Ehemaliger Eintracht-Star

Sensation im Bernabéu möglich? City-Insider schwärmt von Marmoush

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Omar Marmoush hat mit seinem Dreierpack die Herzen der Anhänger von Manchester City gewonnen. Wird der Ägypter auch Real Madrid ärgern können?

Frankfurt – Omar Marmoush ist am vergangenen Wochenende in der Premier League und bei Manchester City angekommen! Der Neuzugang von Eintracht Frankfurt schnürte gegen Newcastle United (4:0) einen beeindruckenden Hattrick innerhalb von 14 Minuten. Damit hat der Stürmer ein Ausrufezeichen gesetzt und gezeigt, warum die Citizens sich bei Eintracht bedient haben.

Zwei Faktoren führten zum Marmoush-Transfer von Eintracht zu City

Der Spitzenklub hat im Januar viel Geld in die Hand genommen, im Gesamtpaket kann die Summe auf knapp über 80 Millionen Euro anwachsen. Trainer Pep Guardiola und Fußballdirektor Txiki Begiristain sahen eine Lücke im Kader, die dringend geschlossen werden musste.

Omar Marmoush jubelt über seinen Hattrick gegen Newcastle

Dan Burke ist Journalist für das Portal One Football und ist eine Stimme des „Blue Moon Podcast“ über die Citizens. Er sagt im exklusiven Gespräch mit fussball.news, dem Fußball-Portal von IPPEN.MEDIA: „Da ich die Bundesliga regelmäßig schaue, kannte ich Marmoush. Er hat viele Tore für die Eintracht erzielt und befand sich deshalb auf meinem Radar. Im August hätte ich aber nicht erwartet, dass er im Januar zu Manchester City wechselt.“

Doch zwei Faktoren führten zum größten Winterdeal, den es in der Bundesliga jemals gab. Einerseits stürzten die Skyblues sportlich ab, der erfolgsverwöhnte und möglicherweise etwas zu arrogant gewordene Abonnementmeister muss noch hart um ein Ticket für die erneute Qualifikation zur Champions League kämpfen. Andererseits startete Marmoush bei der Eintracht mit 20 Treffern und 14 Vorlagen in 26 Pflichtspielen durch und faszinierte damit auch über die deutschen Grenzen hinweg.

England-Insider gesteht: „Wir haben einen Spielertypen wie Marmoush gebraucht“

Manchester musste Fehler aus dem Sommer korrigieren. Julián Álvarez wurde ersatzlos zu Atlético Madrid abgegeben, die romantische Rückkehr von İlkay Gündoğan (kam vom FC Barcelona) hatte nicht den erhofften Impact. Savinho kam nach einem starken Jahr bei Girona, er braucht aber nach diesem Sprung noch Zeit. Der Ausfall von Rodri war nicht zu kompensieren, zudem lastete zu viel Verantwortung auf den Schultern von Erling Haaland.

So viel Eintracht steckt in Frankfurt: Die besten Spots und Momente in Bildern

Ein berühmtes Zeichen gegen Rassismus in Niederrad – und Würdigung eines der größten Vereinsidole der 1990er, Anthony Yeboah.
Ein berühmtes Zeichen gegen Rassismus in Niederrad – und Würdigung eines der größten Vereinsidole der 1990er, Anthony Yeboah. © Boris Roessler/dpa
Der ehemalige ghanaische Nationalspieler bestritt zwischen 1991 und 1996 insgesamt 156 Spiele für die Eintracht. Am Frankfurter Willy-Brandt-Platz ist Yeboah Teil der „Säulen der Eintracht“, die wichtige Vereinslegenden am Gleis der U-Bahn-Station zeigt.
Der ehemalige ghanaische Nationalspieler bestritt zwischen 1991 und 1996 insgesamt 156 Spiele für die Eintracht. Am Frankfurter Willy-Brandt-Platz ist Yeboah Teil der „Säulen der Eintracht“, die wichtige Vereinslegenden am Gleis der U-Bahn-Station zeigt. © Nicolas Armer/dpa
Auch mit dabei: Bernd Holzenbein, Fußball-Weltmeister von 1974, spielte von 1967 bis 1981 bei Eintracht Frankfurt. Die Vereinsikone starb im April 2024.
Auch mit dabei: Bernd Holzenbein, Fußball-Weltmeister von 1974, spielte von 1967 bis 1981 bei Eintracht Frankfurt. Die Vereinsikone starb im April 2024. © Imago
„Ich bin stolz und glücklich, dass mich die Fans nicht vergessen haben“, sagte Bum Kun Cha bei der Einweihung der Säulen 2013.
„Ich bin stolz und glücklich, dass mich die Fans nicht vergessen haben“, sagte Bum Kun Cha bei der Einweihung der Säulen 2013. © Imago
Der frühere Abwehrchef Uwe Bindewald kam 2013 auch persönlich, um sich die „Säulen der Eintracht“ anzusehen. Neben Bindewald, Hölzenbein, Cha und Yeboah sind Bruno Pezzey, Charly Körbel, Jürgen Grabowski, Uwe Bein, Jay-Jay Okocha, Alexander Schur sowie Trainer Jörg Berger zu sehen.
Der frühere Abwehrchef Uwe Bindewald kam 2013 auch persönlich, um sich die „Säulen der Eintracht“ anzusehen. Neben Bindewald, Hölzenbein, Cha und Yeboah sind Bruno Pezzey, Charly Körbel, Jürgen Grabowski, Uwe Bein, Jay-Jay Okocha, Alexander Schur sowie Trainer Jörg Berger zu sehen. © Nicolas Armer/dpa
Trainer Berger coachte die SGE 1999 zum Klassenerhalt. 5:1 gewannen die Adler am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern. Stürmer Jan-Aage Fjörtoft, Schütze des fünften Tores, sagte später: Berger hätte sogar die Titanic gerettet.
Trainer Berger coachte die SGE 1999 zum Klassenerhalt. 5:1 gewannen die Adler am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern. Stürmer Jan-Aage Fjörtoft, Schütze des fünften Tores, sagte später: „Berger hätte sogar die Titanic gerettet.“ © Imago
Fjörtoft ist heute TV-Experte im norwegischen Fernsehen und besucht gerne Heimspiele der Eintracht.
Fjörtoft ist heute TV-Experte im norwegischen Fernsehen und besucht gerne Heimspiele der Eintracht. © Max Maiwald/Imago
Die Fans haben ihn auch nicht vergessen.
Die Fans haben ihn auch nicht vergessen. © Imago
Aus einem Aprilscherz heraus gründete sich in Frankfurt 2007 eine echte Initiative zur Umbenennung des Walther-von-Cronberg-Platzes in „Jan-Aage-Fjörtoft-Platz“.
Aus einem Aprilscherz heraus gründete sich in Frankfurt 2007 eine echte Initiative zur Umbenennung des Walther-von-Cronberg-Platzes in „Jan-Aage-Fjörtoft-Platz“. © Imago
Die 1990er und 2000er-Jahre blieben für Eintracht Frankfurt titellos und sind mit Ab- und Aufstiegen verbunden. Trotzdem haben es einige Spieler aus dieser Zeit zum Legendenstatus geschafft.
Die 1990er und 2000er-Jahre blieben für Eintracht Frankfurt titellos und sind mit Ab- und Aufstiegen verbunden. Trotzdem haben es einige Spieler aus dieser Zeit zum Legendenstatus geschafft. © Fredrik Von Erichsen/dpa
Torwart Oka Nikolov spielte schon in der U19 für Eintracht Frankfurt – und stand anschließend von 1993 bis 2013 bei den Profis unter Vertrag.
Torwart Oka Nikolov spielte schon in der U19 für Eintracht Frankfurt – und stand anschließend von 1993 bis 2013 bei den Profis unter Vertrag. © Arne Dedert/dpa
Zum Abschied gab‘s eine eigene Choreo für Oka Nikolov.
Zum Abschied gab‘s eine eigene Choreo für Oka Nikolov. © Fredrik Von Erichsen/dpa
Mit spektakulären Choreografien kennen sich die Fans von Eintracht Frankfurt schließlich aus.
Mit spektakulären Choreografien kennen sich die Fans von Eintracht Frankfurt schließlich aus. © IMAGO/Heiko Becker
Und sowieso ist natürlich das Waldstadion der wichtigste Eintracht-Spot in Frankfurt.
Und sowieso ist natürlich das Waldstadion der wichtigste Eintracht-Spot in Frankfurt. © IMAGO/Marcus Hirnschal
Für den WM-Standort Frankfurt 2006 komplett neu gebaut, steht der Deutsche Bank Park an der gleichen Stelle, wie früher das Waldstadion.
Für den WM-Standort Frankfurt 2006 komplett neu gebaut, steht der Deutsche Bank Park an der gleichen Stelle, wie früher das Waldstadion. © Ulrich Hufnagel/Imago
Seitdem wird in der neuen Arena gejubelt und gelitten. Nach turbulenten Zeiten um den Jahrtausendwechsel erlebten die Fans seit 2005 nur noch ein Jahr in der 2. Bundesliga.
Seitdem wird in der neuen Arena gejubelt und gelitten. Nach turbulenten Zeiten um den Jahrtausendwechsel erlebten die Fans seit 2005 nur noch ein Jahr in der 2. Bundesliga. © IMAGO/Revierfoto
Rund um den Deutsche Bank Park ist Eintracht Frankfurt natürlich omnipräsent.
Rund um den Deutsche Bank Park ist Eintracht Frankfurt natürlich omnipräsent. © IMAGO/wolfgang cezanne
Die Bahn-Unterführungen hin zum Stadion lassen keine Fragen offen, wer hier regiert.
Die Bahn-Unterführungen hin zum Stadion lassen keine Fragen offen, wer hier regiert. © Christof Mattes/Imago
Seit dem DFB-Pokalsieg 2018 erstrahlt dieses Graffito am Fanhaus Louisa in Frankfurt.
Seit dem DFB-Pokalsieg 2018 erstrahlt dieses Graffito am Fanhaus Louisa in Frankfurt. © IMAGO/ingo kutsche
Mit 3:1 besiegte Eintracht Frankfurt damals den FC Bayern München im Berliner Olympiastadion. Auf dem Römer wurde anschließend kräftig gefeiert.
Mit 3:1 besiegte Eintracht Frankfurt damals den FC Bayern München im Berliner Olympiastadion. Auf dem Römer wurde anschließend kräftig gefeiert. © Andreas Arnold/dpa
So auch vier Jahre später, als die Eintracht die Europa League nach Frankfurt holte.
So auch vier Jahre später, als die Eintracht die Europa League nach Frankfurt holte. © IMAGO/Florian Ulrich
Im spanischen Sevilla setzte sich die SGE 2022 im Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers durch.
Im spanischen Sevilla setzte sich die SGE 2022 im Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers durch. © IMAGO/Adam Davy
Die VGF präsentierte daraufhin auch stolz Pokalsiege von Eintracht Frankfurt auf einer Straßenbahn.
Die VGF präsentierte daraufhin auch stolz Pokalsiege von Eintracht Frankfurt auf einer Straßenbahn. © Peter Hartenfelser/dpa
2024 feierte Eintracht Frankfurt zwar keinen Titel, dafür aber seinen 125. Geburtstag.
2024 feierte Eintracht Frankfurt zwar keinen Titel, dafür aber seinen 125. Geburtstag. © Boris Roessler/dpa
Mit mehreren Motiven wurde der Frankfurter Römer angetrahlt.
Mit mehreren Motiven wurde der Frankfurter Römer angetrahlt. © IMAGO/Florian Gaul
Gegründet wurde Eintracht Frankfurt am 8. März 1899.
Gegründet wurde Eintracht Frankfurt am 8. März 1899. © IMAGO/Florian Gaul
Seit 2021 hat Eintracht Frankfurt sogar ein eigenes Straßenschild. Die Adresse lautet nun: Im Herzen von Europa.
Seit 2021 hat Eintracht Frankfurt sogar ein eigenes Straßenschild. Die Adresse lautet nun: Im Herzen von Europa. © Joaquim Ferreira/Imago
Auch beim Frankfurter Fastnachtszug darf die Eintracht natürlich nicht fehlen.
Auch beim Frankfurter Fastnachtszug darf die Eintracht natürlich nicht fehlen. © Helmut Fricke/dpa
2013 trug sogar der T-Rex vorm Senckenberg-Museum in Frankfurt Eintracht-Trikot.
2013 trug sogar der T-Rex vorm Senckenberg-Museum in Frankfurt Eintracht-Trikot. © Daniel Reinhardt/dpa

„Wir haben einen Spielertypen wie Omar Marmoush gebraucht. Erling Haaland kann nicht immer Hattricks erzielen. Als wir mit Marmoush in Verbindung gebracht wurden, war ich sehr glücklich und hatte sofort die Hoffnung, dass er Pep Guardiola schnell helfen kann“, so Burke. Auch das Zusammenspiel mit Haaland klappt offenbar schon: „Wenn sich Erling etwas tiefer fallen lässt, zieht er Verteidiger weg und kann Räume für Marmoush schaffen. Das ist eine neue Taktik für uns.“

Ein solcher Umbruch benötigt logischerweise etwas Zeit. Der Start? Beim 3:1-Erfolg gegen den FC Chelsea rannte der völlig euphorisch spielende Marmoush zwar noch zu oft ins Abseits. Burke lobt dennoch: „Die Fans waren beeindruckt. Er hat Energie und Dynamik auf das Feld gebracht. Solche Tiefenläufe hinter die Abwehrkette des Gegners haben wir lange nicht gesehen.“ Anschließend folgten allerdings zwei maue Auftritte bei Arsenal (1:5) und im FA-Cup bei Leyton Orient (2:1).

Schraubt Marmoush mit am Wunder in Bernabéu?

Guardiola setzte daher im Champions League-Hinspiel gegen Real Madrid auf Urgestein Kevin De Bruyne. Der Belgier sollte als eine Art zweite Spitze rund um Haaland agieren. Die glanzvollen Zeiten des 33-Jährigen sind inzwischen allerdings vorbei. Die Dynamik früherer Tage ist abhandengekommen, er hat auch weiterhin keine Offerte für eine Verlängerung des 2025 auslaufenden Vertrags vorliegen. Eine Ära droht nach zehn gemeinsamen Jahren zu enden.

Wird Marmoush der neue De Bruyne bei Manchester? „Das kann ich mir vorstellen“, sagt Burke und führt aus: „Er ist natürlich ein anderer Spielertyp, mehr ein Torjäger. Aber wenn De Bruyne geht, dann spielt Marmoush dabei einen großen Part.“ Der Insider vermutet, dass Guardiola schon jetzt die Weichen für die Zukunft stellt und den 26 Jahre alten Neuzugang aufbaut.

Eine starke Marmoush-Performance im Estadio Santiago Bernabéu am Mittwochabend (21 Uhr) würde den Integrations-Prozess weiter beschleunigen. Die Citizens rennen einem 2:3-Rückstand hinterher. Im Hinspiel erlebte Marmoush einen denkbar unglücklichen Abend: Er wurde sechs Minuten vor dem Ende der Partie eingewechselt und stand bei den beiden späten Treffern auf dem Platz. Diesmal will er von Beginn an mitwirken, für ein Wunder sorgen und damit auch die Saison für Guardiola retten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Richard Callis / SPP

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