„Viele sinnlose Sachen“: Christian Neureuther über das neue Leben von Sohn Felix nach der Ski-Karriere
VonNiklas Kirk
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2019 beendete Felix Neureuther seine große Karriere. In einer BR-Sendung erhalten Fans nun neue Einblicke in das Familienleben des ehemaligen Weltmeisters.
München – Sie sind eine der bekanntesten Skisport-Familien in Deutschland, die Neureuthers. Hatte die Familie ihre Wurzeln einst in Kunst und Architektur, sorgten sowohl Felix Neureuther und Frau Miriam, als auch Vater Christian und Mutter Rosi für positive Schlagzeilen auf und neben der Piste. Im Format „Nachtlinie“ des Bayrischen Rundfunks erhalten Fans nun neue Einblicke in das Vater-Sohn-Verhältnis von Christian und Felix als auch ihren Umgang mit dem Karriereende.
Felix Neureuther nach der Karriere: Vom Ski-Ass zum Buchautor
Wie in der Sendung wohlbekannt zuckelt eine Tram als mobiles Studio durch die nächtliche Stadt, während Moderator Andreas Bönte seine Gäste zum Gespräch lädt. Dieses Mal sind Christian und Felix Neureuther mit an Board und sprechen über die Schwierigkeiten, die der Wechsel vom Profi-Sport in eine neue Lebensphase mit sich bringen kann.
Kurz nach seinem Rücktritt im März 2019 wendete sich etwa Felix direkt seiner neuen Aufgabe als Sportexperte zu. Seitdem begleitet er im öffentlichen Rundfunk die Zuschauer durch die Wettbewerbe wie den Ski-Weltcup. Nebenher machte er jedoch auch als Synchronsprecher und Autor von sich Reden.
Christian Neureuther über junge Athleten: „Die wollen Rennen gewinnen, super performen“
Im Gespräch fragt Bönte Felix, ob es ihn viel Zeit gekostet habe, diese neue Rolle nach der aktiven Laufbahn für sich zu finden. Daraufhin antwortet der 39-jährige mit Verweis auf den Papa: „Ich hab da einen Vater, der das ganze Spielchen schon kennt, von der Karriere in das normale Leben zu kommen“. Auch für ihn persönlich habe es einen fließenden Übergang gegeben. Schon einen Tag nach der Karriere habe das neue Leben begonnen, „und zwar mit Vollgas“.
Als Moderator Bönte auf die sinnvoll anmutenden Tätigkeiten wie dem Bücherschreiben zu sprechen kommt, interveniert jedoch Vater Christian. „Er macht auch viele sinnlose Sachen“, jedoch nicht, ohne dass Vater und Sohne schmunzeln müssen. Vater Christian, der selbst 6 Einzel-Weltcupsiege feiern konnte, sieht es indes als seine Verantwortung, seinem Sohn einen Ratschlag für die Zeit nach seiner Karriere zu geben: „Macht´s euch Gedanken, nach der Karriere kann es ganz schnell nach unten gehen“, gibt der 74-jährige Ex-Ski-Profi zu bedenken.
Während der Karriere sei die Zielsetzung aller jungen Athleten klar: „Die wollen Rennen gewinnen, super performen und allen Fokus in die Zeit legen“. Darüber hinaus müssten die Akteure jedoch wissen, dass „das Leben danach noch verdammt lang“ sei. Dabei hebt Christian – der junge Leute auch mal für ihr Social-Media-Verhalten rügt – den Wert langer stetiger Arbeit hervor: „Die selbstverdiente Rostlaube ist mehr wert als der geschenkte Porsche.“
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Felix Neureuther über Prioritäten im Leben: „Die entscheidenden Dinge, sind die einfachen Dinge“
Dies beschränkt er nicht nur auf die geldliche Komponente. Zwar müsse man zum einen wissen, welcher berufliche Weg zukünftig eingeschlagen wird, jedoch sei es ebenso wichtig zu wissen, wie es „geistig weitergeht“. Als der Moderator in der Folge die Einkommensunterschiede zwischen Fußball-Profis und Wintersport-Athleten bespricht, hakt Felix ein und stellt fest: „Die entscheidenden Dinge im Leben sind doch nicht die, die man sich mit viel Geld kaufen kann, sondern die einfachen Dinge.“
Dass die Neureuthers sich durch ihren sportlichen Erfolg finanziell absichern konnten, hat sie zudem dazu veranlasst, etwas von ihrem Glück zurückzugeben. Aus diesem Gedanken kam etwa auch die Idee der Deutsche Kinderrheuma-Stiftung zustande, in der einst Mutter Rosi als Schirmherrin wirkte. (nki)