VonPhilipp Kuserauschließen
RB Leipzig gewinnt erneut den DFB-Pokal. Für viele Fans und Einsatzkräfte war es jedoch ein Abend zum Vergessen. Die Aufreger des Endspiels im Überblick.
Berlin – Leipzig hat es wieder getan! Bereits zum zweiten Mal infolge krönte sich RB im Berliner Olympiastadion zum DFB-Pokal-Sieger. Ein zweifach abgefälschter Schuss von Christopher Nkunku (71.) und ein Treffer kurz vor Schluss durch Dominik Szoboszlai (85.) reichten am vergangenen Samstag gegen Eintracht Frankfurt für den ganz großen Wurf.
In der Saison zuvor zitterten sich die damals noch von Domenico Tedesco trainierten Leipziger im Elfmeterschießen gegen Freiburg zum Erfolg. Im jüngsten Finale gegen die Eintracht sollte sich diese Erfahrung von letzter Saison auszahlen. RB ging mit der Routine eines amtierenden Pokal-Siegers in das Endspiel und ließ sich weder von Frankfurts aggressivem Pressing noch von der ein oder anderen gefährlichen Gelegenheit der Adler aus der Ruhe bringen. Nach Abpfiff ließen die Leipziger ihren Emotionen dann freien Lauf inklusive einer Bierduschen-Eskalation bei der anschließenden Pressekonferenz mit RB-Trainer Marco Rose. Doch auch auf den Rängen und der Siegerehrung ging es chaotisch zu – die Aufreger des Pokal-Finals im Überblick.
Fan-Krawalle überschatten DFB-Pokal-Finale in Berlin
Das Finale zwischen Leipzig und Frankfurt war noch nicht alt, da hallten von den Rängen die ersten Böller-Klänge durch die Luft des Berliner Olympiastadions. Es war der Auftakt einer nicht enden wollenden Pyro-Abfackelung, die ZDF-Kommentator Oliver Schmidt immer wieder zusammenzucken ließ, wie er während des Spiels berichtete. Neben der Pyro-Zündeleien sollen auch Feuerwerksraketen und Böller in den Innenraum des Stadions geschossen worden sein, was zu einem Chaos führte.
Insgesamt sind dabei laut SID 36 Einsatzkräfte aufgrund von Rauchvergiftungen und Knalltraumata verletzt worden. Auch die Feuerwehr musste anrücken und in Brand geratene Fan-Gegenstände löschen – insgesamt sollen 24 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sein. Sogar der Wiederanpfiff verzögerte sich aufgrund der dauerbrennenden Pyro-Technik. Fan-Chaos auf den Rängen, verletzte Einsatzkräfte, Löscheinsätze – auf beide Vereine werden wahrscheinlich hohe Geldstrafen zukommen. Es war die eindeutig größte Schattenseite dieses turbulenten Endspiels.
Pfeifkonzert rund um Leipzigs Pokal-Übergabe
Den Sonnenplatz im Ranking der beliebtesten Fußballvereine Deutschlands wird RB Leipzig wohl auf absehbare Zeit nicht belegen – das ist nichts Neues. Viele der „Leipzig-Gegner“ stören sich dabei vor allem an der noch sehr jungen Historie sowie an dem Geschäftsmodell des Klubs. Wer nach dem Finalsieg von RB nicht genau wusste, wie es um die Zuneigung der Eintracht-Anhänger gegenüber Leipzig steht, der musste eigentlich nur mal hinhören, als die Pokal-Übergabe bevorstand.
Ein derart gellendes Pfeifkonzert gab es schon lange nicht mehr – selbst der emotionsgeladene Jubel der Leipzig-Fans konnte den von Pfiffen getränkten Lärmpegel nicht überstimmen. Die Awards für die mitunter undankbarsten Nebenrollen an diesem Abend gehen an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DFB-Präsident Bernd Neuendorf, die bei der Pokal-Übergabe mithalfen und von den Fans ebenfalls mit lauten Pfiffen begrüßt wurden.
Leipziger Spieler mit Bierduschen-Eskalation bei Pressekonferenz mit Rose
Der nächste Aufreger folgte dann auf der anschließenden Pressekonferenz mit RB-Trainer Marco Rose. Für den gebürtigen Leipziger war es der erste Titel in Deutschland. Auf einer Pk die Emotionen nach so einem Pokal-Erfolg einigermaßen im Zaum zu halten, dürfte schon schwierig genug sein. Wenn dann auch noch plötzlich die halbe Mannschaft die Fragerunde crasht und den Trainer in Bier badet, dann wird es eine Sache der Unmöglichkeit. Vor allem, weil im Anschluss die komplette Technik samt Mikrofone so von Bier durchnässt war, dass sie nicht mehr funktionierte.
Auch diese Aktion dürfte wohl noch ihr finanzielles Nachspiel haben. Die Pk wurde anschließend übrigens nicht kurzer Hand abgebrochen. Trainer Rose und die Medienvertreter rückten einfach etwas zusammen und führten die Runde vor der Pressebühne fort – allerdings unter einer Bedingung von Rose: „Nur bitte nicht an mir riechen.“ (kus)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Jan Huebner



