Woltemade will zum FC Bayern - verpokert sich der VfB Stuttgart?
VonPeter Grad
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Der Poker um Nick Woltemade gewinnt an Schärfe. Sein Berater schaltet sich ein und zeigt in aller Öffentlichkeit großes Unverständnis über das Gebaren des VfB Stuttgart. Ein Kommentar.
München/Stuttgart – Nick Woltemades Berater Danny Bachmann äußert sich zur derzeitigen Situation seines Mandanten gegenüber der dpa: „Wenn ein Bundesliga-Rekordangebot von 55 Millionen Euro nicht einmal für ein persönliches Gespräch reicht, stellt sich die Frage, was der VfB eigentlich unter ‚außergewöhnlich‘ versteht“. Enttäuscht stellt er fest: „Das war nicht vorhersehbar.“
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Stuttgart lehnt bislang Gespräche mit dem FC Bayern ab
Anlass für Bachmanns Schritt in die Öffentlichkeit ist, dass der VfB Stuttgart bislang keine Anzeichen zeigt, auf die Angebote des FC Bayern einzugehen. Die Verantwortlichen des Rekordmeisters haben bislang zwei offizielle Offerten abgegeben, die letzte lag - inklusive Bonuszahlungen - bei 55 Millionen Euro. Die Schwaben lehnten erneut umgehend ab und betonten - dem FC Bayern würde man in so einem Fall wohl Arroganz nachsagen -, dass sie nicht an Gesprächen interessiert sind.
„Wir verhandeln nicht mit Bayern München“, so das Statement von VfB-CEO Alexander Wehrle. Nur falls „etwas Außergewöhnliches passieren sollte“, sei man professionell genug, sich an einem Tisch auszutauschen.
Rekordablösesumme nicht „außergewöhnlich“?
Die Woltemade-Seite hinterfragt nun kritisch, welche Summe in den Augen der VfB-Verantwortlichen denn „außergewöhnlich“ sei. Fakt ist, dass die Schwaben in ihrer Vereinsgeschichte nicht einmal ansatzweise eine Ablösesumme von 55 Millionen Euro für einen Spieler bekommen haben. Den bisherigen Vereinsrekord hält Benjamin Pavard, der 2019 für 35 Millionen Euro zum FC Bayern gewechselt war.
Auch innerhalb der Bundesliga gab es bislang nie einen Transfer in dieser Größenordnung. Rekord sind immer noch die 43 Millionen Euro, die der VfL Wolfsburg 2015 an Schalke 04 für Julian Draxler überwiesen hat.
Die VfB-Haltung wird bislang medial als konsequent gelobt, der Übergang zur Sturheit ist aber fließend. Was will ein Verein mit einem Spieler, dessen ausdrücklicher Wunsch es ist, den Verein zu wechseln? Die als fanatisch bekannten Stuttgart-Fans werden diese Haltung längst kritisch registriert haben. Wird der Torschützenkönig der U21-Europameisterschaft gezwungen, im Schwabenland zu bleiben und gerät dabei - wie es für jeden Sportler üblich ist - in eine Krise, brennt der Baum in Stuttgart.
Bislang wurde immer berichtet, dass der VfB Stuttgart aus vielerlei Gründen in der wesentlich besseren Verhandlungsposition als der Rekordmeister in München sei. Fakt ist, dass nun auch ganz sicher der Druck auf die Schwaben zunimmt. Dass auf „Zeit spielen“ bewährt sich ganz offensichtlich nicht. Sollte Nick Woltemade nach München wechseln dürfen, gilt für alle Beteiligten: Je früher desto besser. Auch der VfB benötigt einen Ersatz, für den er die Millionen aus dem Rekordverkauf verwenden wird.
Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com
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