- VonNiklas Kirkschließen
Wenige Monate vor dem Beginn der Spiele ist die Stimmung beim DOSB gut. Jedoch richtet sich die Aufmerksamkeit aktuell vermehrt auf Sicherheitsaspekte.
Frankfurt – 100 Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Paris bringen sich die deutschen Auswahlmannschaften in Stellung. Die Teilnahme zahlreicher Teams und der Austragungsort sorgen für Vorfreude. Jedoch mischen sich unter den Enthusiasmus und die Aussicht auf spannende Wettbewerbe, vermehrt auch Anspannung, ob des Themas Sicherheit.
Der DOSB für Olympia – viele deutsche Teams in den Mannschaftssportarten dabei
Ginge es nach Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, könnte es direkt losgehen. „Bei mir herrscht eine unheimliche Vorfreude. Ich freue mich auf die Spiele, auf die Großstadt Paris, auf die Wettbewerbe, die im Herzen der Stadt ausgetragen werden“, so der 62-jährige.
Dabei darf sich der Präsident der Dachorganisation des deutschen Sports dank geglückter Qualifikationsturniere über die Teilnahme zahlreicher Auswahlmannschaften der Teamsportarten freuen. Mit drei Siegen im Qualifikationsturnier lösten etwa die deutschen Handballerinnen ihr Ticket für die Spiele, nachdem dies ihren männlichen Pendants schon im Vormonat gelungen war.
Ebenso sicher mit dabei sind die Teams aus den Sportarten Tischtennis, Hockey, Basketball (je Männer und Frauen), Volleyball (Männer) und Fußball (Frauen). Insgesamt dürften aus Deutschland zwischen 420 und 450 Athletinnen und Athleten nach Paris reisen.
Sicherheit bei den Olympischen Spielen – Tausende Sicherheitskräfte im Einsatz
Auch die Sportlerinnen und Sportler dürften sich auf den prachtvollen Rahmen der Spiele freuen, inklusive Eröffnungsfeier auf der Seine, sowie Wettbewerbe in Versailles und auf der Place de la Concorde. Die Ausgestaltung der Spiele und ihrer Feierlichkeiten stellen jedoch zugleich Frankreichs Sicherheitsapparat vor immense Aufgaben, die sich durch die Zuspitzung von internationalen Konflikten als nochmals komplizierter herausstellen könnten.
35.000 Polizisten werden zwischen dem 26. Juli und 11. August zur Absicherung der Spiele im Einsatz sein. Hinzu kommen nochmals 18.000 Soldaten und private Sicherheitskräfte. Sollte sich die Durchführung einzelner Programmpunkte dennoch als zu heikel erweisen, existiert für deren Durchführung ein Plan B. So etwa für die Eröffnungszeremonie.
Hier gab Staatspräsident Emmanuel Macron am Montag (15. April) bekannt, dass die Zeremonie auf den Palais du Trocadero oder sogar in das Stade de France verlegt werden könnte, wenn es eine Bedrohungslage gebe. Die Überwachung einer stationären Feier erwiese sich als deutlich einfacher.
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Zuschauersicherheit bei Olympia: Veranstalter erwarten volle Arenen
Auch um die Wettkampfstätten selbst werden verschiedene Sicherheitszonen errichtet. Das gilt auch für mögliche Attacken aus der Luft, etwa durch Drohnen. Sportministerin Amelie Oudea-Castera beteuerte jedoch, dass aktuell „keine Bedrohungen durch Terror“ erkennbar sei.
Durch den sich anbahnenden hohen Zuschauerzuspruch bleibt die Sicherheit von Fans und Aktiven jedoch im Mittelpunkt. Die Mehrzahl der rund knapp acht Millionen Tickets ist abgesetzt, ab Mittwoch (17. April) gehen nochmals 250.000 zusätzliche Eintrittkarten in den Verkauf. Die Veranstalter rechnen mit einem schnellen Weggang des Zusatzkontingents.
Schwieriges Verhältnis: Macron rechnet mit „informationellen“ Störfeuern aus Russland
Weitere Störfeuer befürchten die Gastgeber unterdessen auf „informationeller“ Ebene. Gemeint sind hier mögliche Störfeuer aus Russland, deren Sportlerinnen und Sportler nicht unter russischer Flagge teilnehmen dürfen. Doch nicht nur das Verhältnis zwischen dem IOC und dem Kreml ist höchst angespannt – auch die Beziehung auf Staatsebene zwischen beiden Ländern ist durch den Krieg in der Ukraine massiv belastet. Macron hat deshalb „keine Zweifel“ an Aktionen und Reaktionen aus Russland.
Andere Negativschlagzeilen in Bezug auf die Spiele waren jedoch hausgemacht. Wegen des Verdachts der Begünstigung und der Veruntreuung öffentlicher Gelder bei der Vergabe von Aufträgen ermittelt die Finanzstaatsanwaltschaft gegen die Organisatoren. (nki/SID)
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