VonKorbinian Kothnyschließen
Felix Neureuther und Linus Straßer kritisieren die Klimaproteste in Gurgl. Die beiden Skifahrer stören sich vor allem an der Art der Aktion.
München – Der orange Schnee von Gurgl erhitzt weiter die Gemüter. Am Samstag waren beim Herren-Weltcup-Slalom Klima-Aktivisten in den Zielraum eingedrungen und hatten die Piste mit orangefarbenem Pulver bestreut. Das Rennen musste daraufhin für etwa zehn Minuten unterbrochen werden.
Klimaproteste in Gurgl für Neureuther am falschen Ort
Auch mit einigen Tagen Abstand äußerten sich Felix Neureuther und Linus Straßer kritisch gegenüber dem Protest. Im BR24-Podcast „Pizza & Pommes“ störte sich Neureuther vor allem am Platz der Aktion. „Da geht es nur um Aufmerksamkeit. Meines Erachtens war dieser Protest einfach am falschen Platz und an der falschen Stelle“, sagte der frühere Weltklasse-Slalomfahrer.
In Gurgl würden „zu 100 Prozent regenerative Energien“ genutzt: „Das ist das nachhaltigste Rennen des Jahres“, sagte Neureuther. Generell verteidigte der 13-fache Weltcupsieger den Skisport und seine Athleten: „Skifahrer sind alles Kinder der Berge. Sie haben ein großes Bewusstsein für das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit ist ihnen sehr wichtig.“
Neureuther kritisiert frühen Saisonstart
Neureuther selbst hatte in der Vergangenheit zum Beispiel den frühen Saisonstart in Sölden hinsichtlich der Nachhaltigkeit kritisiert. Die Klimaproteste im Sport heißt er aber nicht gut. „Dann sollen sie zu den Politikern gehen und nicht den Sport beeinträchtigen“, forderte Neureuther.
Straßer, der beim Weltcup in Gurgl selbst den 9. Platz belegte, ist sich der Brisanz des Themas bewusst. „Das Thema ist heikel. Es ist so emotional aufgeladen, dass es echt schwierig ist, da sachlich drüber reden zu können – vor allem in der Öffentlichkeit“, sagte der 31-Jährige im Podcast.
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Straßer über Klima-Aktivisten: „Das geht völlig am Ziel vorbei“
„Ich sehe es so: Wenn du 100 Leute auf der Straße fragst, bezüglich Klimaschutz, Nachhaltigkeit, etc., dann werden dir 99 Prozent sagen: Cool! Wenn da was dahintersteckt und die Leute mitnehmen kannst, hat da doch jeder Lust drauf“, ist sich Straßer sicher.
Mit den Aktivisten kann aber auch der Münchener nichts anfangen. „Ich nehme das so wahr und auch die Leute in meinem Umfeld, da sagt jeder: Lass mich mit denen in Ruh! Die sind nur noch genervt. Von daher, glaube ich, geht das völlig am Ziel vorbei“, kritisiert der Slalomspezialist.
Straßer wirft Klima-Aktivisten Gewalt vor
Vor allem die Form des Protests in Gurgl findet Straßer nicht in Ordnung. „Es wird behauptet, es ist ein gewaltfreier Protest. Nur weil es physisch gewaltfrei ist, heißt es nicht, dass es keine Gewalt gibt. Da steckt sehr wohl Gewalt dahinter“, findet der 31-Jährige. Dem pflichtet auch Neureuther abschließend bei: „Reden ja, aber mit Gewalt und extremen Dingen nein.“ (kk)
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