Anekdoten rund um das Ski-Idol

„Der ist total narrisch geworden“: Postbote hatte wegen Rosi Mittermaier enormen Stress

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Rosi Mittermaier ist am 4. Januar 2023 verstorben. Ihre Erfolge und ihre Art bleiben aber für immer - genau wie ihre Anekdoten.

Garmisch-Partenkirchen - Der Tod von Rosi Mittermaier hat Deutschland und vor allem alle Wintersportler schwer getroffen. Die Doppel-Olympiasiegerin ist am 4. Januar 2023 im Alter von 72 Jahren verstorben. Die „Gold-Rosi“ litt an Krebs.

Weihnachten verbrachte sie im Kreise ihrer Familie. Dort ist sie schließlich auch eingeschlafen. Ehemann Christian Neureuther sowie die gemeinsamen Kinder Ameli und Felix sind in tiefer Trauer. Rosi Mittermaier war nicht nur eine Ausnahmesportlerin, sondern auch ein herzensguter Mensch. Sämtliche Weggefährten reagierten bestürzt auf ihren Tod.

Rosa Katharina „Rosi“ Mittermaier-Neureuther
Geboren: 5. August 1950, München; verstorben: 4. Januar 2023, Garmisch-Partenkirchen
Kinder: Felix Neureuther, Ameli Neureuther
Ehepartner: Christian Neureuther (Hochzeit 1980)
Größte Erfolge: Doppel-Gold bei den Olympischen Spielen 1976

Rosi Mittermaier ist tot: Ameli und Felix Neureuther reagieren mit emotionalen Statements

Ameli Neureuther sendete jüngst schon eine Instagram-Botschaft, um an ihre Mutter zu gedenken. Felix Neureuther hat inzwischen ebenfalls einen emotionalen Beitrag geteilt, der an seine Mama erinnern soll. Das Mitgefühl der Fans kennt keine Grenzen.

Bei all der Trauer um Rosi Mittermaier werden aktuell auch viele Geschichten aus ihrem Leben erzählt, die zeigen, was sie alles geleistet hat und welchen Vorbildstatus sie hierzulande hatte.

Rosi Mittermaier: Bilderbuch-Ehe mit Christian Neureuther

Etwas, worauf man im Hause Mittermaier-Neureuther extrem stolz sein kann, ist beispielsweise die Bilderbuch-Ehe zwischen Rosi und Christian. Dass die Mama ihrem Felix zunächst nicht erzählte, dass sie selbst einmal eine Top-Skifahrerin war, macht sie noch sympathischer - Rosi Mittermaier wollte nie im Mittelpunkt stehen, nie ein großer Star sein. Sie hatte einfach Freude am Skifahren und am Leben.

So wird die Wintersport-Welt sie auch immer in Erinnerung behalten. Und natürlich war Rosi Mittermaier auch ein Mensch, mit dem man viel Lachen konnte. Einige ihrer Anekdoten aus der erfolgreichen Ski-Karriere werden noch lange für Erheiterung sorgen, beispielweise die folgende.

Rosi Mittermaier ist im Alter von 72 Jahren gestorben.

27.000 Briefe an Rosi Mittermaier: Der arme Postbote „ist total narrisch geworden“

Nachdem Mittermaier bei den Olympischen Spielen 1976 zweimal Gold und einmal Silber gewonnen hatte, war sie der Star schlechthin. „Im olympischen Dorf habe ich Badewannen voll Blumen bekommen. Ich habe dann erst später realisiert, was da alles passiert war“, sagte Mittermaier 2020.

Nach ihren großen Erfolgen wurde sie plötzlich überall erkannt. Jeder wollte der Rosi ganz nahe sein. Es ging sogar so weit, „dass die Leute mit den Autos bis ans Haus gefahren sind, dass da gar kein Gras mehr wuchs“ und „dass die Wäsche von der Leine genommen wurde als Souvenir“. Und weiter: „In meinem Elternhaus war ein ganzes Zimmer voll mit Post und Paketen. In einem Monat sind 27.000 Briefe gekommen, das hat uns der Postbote erzählt, der ist total narrisch geworden“, meinte die „Gold-Rosi“ vor zweieinhalb Jahren anlässlich ihres 70. Geburtstags.

Rosi Mittermaier tot: Bayern trauert um Skistar – ihr Leben in Bildern

Rosi Mittermaier, der bodenständigste und vielleicht verplanteste Ski-Superstar Bayerns. Ein Leben in Bildern.
Rosi Mittermaier, der bodenständigste und vielleicht verplanteste Ski-Superstar Bayerns. Ein Leben in Bildern. © Imag/dpa/dpa
Rosi Mittermaier wächst mitten in der Winkelmoos-Alm auf, ein weit verzweigtes Almgebiet und Hochplateau im südlichen Oberbayern
Rosi Mittermaier wächst mitten in der Winkelmoos-Alm auf, ein weit verzweigtes Almgebiet und Hochplateau im südlichen Oberbayern (Gemeinde Reit im Winkl). Ihr Vater, Kaufmann und Gastwirt, ist staatlich geprüfter Skilehrer. Er verlangt früh viel von der kleinen Rosi. Bei zwei Skiunfällen mit zwölf Jahren brach sie sich erst einen Knöchel, kurz vor der Verheilung den Unterschenkel am selben Bein und konnte mehrere Monate nicht Ski fahren. Doch schon ein Jahr später nahm sie an den Jugendmeisterschaften teil und trainierte 1965 erstmals in der Nationalmannschaft. © Münchner Merkur
In Aktion: Rosi Mittermaier beim Training vor ihrem größten Triumph auf der Axamer Lizum im Stubaital 1976.
In Aktion: Rosi Mittermaier beim Training vor ihrem größten Triumph auf der Axamer Lizum im Stubaital 1976. © Münchner Merkur
Olympischen Winterspielen in Innsbruck im Februar 1976
Ihr größter Triumph: Rosie Mittermaier nach ihrer Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck im Februar 1976. Dort gwann Mittermaier bei allen drei alpinen Ski-Wettbewerben eine Medaille: Am 8. Februar entschied sie die Abfahrt mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Brigitte Totschnig für sich und gewann damit als erste deutsche Skirennläuferin seit Heidi Biebl 1960 eine olympische Goldmedaille – zuvor hatte Mittermaier im Weltcup nie in einem Abfahrtsrennen gesiegt. Drei Tage später gewann sie auch im Slalom mit der Laufbestzeit im zweiten Durchgang, nachdem zunächst ihre Teamkollegin Pamela Behr in Führung gelegen hatte. Im abschließenden Riesenslalom am 13. Februar belegte sie den zweiten Rang mit zwölf Hundertstelsekunden Rückstand auf die Kanadierin Kathy Kreiner. © Münchner Merkur
Rosi Mittermaier Ski Alpin Olympia 1976 in Innsbruck 05 02 1976 Goldmedaille in Abfahrt Slalom
Zweimal Gold bei den Abfahrten und einmal Silber beim Riesenslalom: Für diese Olympischen Spiele hatte Rosi Mittermaier nach eigenen Angaben auch ausnahmsweise im Sommer intensiv trainiert, um es angesichts ihres nahenden Karriereendes „es endlich zu mehr bringen“. © Imago
Weil sie so schön strahlt, hier nochmal ein Medaillenfoto.
Weil sie so schön strahlt, hier nochmal ein Medaillenfoto.  © dpa
Mittermaier mit Mann Neureuther beim Skifahren.
Mittermaier mit Mann Neureuther beim Skifahren.  © Münchner Merkur
Die Liebe ihres Lebens, Christian Neureuther, ebenfalls Skirennläufer, hier bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1974 in St. Moritz, heiratete Rosi Mittermaier 1980.
Die Liebe ihres Lebens, Christian Neureuther, ebenfalls Skirennläufer, hier bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1974 in St. Moritz, heiratete Rosi Mittermaier 1980. © dpa
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther bei ihrer Hochzeit 1980.
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther bei ihrer Hochzeit 1980. © Imago
Hier genießen die beiden bei ihrer Hochzeitsreise in der Dominikanischen Republik. Rosi Mittermaier war leidenschaftliche Taucherin und Surferin.
Hier genießen die beiden bei ihrer Hochzeitsreise in der Dominikanischen Republik 1980. Rosi Mittermaier war leidenschaftliche Taucherin, Fallschirmspringerin und Surferin. Im Frühjahr 1973 verletzte sie sich auf Hawaii beim Surfen und verpasste dadurch den Saisonabschluss und den möglichen Sieg im Slalom-Weltcup. © Imago
Einige Jahre später bekommen Christian Neureuther und Rosi Mittermaier zwei Kinder: Felix und Amelie Neureuther.
Einige Jahre später bekommen Christian Neureuther und Rosi Mittermaier zwei Kinder: Felix und Amelie Neureuther. © Imago
Hier mit ihren Kindern Felix, der gerade die Bronzemedaille im Slalom bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2017 in St. Moritz gewonnen hat und Amelie, eine erfolgreiche Modedesignerin.
Hier mit ihren Kindern Felix, der gerade die Bronzemedaille im Slalom bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2017 in St. Moritz gewonnen hat und Amelie, eine erfolgreiche Modedesignerin. © Sammy Minkoff/Imago
Rosi Mittermaier mit Mann Christian Neureuther bei ihrer dritten Leidenschaft nebst Tauchen und Skifahren: dem Fallschirmspringen.
Rosi Mittermaier mit Mann Christian Neureuther bei ihrer dritten Leidenschaft nebst Tauchen und Skifahren: dem Fallschirmspringen. © Imago
Rosi Mittermaier war auch lange nach ihrem Kariereende immer geliebter Teil der bayerischen Öffentlichkeit. Hier im Gespräch mit dem damaligen Oberbürgermeister von München, Christian Ude. Das Foto mit den Garmischer Alpen im Hintergrund hat unser Merkur-Fotograf Klaus Haag aufgenommen.
Rosi Mittermaier war auch lange nach ihrem Kariereende immer geliebter Teil der bayerischen Öffentlichkeit. Hier im Gespräch mit dem damaligen Oberbürgermeister von München, Christian Ude. Das Foto mit den Garmischer Alpen im Hintergrund hat unser Merkur-Fotograf Klaus Haag aufgenommen. © Klaus Haag
Rosi Mittermaier 1997 in Bonn bei ihrer Ernennung zur ersten deutschen "Botschafterin für Sport, Toleranz und Fairplay". In ihrem anderen Leben war Mittermaier übrigens Sportlehrerin.
Rosi Mittermaier 1997 in Bonn bei ihrer Ernennung zur ersten deutschen «Botschafterin für Sport, Toleranz und Fairplay». In ihrem anderen Leben war Mittermaier übrigens Sportlehrerin. © dpa
Rosi Mittermaier und ihr Mann gehörten zu denjenigen, die Nordic Walking in Deutschland groß gemacht haben, hier bei einer Buchpräsentation am Chinesischen Turm in München.
Rosi Mittermaier und ihr Mann gehörten zu denjenigen, die Nordic Walking in Deutschland groß gemacht haben, hier bei einer Buchpräsentation am Chinesischen Turm in München. © Sigi Jantz
Den Bergen ewig verbunden: Rosi Mittermaier bei einer Tour in den Alpen.
Den Bergen ewig verbunden: Rosi Mittermaier bei einer Tour in den Alpen. © tz
Rosi Mittermaier mit ihrem Freund und Weggefährten Markus Wasmaier bei der Verleihung des Bayerischen Verdienstordens im Maximilianeum.
Rosi Mittermaier mit ihrem Freund und Weggefährten Markus Wasmaier bei der Verleihung des Bayerischen Verdienstordens im Maximilianeum.  © Marcus Schlaf
Für jeden Spaß zu haben: Rosi Mittermaier bei der Feier zum 70. der Firma Bogner in historischem Skioutfit inklusive Holzski.
Für jeden Spaß zu haben: Rosi Mittermaier bei der Feier zum 70. der Firma Bogner in historischem Skioutfit inklusive Holzski. © Jantz
Für jeden Spaß zu haben: Rosi Mittermaier bei der Feier zum 70. der Firma Bogner in historischem Skioutfit inklusive Holzski.
Für jeden Spaß zu haben: Rosi Mittermaier bei der Feier zum 70. der Firma Bogner in historischem Skioutfit inklusive Holzski. © Sigi Jantz
Oder wie hier beim Apfelstrudel backen in ihrem Zuhause in Raum Garmisch-Partenkirchen.
Oder wie hier beim Apfelstrudel backen in ihrem Zuhause in Raum Garmisch-Partenkirchen. © Imago
Rosi Mittermaier bäckt Apfelstrudel auf der Almhütte Christian Neureuther zu Besuch in Garmisch P
Hier mit dem Ergebnis und ihrem Mann. © Imago
Rosi Mittermaier engagierte sich für zahlreiche karitative Projekte: Hier als Schirmherrin der bundesweiten Kinder-Rheumastiftung mit rheumakranken Kindern in Garmisch-Partenkirchen.
Rosi Mittermaier engagierte sich für zahlreiche karitative Projekte: Hier als Schirmherrin der bundesweiten Kinder-Rheumastiftung mit rheumakranken Kindern in Garmisch-Partenkirchen. © dpa
Immer für ein Lächeln gut: Rosi Mittermaier zu ihrem 70. Geburtstag. Danach wurde es ruhig um den bayerischen Superstar. Rosi Mittermaier starb am 4. Januar nach langer Krankheit.
Immer für ein Lächeln gut: Rosi Mittermaier zu ihrem 70. Geburtstag. Danach wurde es ruhig um den bayerischen Superstar. Rosi Mittermaier starb am 4. Januar nach langer Krankheit. © Angelika Warmuth/dpa

Rosi Mittermaier: Ihre Erfolge und ihre Art bleiben für immer in Erinnerung

Nach der Flut an Briefen sollten es nicht mehr lange dauern, ehe Rosi Mittermaier ihre aktive Karriere beendete. Noch 1976 machte sie Schluss, unbeschwertes Skifahren war einfach nicht mehr möglich. Ihre Erfolge, ihre Art, ihr Wesen - all das bleibt aber für immer, auch nach ihrem Tod. (akl)

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

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