Wintersport-Star

Biathlon-Queen mit erschütternder Beichte: Karriereende wegen Selbstzweifeln?

  • schließen

Dorothea Wierer beichtet, dass sie Motivationsprobleme und Selbstzweifel hat. Ein Karriereende der Biathlon-Queen rückt offenbar näher.

Bruneck – Der Auftakt im Biathlon-Weltcup steht bevor. Die Athletinnen und Athleten haben eine lange und harte Vorbereitung hinter sich und sind startklar für die Rennen. Zum Auftakt geht es ins schwedische Östersund. Eine der Favoritinnen auf den Gesamtweltcupsieg ist Dorothea Wierer, die im vergangenen Winter Zweite wurde und nur der Französin Julia Simon den Vortritt lassen musste.

Dorothea Wierer
Geboren:3. April 1990 (Alter 33 Jahre), Bruneck
Nationalität:Italien
Sportart:Biathlon

Biathlon-Queen: Wierer spricht von Motivationsproblemen

Doch wie lange wird die Italienerin noch im Weltcup aktiv sein? Wierer ist unschlüssig, ob sie bis Olympia 2026 in ihrer Heimat weitermachen will. „Entweder höre ich 2024 auf, oder ich mache bis 2026 weiter. Es würde keinen Sinn ergeben, einen Winter vor Olympia aufzuhören“, sagte die 33-Jährige kürzlich gegenüber der Zeitung La Stampa.

Dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sie das Gewehr in die Ecke stellt, deutete sie jetzt im Podcast Extrarunde an: „Ich merke schon, dass ich langsam etwas müde bin, habe auch manchmal Motivationsprobleme. Man möchte auch mal etwas anderes machen. Die letzte Saison war gut, aber dann kommt der Sommer, der für mich immer sehr kritisch ist. Auch das Alter spielt eine Rolle. Viele andere haben aufgehört, ich bin noch da.“

Wird Dorothea Wierer ihre Karriere nach der kommenden Saison beenden?

Wierer findet vor allem das ganze Drumherum sehr anstrengend. „Ich habe immer viel zu viel zu tun. Ich müsste mich eigentlich zweiteilen, um alles zu schaffen. Alle ziehen an einem, alle wollen etwas, Interviewanfragen und so weiter. Es ist sehr, sehr anstrengend. Dann bin ich überhaupt nicht in Form und hoffe, dass ich mich im November retten kann“, gab die Italienerin zu.

Biathlon: Selbstzweifel bei Wierer

Überraschenderweise bezeichnet sich Wierer als nicht selbstbewusst, obwohl sie eine der weltbesten Biathletinnen ist und zahlreiche Erfolge feiern konnte. „Ich bin immer extrem selbstkritisch, habe Selbstzweifel und sehe mich selbst im Biathlon nie als gut genug“, gestand sie im Podcast Extrarunde. Diese Selbstwahrnehmung könnte ein weiterer Grund sein, im kommenden Sommer aufzuhören.

Geisenberger, Frenzel & Co.: Diese deutschen Wintersport-Stars haben 2023 ihre Karriere beendet

Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
Biathletin Denise Herrmann-Wick jubelt vor dem Holmenkollen.
Es war der Paukenschlag in der Wintersport-Saison 2022/23: Ex-Langläuferin und Biathletin Denise Herrmann-Wick beendete als amtierende Olympiasiegerin ihre Karriere. © IMAGO/VEGARD GRØTT
Eric Frenzel wird von Sportler der Nordischen Kombination verabschiedet.
Ein ganz großer deutscher Sportler verlässt die Nordische Kombination: Eric Frenzel. 2014 und 2018 wurde er Olympiasieger. © IMAGO/GEPA pictures/ Patrick Steiner
Nico Ihle beim Eisschnelllauf.
Der Eisschnellläufer Nico Ihle beendete seine lange Karriere mit 37 Jahren. Sein größter Erfolg: Die WM-Silbermedaille 2017 in Gangneung. ©  via www.imago-images.de
Die deutsche Biathletin Luise Müller beim IBU Cup in Pokljuka.
Die deutsche Nachwuchs-Hoffnung im Biathlon, Luise Müller (22), verkündete völlig überraschend ihr Karriereende. © IMAGO/Harald Deubert
Der deutsche Skifahrer Julian Rauchfuss bei der Abfahrt.
Eine Silbermedaille nahm Technik-Spezialist Julian Rauchfuss bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking mit nach Hause. © IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
Die Biathletin Vanessa Hinz am Schießstand bei ihrem letzten Rennen in Obertilliach
Von Verletzungen und Rückschlägen in der Saison 2022/23 verfolgt: Vanessa Hinz. Die 31-jährige Biathletin hörte 2023 nach ihrem letzten Rennen beim IBU Cup in Obertilliach auf. WM-Silber 2020 im Einzel ist einer ihrer größten Triumpfe. © Harald Deubert/imago
Der deutsche Sportler Jonas Dobler beim Skilanglauf.
Jonas Dobler (Skilanglauf) beendete nach zehn Jahren im Weltcup seine Karriere. © IMAGO/Eibner/Memmler
Nolan Seegert tanzt mit seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase auf dem Eis.
Der 30-jährige Nolan Seegert beendete seine Karriere als Paarläufer aufgrund der Trennung von seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase (l.). © IMAGO/Stephanie Gouiran
Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
Der 30-jährige Paul Fentz beim Eiskunstlauf.
Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
Der deutsche Skirennfahrer David Ketterer beendete den Weltcup in Chamonix auf dem 22. Platz.
Mit David Ketterer haben gleich drei deutsche DSV-Asse ihre Ski nach dieser Saison abgeschnallt. Der 29-jährige gebürtige Donaueschinger kämpfte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen - 2022 wurde „Kette“ zudem Vater.  © Mario Buehner/GEPA pictures/imago

In der bald beginnenden Saison will die 33-Jährige noch einmal angreifen und dann endgültig entscheiden, ob es ihr letztes Jahr im Biathlon-Weltcup sein wird oder ob sie bis zu den Olympischen Spielen 2026 weitermacht. (smr)

Rubriklistenbild: © dorothea_wierer/Instagram /Imago

Kommentare