Den Himalaya vermessen

Felix Neureuther erinnert an Erbe seiner berühmten Vorfahren aus dem 19. Jahrhundert

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Felix Neureuther hat ein Buch verfasst und sich hierfür von seinen Vorfahren inspirieren lassen. Was die Intention des ehemaligen Ski-Stars hinter den Zeilen ist.

München – Eine Tram als Studio und die nächtliche Münchner Stadt als Kulisse machen den Charme der „nachtlinie“ aus. Eine Sendung des Bayerischen Rundfunk, in der sich Moderator Andreas Bönte mit seinen Gästen in abendlicher Atmosphäre über Gesellschaft, Wissenschaft und Philosophie austauscht.

Felix Neureuther
Geburtsdatum:26. März 1984 (Alter 39 Jahre), Pasing, München
Einzel-Weltcupdebüt:4. Januar 2003
Einzel-Weltcupsieg:13
Karriereende:17. März 2019

Gebrüder Schlagintweit inspirieren Felix Neureuther

Fahrgäste waren unlängst der ehemalige Skirennfahrer Felix Neureuther und sein Vater Christian. Thematisiert wurde während der Fahrt unter anderem das Buch „Unsere Alpen – Ein einzigartiges Paradies und wie wir es erhalten können“, das Felix Neureuther im vergangenen Jahr veröffentlichte und das im Grundsatz von der Geschichte der Alpen und der Entwicklung des Gebirges handelt.

Stein des Anstoßes, um darüber in einem Buch zu berichten, waren für Neureuther die Aufzeichnungen seiner Vorfahren. Gemeint sind die Gebrüder Schlagintweit, die um das Jahr 1850 die Alpen und das Himalaya durchquert und vermessen haben. Felix Neureuthers Ururgroßvater Hermann Schlagintweit war einer der ersten Glaziologen, der schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Erster die Gletscher der Alpen untersucht hat. Warum Felix Neureuther wegen der Erfüllung eines Wunsches seiner Tochter zehn Tage Antibiotika nehmen musste, lesen Sie hier.

Felix Neureuther ist fasziniert von seinen berühmten Vorfahren aus dem 19. Jahrhundert.

Felix Neureuther weist im Ski-Sport kritisch auf Entwicklungen hin

Sein Buch baue letztlich darauf auf, dass versucht werde, „die Aufzeichnungen, die sie damals getätigt haben, mit der heutigen Zeit zu vergleichen“. Neureuther schiebt hierzu die drängendsten Fragen nach: „Wie haben sich die Gletscher verändert? Wie haben sich die Alpen verändert? Wie hat sich der Tourismus verändert und welchen Einfluss hat dieser?“

Neureuther ist als kritischer Zeitgeist bekannt. Mit besonderem Auge betrachtet er als ehemaliger Skirennläufer die Entwicklungen im alpinen Sport, die er in den sozialen Medien immer wieder hinterfragt – und hierfür Anreiz zu grundlegenden Diskussionen schafft.

Opa von Felix Neureuther war als Arzt im Himalaya unterwegs

Die Aufzeichnungen der Gebrüder Schlagintweit sind im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins in München ausgestellt. Sie leisteten mit ihren bedeutenden Arbeiten aus dem 19. Jahrhundert zur Geologie und Geografie der Alpen auf diesem Gebiet teilweise Pionierdienste. Christian Neureuther ist ebenfalls der Meinung, dass dieses Wissen an die nächste Generation weitergereicht werden muss. Christian Neureuther ahnte übrigens sofort die Schwangerschaft von Schwiegertochter Miriam.

„Mein Vater war Arzt im Himalaya, dort auf Expeditionen unterwegs. Meine Großeltern sind von Frankfurt weggezogen als leitende Ärzte und haben sich in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen ein Haus gebaut – nur, um in den Bergen zu sein“, gewährt Neureuther senior einen Einblick in die Familienchronik. „Da gibt es viele Routen, die nach denen benannt sind. Sie haben letztlich auch das Erbe der Vorfahren aus dem Himalaya übernommen.“

Felix Neureuther faszinierd über Erkenntnisse seiner Vorfahren

Felix Neureuther zeigt sich fasziniert von den bahnbrechenden Erkenntnissen, die seine Vorfahren überlieferten – und auch über die damaligen Umstände. „Wenn du die Zeit siehst und wie sie damals unterwegs waren“, verweist Neureuther junior auf den damals offensichtlich nicht den äußeren Bedingungen angepassten Outfits. „Mit solchen Kleidern... die Großmutter im Rock auf dem Gipfel.“ Mit „Das Erbe der Alpen: Was unsere Bergwelt bedroht und warum wir sie retten müssen“ hat Felix Neureuther erst vor Kurzem sein nächstes Buch veröffentlicht. (aoe)

Rubriklistenbild: © Andre Lenthe Fotografie via www.imago-images.de

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