VonLars Pollmannschließen
Im Sommer wird der BVB wohl einige Spieler verkaufen, um finanzielle Defizite auszugleichen. Ein Gerücht um Nico Schlotterbeck verursacht nun Unruhe.
Dortmund – Acht Spiele bleiben Borussia Dortmund, um eine völlig verkorkste Bundesliga-Saison noch zu einem versöhnlichen Ende zu bringen. Bei zehn Punkten Rückstand auf die Top vier der Tabelle glauben selbst größte Optimisten allerdings nicht mehr an ein Happyend und die Qualifikation zur Champions League.
Im wichtigsten Klubwettbewerb der Welt wird der BVB wohl fehlen, damit bleibt auch der Zugang zu den großen Fleischtöpfen der UEFA-Vermarktung verwehrt.
Kein Problem, meinte Hans-Joachim Watzke zuletzt. „Dann macht der BVB ein oder zwei Transfers und alles ist wieder im Lot. Ganz einfach“, stellte Watzke eine gewagte Rechnung auf.
PSG soll BVB-Star Schlotterbeck locken
Keine Frage: Trotz der Horror-Saison, die viele BVB-Stars Marktwerte gekostet hat, gibt es im Kader den ein oder anderen Spieler, dessen Verkauf finanzielle Lücken schließen könnte. Damit ging es aber eben auch an die ohnehin schon fragwürdige sportliche Substanz beim BVB.
Das neueste spannende Gerücht illustriert bestens, in welchem Spannungsfeld sich Dortmund bewegen könnte: Paris Saint-Germain soll um Nico Schlotterbeck buhlen. Für den Abwehrmann könnten laut Medienberichten um die 70 Millionen Euro Ablöse fließen.
Damit wäre Schlotterbeck einer der teuersten Verteidiger der Fußballhistorie, Dortmund wäre auf einen Schlag einige finanzielle Sorgen los, wenngleich eine Ablöse nicht vollwertig mit den Zahlungen aus den UEFA-Töpfen zu vergleichen wäre.
Abgang von Schlotterbeck würde die BVB-Fans besonders schmerzen
Allerdings ist Schlotterbeck nicht irgendein Spieler beim BVB. Der 25-Jährige ist der eine stabile Leistungsträger, der sich auch von der Horror-Saison nicht anstecken lässt. Obendrein ist Schlotterbeck beim Dortmunder Publikum über jeden Zweifel erhaben und gilt als eine von nur noch wenigen Identifikationsfiguren im Kader.
Um Schlotterbeck muss sich der nächste BVB-Umbruch drehen, Dortmund will seinen Vertrag vorzeitig langfristig verlängern und ist zu einem deutlichen Plus beim Gehalt bereit. Der Linksfuß, einer der großen Gewinner der beiden DFB-Länderspiele gegen Italien, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der nächste Kapitän von Borussia Dortmund.
Einen solchen Spieler zu verlieren, weil finanziell der Schuh drückt – das wäre für viele Fans schmerzhafter als eine Saison ohne die großen Champions-League-Abende.
Bleibt aus BVB-Sicht zu hoffen, dass sich die Gerüchte nicht weiter erhärten. Ein Glück für Dortmund, dass Paris erst vor der laufenden Saison in der Bundesliga gewildert hat.
Eigentlich braucht PSG den Dortmund-Liebling Schlotterbeck nicht
Mit Willian Pacho haben die Franzosen einen linksfüßigen Innenverteidiger von Eintracht Frankfurt geholt. Der Ecuadorianer ist bei PSG unumstrittener Stammspieler, stand etwa in allen zwölf bisherigen Champions-League-Spielen des Viertelfinalisten in der Startformation.
So ist eigentlich schwer vorstellbar, dass der Nobelverein mit Schlotterbeck ausgerechnet einen zweiten Abwehr-Linksfuß für teures Geld holt. Solche Trivialitäten haben den Scheichklub PSG in der Vergangenheit allerdings nicht immer davon abgehalten, hohe Ablösen zu investieren.
Verlassen kann sich der BVB bislang wohl darauf, dass Schlotterbeck gar nicht wechseln will. Ob der Publikumsliebling zu halten ist, wenn Dortmund kommende Saison gar nicht europäisch vertreten sein sollte, müsste die Zeit zeigen.
Noch bleiben acht Bundesliga-Spiele, um ein solches Szenario zu vermeiden.
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