Serbien

Serbische Fußball-Nationalmannschaft: Geschichte, Spieler, Titel – Alles Wichtige im Überblick

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Die serbische Nationalmannschaft bei einem Länderspiel im März 2022. (Archivfoto)
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Serbien gehörte bei großen Turnieren zu den Außenseitern. Doch die Nation hatte ein „goldenes Zeitalter“. Die Geschichte der serbischen Nationalmannschaft.

Belgrad – Auch wenn die serbische Nationalmannschaft nicht zu besten Teams der Welt gehört, so hat die Nation doch mehrere Toptalente hervorgebracht. Ausgezeichnete Spieler wie Nemanja Vidic, Aleksandar Kolarov oder Nemanja Matic standen bereits für Serbien auf dem Rasen. Große Erfolge konnten die „Orlovi“ (serbisch für „die Adler“) in ihrer kurzen Geschichte als eigenständige Nationalmannschaft allerdings noch nicht erzielen.

VerbandFudbalski savez Srbije (FSS)
Gründungsjahr 2006
Erstes Länderspiel16. August 2006 gegen Tschechien (3:1-Sieg)
Größte ErfolgeVize-Europameister (1960, 1968) und Olympia-Sieger (1960) als jugoslawische Nationalmannschaft
RekordnationalspielerBranislav Ivanović (105 Spiele, Stand 22.12.2022)
RekordtorschützeAleksandar Mitrović (52 Tore, Stand 22.12.2022)

Serbische Nationalmannschaft: Der Beginn

Als im Jahre 1896 der serbische Kaufmann Hugo Buli den ersten Lederfußball aus Deutschland nach Belgrad mitbrachte, übernahm der Fußball die Herrschaft im damaligen Königreich Serbien. Es begann der Aufbau eines ersten losen Ligasystems mit zahlreichen kleinen Vereinen und erste Turniere wurden ausgetragen. Am 18. April 1919 gründete sich der Fudbalski savez Srbije (FSS) als Dachorganisation sämtlicher serbischen Fußballverbände.

Mit der Bildung des Königreichs stand im Jahr 1918 das erste Mal eine ausgewählte Nationalmannschaft auf dem Rasen, die aus den besten Spielern der zugehörigen Länder bestand. Zu ihrem ersten Turnier, der Weltmeisterschaft von 1930, fuhr Jugoslawien mit einem größtenteils serbischen Kader. Der Einzug ins Halbfinale wird noch heute als historischer Teil des serbischen Fußballs gefeiert und läutete das „goldene Zeitalter“ der jugoslawischen Nationalmannschaft ein.

Serbische Spieler in der jugoslawischen Nationalmannschaft: Die besten Jahre

Zwischen 1930 und 1968 stand der Verband der jugoslawischen Staaten auf seinem fußballerischen Höhepunkt. Die Nationalmannschaft erreichte bei acht Welt- und vier Europameisterschaften sowie zehn Olympischen Spielen die Endrunde. Obwohl der Trophäenschrank leer blieb, zählten die Jugoslawen stets als gefährlicher Gegner und möglicher Titelanwärter. Zweimal scheiterte man knapp im Finale der Olympischen Spiele, ehe es 1960 gelang, die Goldmedaille zu gewinnen. Im selben Jahr wurde Jugoslawien Vize-Europameister.

Serbien trug in der goldenen Zeit des jugoslawischen Fußballs besonders durch seine offensiven Spieler zum Erfolg der Nationalmannschaft bei, allen voran der Flügelspieler Dragan Džajić, der bei der EM 1968 Torschützenkönig wurde und bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres auf den dritten Platz vor Franz Beckenbauer gewählt wurde.

Jugoslawische Nationalmannschaft: Das Ende der goldenen Ära

In den 1970er gelang es Jugoslawien nicht, an die noch kurz zuvor gezeigten Leistungen anzuknüpfen. Trotz zahlreicher Spieler im Kader, die zu den besten Europas gehörten, blieb die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen von 1984 der größte Erfolg bis zur Auflösung der Nationalmannschaft.

Während der 1980er Jahre entwickelte sich eine neue Generation an Talenten im Südosten Europas. Es entstand eine Mannschaft, die für viele Fußballexperten großes Potenzial besaß. Die Qualifikation zur WM 1990 in Italien beendete man als Gruppenerster ohne Niederlage und startete als möglicher Titelanwärter ins Turnier. Trotz eines dominanten Auftritts scheiterte die jugoslawische Elf im Achtelfinale an der standfesten Abwehrkette der argentinischen Nationalmannschaft und schied im Elfmeterschießen aus.

Zerfall und Wiederaufbau: Die Entstehung der serbischen Nationalmannschaft

Mit Beginn des Jugoslawienkriegs 1990 kam es zwei Jahre später zur Auflösung der Nationalmannschaft. Zwischen 2003 und 2005 spielten serbischstämmige Spieler für die serbisch-montenegrinische Nationalmannschaft, bis sich am 3. Juni 2006 Montenegro offiziell vom Staatsbündnis mit Serbien trennte und sich eine eigenständige serbische Nationalmannschaft bildete.

Nach zwei erfolglosen Auftaktjahren und einem Trainerwechsel übertraf die serbische Nationalmannschaft 2010 unter Star-Trainer Radomir Antić alle Erwartungen und qualifizierte sich für die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Dort schied man bereits in der Vorrunde aus. Selbiges glückte auch 2018 bei der WM in Russland.

Nationalhymne Serbiens: Das ist der Text zu „Bože Pravde“

Die serbische Nationalhymne „Bože Pravde“ existiert zwar seit Ende des 19. Jahrhunderts, wurde aber erst 2006 mit der Verabschiedung der neuen Verfassung und der Auflösung Jugoslawiens wieder zur offiziellen serbischen Nationalhymne.

Da die „Bože Pravde“ ursprünglich Teil einer dreigliedrigen Nationalhymne des Königreichs Serbien, Kroatien und Slowenien war, wurde der originale Text mittlerweile angepasst. Die heutige Version hat keine monarchistischen Bezüge mehr. Der serbische Text lautet:

  • Bože pravde, ti što spase
  • od propasti do sad nas,
  • čuj i od sad naše glase
  • i od sad nam budi spas.

    Moćnom rukom vodi, brani
  • budućnosti srpske brod,
  • Bože spasi, Bože hrani,
  • srpske zemlje, srpski rod!
  • Srbiju nam Bože brani,
  • moli ti se sav naš rod!

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