Einflussnehmer. Damals bezog Vorstandschef Alexander Wehrle Stellung für den Anteilseigner.
Klare Ansage von VfB-Chef Wehrle in Richtung FC Bayern
Wehrle machte auch nun die Position des Vereins deutlich: „Wir verhandeln ja nicht. Nick wird nächstes Jahr bei uns Fußball spielen.“ Diese klare Haltung, passend dazu am Rande der Kinopremiere zum Film über den gewinnbringenden Sieg im DFB-Pokal geäußert, wird von Aufsichtsrat und den Anteilseignern Porsche und Mercedes vollumfänglich unterstützt.
So passt es ins Bild, dass das zweite Bayern-Angebot über 50 Millionen Euro plus Boni prompt abgelehnt wurde. Zuletzt berichtete die Bild darüber, dass noch mindestens zusätzliche 15 Millionen Euro fehlen, bis man sich mit den Münchnern überhaupt an den Verhandlungstisch setzen würde. (sch)