Zwei Faktoren führten zum Marmoush-Transfer von Eintracht zu City
Der Spitzenklub hat im Januar viel Geld in die Hand genommen, im Gesamtpaket kann die Summe auf knapp über 80 Millionen Euro anwachsen. Trainer Pep Guardiola und Fußballdirektor Txiki Begiristain sahen eine Lücke im Kader, die dringend geschlossen werden musste.
Doch zwei Faktoren führten zum größten Winterdeal, den es in der Bundesliga jemals gab. Einerseits stürzten die Skyblues sportlich ab, der erfolgsverwöhnte und möglicherweise etwas zu arrogant gewordene Abonnementmeister muss noch hart um ein Ticket für die erneute Qualifikation zur Champions League kämpfen. Andererseits startete Marmoush bei der Eintracht mit 20 Treffern und 14 Vorlagen in 26 Pflichtspielen durch und faszinierte damit auch über die deutschen Grenzen hinweg.
England-Insider gesteht: „Wir haben einen Spielertypen wie Marmoush gebraucht“
Manchester musste Fehler aus dem Sommer korrigieren. Julián Álvarez wurde ersatzlos zu Atlético Madrid abgegeben, die romantische Rückkehr von İlkay Gündoğan (kam vom FC Barcelona) hatte nicht den erhofften Impact. Savinho kam nach einem starken Jahr bei Girona, er braucht aber nach diesem Sprung noch Zeit. Der Ausfall von Rodri war nicht zu kompensieren, zudem lastete zu viel Verantwortung auf den Schultern von Erling Haaland.
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„Wir haben einen Spielertypen wie Omar Marmoush gebraucht. Erling Haaland kann nicht immer Hattricks erzielen. Als wir mit Marmoush in Verbindung gebracht wurden, war ich sehr glücklich und hatte sofort die Hoffnung, dass er Pep Guardiola schnell helfen kann“, so Burke. Auch das Zusammenspiel mit Haaland klappt offenbar schon: „Wenn sich Erling etwas tiefer fallen lässt, zieht er Verteidiger weg und kann Räume für Marmoush schaffen. Das ist eine neue Taktik für uns.“
Ein solcher Umbruch benötigt logischerweise etwas Zeit. Der Start? Beim 3:1-Erfolg gegen den FC Chelsea rannte der völlig euphorisch spielende Marmoush zwar noch zu oft ins Abseits. Burke lobt dennoch: „Die Fans waren beeindruckt. Er hat Energie und Dynamik auf das Feld gebracht. Solche Tiefenläufe hinter die Abwehrkette des Gegners haben wir lange nicht gesehen.“ Anschließend folgten allerdings zwei maue Auftritte bei Arsenal (1:5) und im FA-Cup bei Leyton Orient (2:1).
Schraubt Marmoush mit am Wunder in Bernabéu?
Guardiola setzte daher im Champions League-Hinspiel gegen Real Madrid auf Urgestein Kevin De Bruyne. Der Belgier sollte als eine Art zweite Spitze rund um Haaland agieren. Die glanzvollen Zeiten des 33-Jährigen sind inzwischen allerdings vorbei. Die Dynamik früherer Tage ist abhandengekommen, er hat auch weiterhin keine Offerte für eine Verlängerung des 2025 auslaufenden Vertrags vorliegen. Eine Ära droht nach zehn gemeinsamen Jahren zu enden.
Wird Marmoush der neue De Bruyne bei Manchester? „Das kann ich mir vorstellen“, sagt Burke und führt aus: „Er ist natürlich ein anderer Spielertyp, mehr ein Torjäger. Aber wenn De Bruyne geht, dann spielt Marmoush dabei einen großen Part.“ Der Insider vermutet, dass Guardiola schon jetzt die Weichen für die Zukunft stellt und den 26 Jahre alten Neuzugang aufbaut.
Eine starke Marmoush-Performance im Estadio Santiago Bernabéu am Mittwochabend (21 Uhr) würde den Integrations-Prozess weiter beschleunigen. Die Citizens rennen einem 2:3-Rückstand hinterher. Im Hinspiel erlebte Marmoush einen denkbar unglücklichen Abend: Er wurde sechs Minuten vor dem Ende der Partie eingewechselt und stand bei den beiden späten Treffern auf dem Platz. Diesmal will er von Beginn an mitwirken, für ein Wunder sorgen und damit auch die Saison für Guardiola retten.