Acht-Sekunden-Tor von DFB-Star Wirtz war NICHT das schnellste des Länderspiel-Samstags
VonStefan Schmid
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Vor dem 23. März wäre Florian Wirtz mit seinem Tor Rekordhalter gewesen. Doch auch Baumgartner bleibt mit seinem Tor weit hinter den Amateur-Rekorden zurück.
Bratislava/Lyon – Die meisten Tore in einer Hinrunde, so und so viele Treffer als Neuzugang oder der schnellste Dreierpack nach einer Einwechslung. Im Fußball gibt es viele, mal mehr, mal weniger sinnvolle Torrekorde, doch dieser Länderspielsamstag kurz vor der EM 2024 dürfte durchaus berechtigt in die Geschichte eingehen. Gleich zwei Spieler trafen unter zehn Sekunden – so schnell waren wenige vor ihnen. Aus deutscher Sicht hätte man trotz des Sieges gegen Frankreich (2:0) allerdings gut und gerne auf ein Tor verzichten können.
Baumgartner erzielt wohl schnellstes Tor – Wirtz Acht-Sekunden-Tor reicht nicht
Schon nach acht Sekunden führte die DFB-Elf im Testspiel am Samstag (23. März) gegen Frankreich. Sämtliche Überlegungen, ob dies nun das schnellste Tor der Länderspielgeschichte gewesen sein könnte, erübrigten sich jedoch fast genauso schnell. Drei Stunden vorher markierte der Christoph Baumgartner für die österreichische Nationalmannschaft nach sieben Sekunden das 1:0 gegen die Slowakei (2:0 für Österreich).
Damit erzielte der Leipzig-Profi laut ORF das schnellste Tor der Länderspielgeschichte. Bisheriger Rekordhalter war der Belgier Christian Benteke, der im Jahr 2016 nach 8,1 Sekunden gegen Gibraltar traf – Angaben laut ORF-Archiv.
Hätte Baumgartner also nicht 23 Stunden, 59 Minuten und 59 Sekunden – sofern exakt angepfiffen wurde – vor Wirtz getroffen, wäre er wohl der neue Rekordhalter gewesen. Als der Ball in Lyon die Torlinie zum ersten Mal überquerte, war die Uhr geradeso noch nicht auf acht Sekunden gesprungen. Immerhin bleibt Wirtz das schnellste Tor der DFB-Geschichte. Bisheriger Rekordhalter war Lukas Podolski, der 2013 gegen Ecuador neun Sekunden für seinen Treffer benötigte.
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Wirtz und Baumgartner weit entfernt von dem wohl schnellsten Tor der Fußballgeschichte
Von den, wahrscheinlich, schnellsten Toren der Fußballgeschichte sind Baumgartner und Wirtz allerdings weit entfernt. Laut der Website der Guiness World Records erzielte der Uruguayer Ricardo Olivera im Dezember 1998 schon nach 2,8 Sekunden einen Treffer.
Wohl schneller, aber nicht vom Rekordbuch anerkannt, traf wohl Ryan Hall. In den Tiefen des englischen Amateurbetriebs erzielte der ehemalige Profi schon nach handgestoppten 2,31 Sekunden das 1:0 für sein Team. Etwas länger, nämlich 2,9 Sekunden, brauchte im November 2023 Florian Rupprecht vom FC Langengeisling. Im Bezirksliga-Spiel gegen den SVN München erzielte Rupprecht vom Anstoß weg den ersten Treffer der Partie. Für Wirtz & Co. gilt somit: Luft nach oben ist immer, auch wenn die Leistung gegen Frankreich zurecht mit guten Noten belohnt wurde. (sch)