- VonLuca Hartmannschließen
In Ruhpolding weckte ein deutscher Youngster Hoffnungen auf einen neuen Stern am Biathlon-Himmel. Doch statt weiter im Weltcup an den Start zu gehen, muss die junge Athletin zunächst die Schulbank drücken.
Ruhpolding/Antholz – Sie gilt als nächste große Hoffnung auf Olympiasiege und WM-Titel: Julia Tannheimer. Auch wenn die Erwartungen an die ganz großen Titel im Biathlon-Zirkus für die gerade erst 18-Jährige noch viel zu früh kommen, macht ihr Debüt im Weltcup doch große Lust auf mehr. Nach starken Ergebnissen in Ruhpolding geht es für Tannheimer jedoch zunächst zurück in die Schule.
Biathlon-Hoffnung Tannheimer mit starkem Debüt in Ruhpolding
Nach überzeugenden Leistungen im zweitklassigen IBU-Cup durfte sich Tannheimer in Ruhpolding erstmals im Weltcup der Großen beweisen und überzeugte auf ganzer Linie. Beim Debüt im Sprint blieb sie fehlerfrei und lief auf Rang 15, damit erfüllte sie bereits die halbe WM-Norm. „Es war total krass – auf der ganzen Strecke. Ich wurde überall angefeuert, da fliegst du die Anstiege hoch, die Fans sind der Hammer“, resümierte Tannheimer nach dem Rennen.
Erst 2022 gab sie ihr Debüt bei den Jugendweltmeisterschaften, knapp zwei Jahre später wird sie beim Heim-Weltcup von tausenden Fans angefeuert. „Ich freue mich so. Das wollte ich schon mein ganzes Leben und dafür trainiere ich die ganze Zeit, um das mitzuerleben“, so Tannheimer. Das große Drumherum inklusive Interview-Marathon nach dem Rennen ist für die gebürtige Ulmerin Neuland. „Ich bin jetzt aufgeregter als vor dem Rennen“, gab sie im ZDF bei ihrem ersten Fernseh-Interview zu.
Abitur statt Weltcup: Tannheimer zurück auf der Schulbank
Eigentlich bereitet sich Tannheimer derzeit in ihrer Heimat auf das anstehende Abitur an. Deshalb gehörte sie beim folgenden Weltcup in Antholz nicht mehr zum Kader. „Sie wird sich jetzt erst einmal wieder auf die Schule konzentrieren und sich dann auf die Teilnahme an der Junioren-WM vorbereiten“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling vom Deutschen Skiverband (DSV). Bei dem Event im estnischen Otepää hofft Tannheimer dann auf ähnlich viele Medaillen wie im vergangenen Jahr, als sie dreimal Gold gewann.
Neben guten Leistungen bei der Junioren-WM und im Weltcup peilt Tannheimer auch in ihrer schulischen Laufbahn Bestleistungen an. „Natürlich ist die oberste Priorität das Abitur. Sie möchte, glaube ich, auch ein sehr, sehr, sehr gutes Abitur machen. Und wir wollen sie unterstützen, dass sie die Schule mit der Note fertigmacht, die sie sich vorstellt“, betonte Frauen-Cheftrainer Kristian Mehringer.
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Biahlon-Youngster zwischen Welctup und Schulstress
Damit das gelingt, ist der Youngster aber auch auf die Unterstützung ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler angewiesen. „Zum Glück bekomme ich von meinen Klassenkameraden immer die ganzen Mitschriften und Lernzettel. Wenn ich in der Schule bin, da helfen mir alle, vor allem bei Mathe“, gibt Tannheimer mit einem Schmunzeln zu.
Spätestens im kommenden Winter dürfte Tannheimer dann regelmäßig zum Weltcup-Team der Frauen gehören. Experten trauen ihr eine ähnliche Karriere wie den ehemaligen Biathlon-Stars Magdalena Neuner, Kathi Wilhelm oder Denise Herrmann-Wick zu. Mehringer ist sich jedenfalls sicher: „Ihr gehört die Zukunft.“
Weniger erfolgreich läuft es derzeit bei einer anderen deutschen Biathletin, die aus dem DSV-Kader gestrichen wurde und die WM verpasst. (LuHa)
Rubriklistenbild: © Instagram / julia_tannheimer und IMAGO / CEPix
